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Gesundheit / Ernährung

Nach Ebola darf es nicht zur Hungerkatastrophe kommen

Entwicklungsministerium startet umfangreiche Unterstützung


Liberia: Freiwillige Gesundheitshelfer klären im September 2014 in den Straßen von Monrovia über Ebola auf.

20.10.2014 |

Angesichts des Aus­maßes der Ebola-Katastrophe für die betroffenen west­afrika­nischen Staaten setzt das Ent­wick­lungs­ministerium auf Hilfe in den Bereichen Ernäh­rungs­siche­rung, Prävention und Gesund­heits­versor­gung. Dazu stehen ab sofort zusätz­liche rund 50 Millionen Euro zur Ver­fügung. Diese über­plan­mäßigen Mittel hat der Haus­halts­ausschuss des Bundes­tages dem BMZ frei­gegeben.

Einen Teil der Mittel stellt das BMZ hierbei vor Ort tätigen Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tionen wie Caritas, Diakonie, Welt­hunger­hilfe und weiteren Orga­ni­sa­tionen für schnell wirkende Hilfs-, Aufklärungs- und Hygiene­maßnahmen zur Verfügung. Diese Orga­ni­sa­tionen können auf­grund ihrer lang­jährigen Erfahrung vor Ort dazu beitragen, die über­lasteten Gesund­heits­systeme zu stabi­li­sieren. Ihre lokalen Mit­arbeiter verteilen medi­zinisches Ver­brauchs­material (Mund­schutze, Des­infek­tions­mittel, Thermo­meter zur Diagnose etc.). Sie klären über Ebola und die Ansteckungs­wege auf – beispiels­weise die Gefähr­dung durch tradi­tio­nelle Bestattungs­riten – und schulen Personal in Gesund­heits­stationen.

Mit den für die Bekämpfung der akuten Krise zusätzlich bereit­gestellten Mitteln unter­stützt das BMZ außerdem zwei an der Ebola-Bekämpfung wesent­lich beteiligte UN-Organisationen: Das Welt­ernährungs­programm (WEP) und UNICEF. Damit ist sicher­gestellt, dass die Hilfe schnell und gebündelt bei der Bevölkerung in den betroffenen Ländern ankommt.

Das auf Nahrungs­mittel­hilfe spezia­lisierte WEP wird ins­besondere Menschen in Gesund­heits­einrichtungen und in Quarantäne­gebieten versorgen, die von der Außen­welt abgeschottet sind. In den betroffenen Ländern ist die land­wirt­schaft­liche Pro­duk­tion in manchen Gebieten zusammen­gebrochen. Mit den zusätz­lichen Mitteln für das WEP wird ein Beitrag dazu geleistet, dass vor allem auch Kinder, die besonders durch Unter­ernährung gefährdet sind, ausreichend mit Nahrungs­mitteln versorgt werden können.

Auch das Kinder­hilfs­werk UNICEF ​erhält zur Finan­zierung seines Regional­programms für Sierra Leone, Liberia und Guinea weitere Unter­stützung. Vorgesehen ist, dass UNICEF ein Mindest­maß an lokaler Gesund­heits­versorgung aufrechterhält sowie beispiels­weise über Tür-zu-Tür-Aktionen Aufklärung zur Ebola­-Prävention leistet. Außerdem richtet sich die Hilfe an Frauen und Kinder, die als Pflegende oder stigma­tisierte Waisen von der Ebola­-Epidemie am schlimmsten betroffen sind.

Auch sollen Präventions­maßnahmen in den Anrainer­staaten der betroffenen Länder finanziert werden, um eine weitere regionale Aus­breitung der Epidemie zu verhindern. Dazu gehört die Beschaffung von Schutz­ausrüstung ebenso wie die Schulung von Personal.

Deutschland und die drei betroffenen Länder verbindet eine jahre­lange Ent­wick­lungs­partner­schaft, deren Ziel es ist, unter anderem die soziale Infra­struktur lang­fristig zu stärken.

Insgesamt belaufen sich die Hilfs­leistungen der Bundes­regierung mit den zusätz­lichen Mitteln auf rund 101,7 Millionen Euro. Das BMZ unter­stützt bereits mit 10 Millionen Euro die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) bei der Umsetzung des Krisen­plans zur Eindämmung von Ebola.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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