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Bundesminister Müller in Indien

Ab­kommen über er­neuerbare Energie unterzeichnet

Gespräche mit Frauen­rechtlerin und Jugendlichen sowie Straßen­kinderprojekt auf dem Programm


Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Gerd Müller und der indische Finanz­minister Chidambaram nach der Unter­zeichnung von zwei Ab­kommen über Entwicklungszu­sam­men­ar­beit

05.02.2014 |

Delhi – Erstmalig im Rahmen eines Staatsbesuchs sind heute in Indien auch Abkommen zur Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit geschlossen worden. Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Dr. Gerd Müller, der derzeit auf Einladung des Bundes­präsidenten in dessen De­le­ga­tion auf Indien-Reise ist, unter­zeichnete in Delhi mit dem indischen Finanzminister Chidambaram zwei Abkommen über insgesamt knapp 900 Millionen Euro (davon 5,45 Millionen für Be­ratungs­pro­jekte des Bundes­um­welt­ministeriums). Diese Mittel werden fast ausnahmslos in Form von zurück­zu­zahlenden Krediten zur Ver­fügung gestellt.

Bun­des­mi­nis­ter Müller unterstrich anschließend die Bedeutung der Abkommen zur bilateralen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit: "Wir haben die Instrumente unserer Zu­sam­men­ar­beit zeitgemäß fortentwickelt: Indien hat als Schwellen­land weiterhin enormen Bedarf an In­ves­ti­tio­nen, ist aber zugleich Partner auf Augen­höhe. Mit der Ausrichtung unserer Schwerpunkte richten wir den Fokus auf wichtige Zukunftsthemen für beide Seiten: Ener­gie­ef­fi­zienz und erneuerbare Energien, nach­hal­tige Nutzung natürlicher Ressourcen und ein nachhaltiges Wachstum. Gleichzeitig gehen wir entscheidende He­raus­for­de­run­gen wie den Schutz des Klimas und die Armutsbekämpfung in einem Land an, in dem weltweit die meisten armen Menschen leben."

Die unterzeichneten deutsch-indischen Abkommen be­inhalten eine Zusage über die Förderung der Ein­speisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das indische Verbundnetz über 250 Millionen Euro. Bei den zweiten deutsch-indischen Re­gie­rungs­kon­sul­ta­tionen auf Kabinettsebene im April 2013 in Berlin wurde für dieses Leuchtturmprojekt (die sogenannten "Green Energy Corridors") insgesamt eine Milliarde Euro Förderung in Aussicht gestellt.

Minister Müller wird heute noch mit Kamla Bhasin eine bekannte indische Frauenrechtlerin treffen, die sich in verschiedenen Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ent­schieden für die Gleich­be­rechtigung von Frauen in Indien einsetzt. Eine dieser Initiativen ist das von Kamla Bhasin mitbegründete Trainings- und Weiter­bildungs­zentrum "Jagori", das aus Mitteln des BMZ unterstützt wird. Mit Kampagnen, Beratung und Weiterbildung klärt Jagori Frauen über ihre Rechte auf und bestärkt sie darin, diese auch einzufordern. Jagori war zudem an der staatlichen Kommission beteiligt, die nach einem tödlichen Vergewaltigungsfall 2012 Empfehlungen zum Schutz von Frauenrechten formuliert hatte.

Bun­des­mi­nis­ter Müller: "Der Schutz von Frauenrechten ist mir ein besonderes Anliegen. Das langjährige En­gage­ment von Kamla Bhasin für die Rechte von Frauen verdient große Anerkennung."

Außerdem besucht Bun­des­mi­nis­ter Müller im Zentrum Delhis die Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­ti­on "Butterflies", die sich die Re-Integration von Straßen­kindern in die Ge­sell­schaft zur Aufgabe gemacht hat, und diskutiert mit Jugendlichen über Wege zu einer Ge­sell­schaft mit Chancengleichheit für Frauen, ethnische oder religiöse Minderheiten.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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