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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. Urheberrecht: Photothek.net

19.06.2011
Dirk Niebel zu Besuch in Afghanistan eingetroffen

Der Bundesminister für wirtschaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wicklung, Dirk Niebel, ist heute zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Er befindet sich gemeinsam mit EU-Ent­wicklungs­kommissar Andris Piebalgs auf einer Südasien­reise, die ihn – nach den Besuchen in Pakistan und Afghanistan – auch weiter nach Bangladesch führen wird. In Pakistan und Afghanistan begleitet auch UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen die Delegation.

Beim Eintreffen in Kabul sagte Dirk Niebel: "Der gemeinsame Besuch von Kommissar Piebalgs und mir unterstreicht die enge Abstimmung innerhalb der Europäischen Union zu ihrem Engagement in Afghanistan. Nur wenn sich die internationale Gemeinschaft gut koordiniert und mit einer Stimme spricht, können wir effektive Hilfe leisten und wirkungsvolle Reform­anreize setzen." Deutschland ist mit der Verdoppelung seiner zivilen Hilfe auf bis zu 430 Millionen Euro pro Jahr 2010 bis 2013 größter europäischer Geber in Afghanistan.

Dirk Niebel und Andris Piebalgs werden im Laufe des Tages mit Staats­präsident Hamid Karzai zusammen­treffen. Zuvor werden sie sich mit Vertretern der afgha­nischen Zivil­gesell­schaft unter anderem zu der Frage austauschen, wie die bisherigen Fort­schritte bei gesell­schaftlicher Liberalisierung und Menschen­rechten bewahrt und verstetigt werden können.

Für den Nachmittag ist ein Gespräch mit dem afghanischen Finanz­minister Dr. Omar Zakhilwal geplant. Dirk Niebel hatte die jährliche Zusage an Afghanistan 2011 erstmals in zwei Tranchen aufgeteilt, um wirksame Anreize zur Umsetzung des af­ghani­schen Reform­programms zu setzen. Bei dem Gespräch wird es unter anderem darum gehen, welche Voraus­setzungen erfüllt sein müssen, damit das Bundes­entwicklungs­ministerium die bislang zurück­gehaltene zweite Tranche in Höhe von 110 Millionen Euro freigeben kann.

Dirk Niebel und Andris Piebalgs werden während ihrer Reise auch Vorhaben der deutschen und europäischen Entwicklungspolitik besuchen. "Wir haben durch unsere Entwicklungs­offensive erhebliche Erfolge erzielt", sagte Dirk Niebel. "So wurden allein seit 2009 mehr als 30.000 Personen in verschiedenen wirtschaft­lichen Tätigkeiten fortgebildet, um ihnen bessere Einkommens­möglich­keiten zu schaffen. Rund 43.000 Personen haben von Mikrokrediten, die mit Unterstützung der deutsch-afgha­ni­schen Entwicklungs­zusammen­arbeit vergeben wurden, profitiert, davon über 6.400 Frauen. Von neu gebauten oder instand­gesetzten Bewässerungs­kanälen profitierten über 26.000 Haushalte. Über 100.000 Haus­halte in den Provinzen bekamen einen ver­besser­ten Trink­wasser­zugang. Über 28.000 Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und weiterführenden Schulen sowie über 250 Lehrerinnen und Lehrer an Berufs­schulen wurden fortgebildet."

Die Bundesregierung hatte 2010 bekanntgegeben, dass sie ihre zivile Unterstützung für Afghanistan auf jährlich bis zu 430 Millionen Euro erhöht. Davon stammen bis zu 250 Millionen Euro aus dem Haushalt des BMZ. Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Wirtschafts­förderung, Infrastruktur, Bildung, ländliche Entwicklung sowie auf Programme zur Stärkung rechts­staatlicher Strukturen, transpa­renten Verwaltungs­handelns und zum Schutz der Frauenrechte. Gleichzeitig sind die Unter­stützungs­leistungen an deutliche Fortschritte der afghanischen Regierung in der Umsetzung ihres Reform­programms gebunden.

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