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EINEWELT – ​unsere Ver­antwortung

Meeres-Po­dium in Trave­mün­de be­en­det Zu­kunfts­char­ta-Tour ent­lang des 11. Län­gen­gra­des durch Deutsch­land

Minister Müller: "Anregungen und Beiträge der Bür­gerin­nen und Bür­gern liefern starke Beiträge für unsere Zukunfts­charta!"


Auf der Viermastbark Passat im Hafen von Travemünde (von links): Sebastian Jürgens (Hafenchef Lübeck), Nils Brandt (Fregattenkapitän der Gorch Fock), Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister), Silke Schneider (Staatssekretärin im Landwirtschafts- und Umweltministerium in Schleswig-Holstein) und Peter Herzig (Direktor des Geomar Helmholtz-Zentrums)

28.08.2014 |

Mit einer Dis­kussion über den Zustand der Welt­meere ist die Zu­kunfts­charta-Tour "EINEWELT - unsere Ver­ant­wor­tung" von Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller durch Deutsch­land gestern Abend zu Ende ge­gan­gen.

Hektar­große Plastik­müll­an­sammlun­gen, Öl­ver­schmut­zun­gen, immer weniger Fische, Korallen­sterben, zu warme und zu saure Meere, steigende Meeres­spiegel, das waren die Themen, über die Minister Müller mit rund 90 Lese­rinnen und Lesern der Lübecker Nach­richten und Experten auf der Vier­mast­bark Passat im Hafen von Trave­münde diskutierte.

Die Ozeane machen über 70 Prozent der Erd­ober­fläche aus, 2020 werden 75 Prozent der Bevöl­kerung welt­weit in Küsten­regio­nen leben, die meisten davon in Ent­wick­lungs­ländern.

Bei der Podiums­dis­kussion "Unsere Meere – un­sere Zu­kunft" machte Prof. Peter M. Herzig, Direk­tor des GEOMAR Helm­holtz-Zen­trums für Ozean­for­schung in Kiel, auf die be­sorg­nis­er­re­gende Situa­tion der Welt­meere auf­merk­sam. Laut World Ocean Review wird vor allem die zu­neh­men­de Über­fi­schung der Meere dra­ma­tische Kon­sequen­zen nach sich ziehen. Um die Ozeane nach­hal­tig zu schützen, schlagen 40 Wissen­schaft­ler in dem Bericht vor, dass Wissen­schaft­ler und Öko­no­men enger zu­sam­men­arbei­ten.

Wie die wirt­schaft­li­chen und die In­te­ressen der Na­tur­schützer in Ein­klang ge­bracht werden müssen, erlebt der­zeit ganz praktisch die für die Fischerei zu­ständige Staats­sekre­tärin aus dem Land­wirt­schafts- und Um­welt­ministe­rium in Schles­wig-Holstein, Dr. Silke Schneider. Sie berichtete über ihre Schlich­tungs­ver­suche zwischen Muschel­züch­tern und Natur­schüt­zern im Watten­meer.

Wie auch die Ree­dereien und Häfen zu­nehmend Um­welt­schutz und Nach­hal­tig­keit in den Blick neh­men müssen, führte der Geschäfts­führer der Lübecker Hafen­gesell­schaft, Prof. Sebastian Jürgens, aus. Schließlich würden 90 Prozent des welt­weiten Waren­ver­kehrs auf dem See­weg ab­ge­wickelt.

An­schau­liche Ein­drücke von seinen zahl­reichen Fahr­ten über die Welt­meere ver­mittelte der Komman­dant des Segel­schul­schiffes Gorch Fock, Fregatten­kapitän Nils Brandt. Er plädierte in allen Fragen des Meeres­schutzes für einen ganz­heit­lichen Ansatz. Meeres- und Um­welt­schutz haben bei der Aus­bil­dung seiner Rekru­tinnen und Rekru­ten einen ganz beson­deren Stellen­wert.

Minister Müller: "Die Zu­kunfts­charta-Tour durch Deutsch­land hat gezeigt: das In­teresse der Bürge­rinnen und Bür­ger an der Lösung un­serer globalen He­raus­for­de­run­gen ist beein­druckend. Die vielen An­regun­gen aus den Dis­kussionen sind für uns An­sporn und Ver­pflich­tung für die Zukunfts­charta, die wir der Kanz­lerin am 24. Novem­ber in Berlin über­geben werden."

Im kom­menden Jahr laufen die Millen­niums­ziele der Verein­ten Natio­nen aus. Deshalb arbeitet die Welt­gemein­schaft der­zeit an neuen Ent­wicklungs­zielen. Wie diese ganz konkret aus­sehen könnten, wird seit April auf Initia­tive von Bun­des­mi­nis­ter Müller bundes­weit in Fach­foren und Dis­kussionen erar­beitet, zu der auch die Minister­tour entlang des 11. Längen­grads einen wichtigen Beitrag ge­leistet hat. Die Reise ent­lang dieses Meri­dians macht deutlich: Ob wir an der Zug­spitze, im Harz, an der Ost­see oder in Kamerun am 11. Längen­grad leben: wir sind immer mehr von­einan­der ab­hängig und können die globalen He­raus­for­de­run­gen von Klima- über Meeres­schutz bis hin zur Welt­ernäh­rung nur gemein­sam lösen.

Die Zu­kunfts­charta-Tour war am Sonntag in der Klima­forschungs­station Schnee­ferner­haus auf der Zug­spitze mit einer Veran­staltung zum Thema "Klima­wandel" ge­startet. Am Montag ging es im Staat­lichen Textil- und Industrie­museum Augs­burg um soziale Standards in der Textil- und Be­kleidungs­industrie welt­weit. Am Mittwoch disku­tierte Minister Müller am Julius Kühn-Insti­tut in Quedlin­burg mit Ex­perten und Gästen die Frage: EINEWELT ohne Hunger – wie schaffen wir das? Im kom­menden Jahr soll die Tour entlang des 11. Längen­grades in Afrika fort­gesetzt werden.

Noch bis 9. Sep­tember können Vor­schläge zur Zu­kunfts­charta auch online einge­bracht werden unter: www.zukunftscharta.de

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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