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Frauen verkaufen auf einem Markt in Addis Abeba Gemüse. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRIN

30.06.2011
Dirk Niebel gibt neuen Bildungs­schwer­punkt in Ent­wicklungs­zu­sammen­arbeit mit Äthiopien be­kannt – Re­gierungs­ver­hand­lungen ab­geschlossen

Bei den deutsch-äthiopischen Re­gierungs­ver­hand­lungen, die vom 28. bis 30. Juni 2011 in Bonn statt­fanden, haben Deutschland und Äthiopien für die weitere Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit eine neue Schwer­punkt­setzung auf den Bereich Bildung ver­einbart. Für diesen neu vereinbarten Schwerpunkt stehen in den nächsten drei Jahren 38 Millionen Euro zur Verfügung. Bildung wird damit der größte Bereich der deutsch-äthiopischen Zu­sammen­arbeit. Durch die Unterstützung der äthiopischen Hochschul- und Berufsbildungsreformen wird jungen Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt eröffnet und Be­schäfti­gung gefördert.

Neben Bildung wird sich die Zusammenarbeit weiter auch auf die Ernährungssicherung und Wirt­schafts­entwicklung konzentrieren. Im Gespräch mit dem äthiopischen Finanzminister Sufian Ahmed mahnte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel für die Fort­führung der Zu­sammen­arbeit im Bereich Wirt­schafts­ent­wicklung eine Verbesserung der Rahmen­be­ding­ungen für die Privat­wirt­schaft in Äthiopien an – nur durch die Entfaltung des Potenzials der Privat­wirtschaft werde es möglich sein, die bisherigen, durchaus beachtlichen Erfolge Äthiopiens bei der Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele auf einer tragfähigen Grundlage auszubauen.

Insgesamt wurden 102 Millionen Euro für die Zu­sammen­arbeit in den kommenden 3 Jahren bereitgestellt, wovon allerdings 14 Millionen Euro zur Förderung der Privat­wirtschaft erst bei positivem Ergebnis einer für Jahresende vorgesehenen Über­prüfung von Fortschritten der Rahmen­bedingungen für den Privat­sektor zugesagt werden sollen.

Niebel forderte im Gespräch mit Ahmed Transparenz von der äthiopischen Regierung bei ausländischen Landinvestitionen. Er sagte: "Investitionen in Grund und Boden sind wichtig für die Entwicklung eines Landes. Es muss aber sichergestellt werden, dass die lokale Bevölkerung von Investitionen in Land profitiert. Lokale Ernährungssicherheit muss Vorrang vor jeder anderen Verwendung haben." Der Minister betonte, dass die Beachtung und Wahrung der Menschenrechte oberstes Prinzip für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sei – hierzu gehöre auch der notwendige Freiraum für die Zivilgesellschaft.

Über 7 Millionen Menschen sind in Äthiopien ständig auf Nahrungs­mittelhilfe angewiesen. Zusätzlich kommt es immer wieder zu Dürren. Deutschland unterstützt die äthiopische Regierung bei der Beseitigung der Ursachen von Er­nährungs­un­sicher­heit durch den weiteren Schwer­punkt Nach­haltige Land­be­wirt­schaf­tung. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit fördert sowohl die Wiederherstellung der von Erosion und anderen Einflüssen beschädigten Flächen als auch ihre landwirtschaftliche Nutzung und ökonomische Entwicklung und leistet damit Hilfe zur Selbsthilfe. Bäuerinnen und Bauern werden in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt nachhaltig aus landwirtschaftlicher Produktion zu bestreiten.

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