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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel trifft den marokkanischen Außen- und Kooperationsminister Taieb Fassi-Fihri in Rabat. Urheberrecht: Photothek.net

01.11.2011
Bundesminister Dirk Niebel beendet Marokko-Reise

Bundesent­wick­lungs­minister Dirk Nie­bel be­endet am heu­tigen Diens­tag seine zwei­tägige Marokko-Reise. Bei seinem Be­such machte Nie­bel deut­lich, dass Deutsch­land den ein­ge­schlagenen Reform­kurs in dem nord­afri­ka­nischen Land unter­stützt. Zu­gleich er­mutigte Nie­bel Re­gie­rung, Par­la­ment und Oppo­si­tion, weitere poli­tische und wirt­schaft­liche Reform­schritte ein­zu­leiten. Ein wich­tiges Thema bei den poli­tischen Gesprächen des Minis­ters war die weitere poli­tische Ent­wick­lung Marokkos über die vor­ge­zogenen Par­la­ments­wahlen am 25. November 2011 hin­aus. König Moham­med VI. hatte mit Be­ginn des "arabischen Früh­lings" eine Ver­fassungs­reform ein­ge­leitet, die Regie­rung, Par­la­ment und Justiz und der Zivil­gesell­schaft mehr Rechte ein­räumen soll und bei einem Referen­dum am 1. Juli 2011 in der Be­völ­ke­rung auf breite Zu­stim­mung stieß.

"Ich freue mich, dass König Moham­med VI. mehr Demo­kra­tie wagen will. Damit kann in Marokko auf fried­lichem Weg ge­lin­gen, was in Tune­sien und Ägypten erst durch den Sturz der Macht­haber mög­lich ge­wor­den ist. Wir schätzen Marokko als reform­orien­tierten und zu­gleich ver­läss­lichen und sta­bilen Partner. Jetzt kommt es darauf an, die im Ver­fassungs­referen­dum be­schlos­senen Re­formen auch tat­säch­lich mit Leben zu er­fül­len. Gute Re­gie­rungs­führung und Kor­rup­tions­be­kämpfung sind dabei von be­son­derer Be­deu­tung. Die Par­la­ments­wahlen am 25. Novem­ber sollten der Auf­takt sein für einen trans­parenten demo­kra­tischen Pro­zess über den Wahl­tag hinaus", erklärte der Minister vor der Rück­reise in Tanger.

Ein weiteres wichtiges Thema der Reise des Bundes­ent­wick­lungs­ministers war die Zukunft des marok­kanischen Ener­gie­sek­tors. Marokko ver­fügt geo­gra­fisch über die welt­weit besten Stand­orte zur Ge­win­nung von Ener­gie aus Wind und Sonne. Die Re­gie­rung hat ehr­gei­zige Pläne für die Nut­zung dieser un­be­grenzt vor­han­denen Ener­gie­quellen. Dem­nach könnte Marokko, das bis­lang fast voll­stän­dig auf Im­porte von Energie­trägern wie Erd­öl, Kohle und Gas ab­hän­gig ist, lang­fristig den wach­senden Ener­gie­bedarf selbst decken.

Die Nutzung rege­ne­ra­tiver Ener­gie­res­sourcen sowie die Ver­bes­serung der Ener­gie­effi­zienz ge­hören zu den Schwer­punkten der deutsch-marok­kanischen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit. Das BMZ hat bereits den Bau des ersten Wind­parks Marok­kos in Tanger unter­stützt, der im Jahr 2000 in Be­trieb ge­nom­men wurde. In­zwischen för­dert die Bun­des­republik auch den neuen Wind­park Tanger II. Beim Besuch dieses Pro­jekts erklärte der Minister, dass Deutsch­land auch in Zukunft dazu bei­tragen möchte, erneuer­bare Ener­gien in Marokko aus­zu­bauen und die Ener­gie­effi­zienz zu ver­bes­sern. Im Rahmen der Initia­tive Klima- und Umwelt­schutz (IKLU) kün­digte Nie­bel eine weitere Zu­sage über 80 Mil­lionen Euro an, die vor allem zur För­derung von Solar­energie ein­ge­setzt wer­den sollen. Der­zeit plant die marok­kanische Re­gie­rung den Bau eines Solar­kraft­werks in Ouarza­zate, das Deutsch­land wegen seiner rich­tungs­wei­senden Parabol­rinnen-Technik fördert.

In der Hauptstadt Rabat stand neben den poli­tischen Ge­sprächen mit Ver­tre­tern von Re­gie­rung, Par­la­ment und Oppo­si­tion ein Besuch in der staat­lichen Hoch­schule für Jour­na­listen­aus­bildung auf dem Pro­gramm. "Eine offene Medien­bericht­er­stattung ist ein Wesens­merk­mal von Demo­kra­tie. Gute hand­werk­liche Fähig­keiten sind für Jour­na­listen wesent­lich, damit die rich­tige Bot­schaft auch gut an­kommt. Hier­bei kön­nen er­fah­rene Partner aus Deutsch­land wert­volle An­re­gungen geben", erklärte Niebel.

Der Bundesentwick­lungs­minister infor­mierte sich auf seiner Reise auch über die Arbeit der deutschen poli­tischen Stif­tungen in Marokko. "Die Stif­tungen leisten einen wich­tigen Bei­trag zum Dialog über gute Regie­rungs­füh­rung und poli­tische und wirt­schaft­liche Reformen. Sie sind wich­tige Partner des BMZ bei der För­de­rung der Demo­kra­tie in Marokko", betonte er.

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