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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. Urheberrecht: Anika Gensicke

13.08.2011
Dirk Niebel in Kenia

Der Bun­des­minister für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung, Dirk Nie­bel, ist heute nach Kenia auf­ge­brochen, um sich selbst ein Bild von der Lage am Horn von Afrika zu machen. Er wird dabei von der Prä­si­den­tin der Welt­hun­ger­hilfe, Bärbel Dieck­mann, begleitet.

Dirk Niebel: "In Äthiopien, Kenia und Somalia sind 12 Millionen Menschen vom Hunger­tod bedroht. Ins­be­son­dere die Situa­tion in Somalia ist ver­heerend, aber auch die Nach­bar­länder – selbst von der Dürre be­troffen – sind mit dem Flücht­lings­strom aus dem seit 20 Jahren vom Bür­ger­krieg ge­beu­telten Soma­lia kon­fron­tiert. Deutsch­land hat schnell und un­mit­tel­bar auf die ärgste Not rea­giert. Die Bun­des­re­gie­rung hat mehr als 30 Mil­lionen Euro be­reit­ge­stellt, hin­zu kommt noch unser An­teil von 32 Mil­lionen Euro an der EU-Unter­stützung für die Region sowie rund 35 Mil­lionen US-Dollar für unseren An­teil an der Weltbank-Hilfe."

Dirk Niebel wird auf seiner Reise auch das Flücht­lings­lager Dadaab besuchen, in dem der­zeit über 400.000 Flücht­linge, ins­be­son­dere aus Soma­lia, ums Über­leben kämpfen. Dirk Niebel: "Die Situa­tion ist drama­tisch. Täg­lich treffen er­schöpfte und man­gel­er­nährte Men­schen ein, die ver­sorgt werden müssen. Die Flücht­lings­lager sind über­füllt. Ich appelliere an die kenia­nische Regierung, ihren An­kün­di­gungen Taten fol­gen zu lassen und das Lager zu er­wei­tern. Vor allem aber muss ein Zu­gang zu den hun­gernden Menschen in Soma­lia geschaffen werden."

Der Minister warnte jedoch zugleich davor, in der Erweiterung des Lagers die Lösung für die schwierige Situa­tion zu sehen. "Die Probleme liegen viel tiefer, hier wollen wir weiter­kommen", sagte er vor seinem Ab­flug. Dirk Niebel wird dazu in Kenia unter anderem mit Premie­rminister Raila Odinga zu­sam­men­treffen und neben der kurz­fristigen Unter­stützung vor allem auch den mittel- und lang­fristigen Hand­lungs­bedarf thematisieren.

Dirk Niebel: "In der Hungersnot ist schnelle Hilfe gefragt. Jetzt geht es nicht um Poli­tik, sondern um die Ret­tung von Men­schen­leben. Aber wir wol­len auch zu den An­stren­gungen der Re­gie­rungen in der Region bei­tragen, auf die immer wie­der­keh­renden Dür­ren bes­ser vor­be­rei­tet zu sein." In Kenia und Äthiopien ist länd­liche Ent­wick­lung Schwer­punkt der Zu­sam­men­arbeit, ein Politik­feld, das unter den Vor­gän­ger­re­gie­rungen stark ver­nach­lässigt wurde. Seit 2009 wurden für beide Länder 61 Mil­lionen Euro für nach­hal­tige Land­wirt­schaft und Er­näh­rungs­sicherung bereitgestellt.

Gemeinsam mit der Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, überzeugt sich Dirk Niebel von der Wirksamkeit der aus BMZ-Mitteln geförderten Welthungerhilfe-Projekte in der Dürreregion Kenias.

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