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EINEWELT – ​unsere Ver­antwortung

"Mit fair geht mehr!" Zu­kunfts­charta-Tour ent­lang des 11. Län­gen­grades macht Sta­tion in Textil- und We­ber-Stadt Augsburg


Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (2. von rechts) mit dem Landsberger Bügelgerätehersteller Günter Veit (links) und den Augsburger Textilunternehmern Christian Dierig (rechts) und Sina Trinkwalder.

26.08.2014 |

Berlin/Augsburg – Zwischen Web­stühlen und Textil­maschinen aus ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten sahen gestern Abend rund 150 Gäste im Staat­lichen Textil- und In­dustrie­mu­seum (TIM) der Rea­lität der Be­klei­dungs- und Textil­indus­trie des 21. Jahr­hun­derts in die Augen.

Wie schaffen wir es, dass Ka­tas­trophen mit über 1.000 Toten wie vor über einem Jahr beim Ein­sturz der Textil­fabrik Rana Plaza in Bangla­desch nicht ohne ein Um­denken und Um­steuern bleiben? Warum nehmen wir es hin, dass unsere Klei­dung in anderen Ländern unter sklaven­ähn­lichen Um­ständen produ­ziert wird? Wie können sich Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher besser infor­mieren? Darüber dis­ku­tier­ten Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller, die Augs­burger Textil­unter­nehmer Sina Trinkwalder und Christian Dierig sowie der Lands­berger Bügel­maschinen­her­steller Günter Veit zu­sam­men mit Les­erin­nen und Lesern der Augs­burger All­gemeinen.

Unter der Mode­ration von Stefan Stahl, Leiter der Wirt­schafts­redak­tion der Augs­burger All­ge­meinen, ging es um die ge­samte Themen­palette: Vom Preis­kampf in der Textil- und Be­kleidungs­indus­trie, über die Frage, ob die deut­schen Ver­brau­cherin­nen und Ver­brau­cher Arbeits­bedin­gun­gen von Baum­woll­pflückern und Nähe­rin­nen in Afrika und Asien über­haupt beein­flussen können bis hin zum Run­den Tisch Textil, den Mi­nister Müller Ende April ins Leben ge­rufen hat.

Nach einhelliger Mei­nung der Experten auf dem Po­dium und den Gästen im Pub­likum ist es nicht leicht, von Deutsch­land aus für bessere Arbeits­bedin­gun­gen in den Be­kleidungs­fabriken in den Ent­wick­lungs­ländern zu sorgen. Minister Müller bekam den­noch viel Un­ter­stüt­zung für sein Vor­haben, gemein­sam mit der Wirt­schaft, mit Ver­bänden und der Zivil­ge­sell­schaft ein Textilbündnis mit diesem Ziel ins Leben zu rufen.

Mit dem neuen Jahr werden Ver­brau­cherin­nen und Ver­braucher in einem ersten Schritt auf einem Internet­portal mehr Infor­ma­tionen über die ver­schie­denen Textil­siegel erhalten, was mehr Trans­pa­renz beim Kauf von Texti­lien schaffen soll.

Minister Müller sam­melte die zahl­reichen Vor­schläge, die auch in den Text der Zukunfts­charta ein­fließen werden. Damit ist die Arbeit an Vor­schlägen für neue Ent­wicklungs­ziele ab 2015 wieder ein Stück voran­ge­kom­men. Am Vor­tag hatte der Minister die Zukunfts­charta-Tour auf der Zug­spitze mit einer Bürger­dis­kussion über den glo­balen Klima­wandel er­öffnet.

Weitere Ziele der Tour sind am heutigen Dienstag das Bundes­institut für Saat­gut­forschung in Qued­lin­burg, wo es um die Frage geht: EINEWELT ohne Hunger – wie schaffen wir das? Im Hafen von Trave­münde auf der Vier­mastbark Passat steht morgen der Zustand der Welt­meere im Fokus.

Alle Orte liegen auf oder am 11. Längen­grad, der Deutsch­land von Nord nach Süd durch­zieht. Im kom­menden Jahr will Minister Müller die Gesprächs­reihe in Afrika ent­lang des 11. Meri­dians fort­setzen. Die Dis­kussio­nen zu den verschie­denen Arbeits­feldern des Ent­wicklungs­ministe­riums sollen an­schaulich zum Ausdruck bringen: Egal ob wir in Deutsch­land oder auf einem an­deren Konti­nent auf einem gemein­samen Längen- oder Breiten­grad leben: Wir können die globalen He­raus­for­de­run­gen nur gemein­sam oder gar nicht lösen – genau deshalb trägt die Zu­kunfts­charta auch die Überschrift "EINEWELT – un­sere Verantwortung".

Detaillierte Informationen über die weiteren Veranstaltungen der Zukunftscharta-Tour finden Sie hier.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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