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15.09.2010
Zukunft sichern – Vielfalt erhalten: Biologische Vielfalt als Grundlage für Entwicklung
Konferenz am 15. September im Umspannwerk Kreuzberg, Berlin
2010 ist das Internationale Jahr der Biodiversität. Am 15. September 2010 veranstalten Regierung und Zivilgesellschaft gemeinsam die Konferenz "Zukunft sichern – Vielfalt erhalten: Biologische Vielfalt als Grundlage für Entwicklung" im Umspannwerk Kreuzberg. Der rapide Verlust an biologischer Vielfalt hat dramatische Folgen für den Menschen und seine Umwelt und für eine nachhaltige Entwicklung: Wer biologische Vielfalt vernichtet, gefährdet sowohl die Lebensgrundlagen unzähliger Menschen in den Entwicklungsländern als auch die wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungschancen der gesamten Weltgemeinschaft.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Forum Umwelt und Entwicklung, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, setzen mit dieser gemeinsamen Veranstaltung ein Zeichen, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt unseres Planeten sofortiges Handeln erfordert. Sie kooperieren dabei mit dem Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz (BMU), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Business-and-Biodiversity-Initiative "Biodiversity in Good Company".
Zu den Podiumsgästen der Konferenz zählen neben Vertreter/innen aus den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auch Persönlichkeiten wie Matthis Wackernagel, der Erfinder des "ökologischen Fußabdruckes" vom Global Footprint Network, und Jeffrey A. McNeely von der internationalen Naturschutzunion (International Union for Conservation of Nature), die jedes Jahr die "Rote Liste" der bedrohten Tierarten herausgibt. Durch die Veranstaltung führt ZDF-Moderatorin Karen Webb.
Das Künstlerduo David Reuter und Sabine Beyerle hat einen kreativen Weg gefunden, um biologische Vielfalt auch durch eindrucksvolle Bilder zu vermitteln: Am Veranstaltungsort im Umspannwerk Kreuzberg gestalten sie eine Kunstaktion mit eigens dafür gezogenen Wild- und Nutzpflanzen. Diese veranschaulichen die Reichhaltigkeit der Natur und ihre Bedeutung für den Menschen. Zum Abschluss der Konferenz werden sie mit 100 Einkaufswagen in den Prinzessinnengarten gebracht, ein Gemeinschaftsgarten-Projekt am Moritzplatz. Dort kommen sie der lokalen Bevölkerung zugute. Präsentiert wird die Kunstaktion durch den Schauspieler Horst Janson und den Berliner Zwei-Sterne-Koch Christian Lohse.
"Ich freue mich sehr, dass wir eine breite Allianz an Unterstützung aus Zivilgesellschaft, Politik und Kultur schmieden konnten", erklärt Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz, der für das Ministerium an der Konferenz teilnimmt. "Das ist die beste Voraussetzung, um die gesamte Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Denn ‘Zukunft sichern – Vielfalt erhalten’ ist nicht nur der Name dieser Konferenz, sondern auch eine konkrete Aufforderung. Wir brauchen das Engagement jedes Einzelnen, um die Notwendigkeit zum Erhalt biologischer Vielfalt ins Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rücken und um unser tagtägliches Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit zu beeinflussen."
Schwerpunktthemen: Ökonomie, Verteilungsgerechtigkeit, Klimaschutz
Anhand von praktischen Erfahrungen und Projektbeispielen diskutieren Betroffene und Experten in drei Themenlounges Lösungsansätze und Handlungsoptionen für den Erhalt biologischer Vielfalt für nachhaltige Entwicklung. Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Fragen: Welchen Wert hat biologische Vielfalt für die menschliche Entwicklung und als Wirtschaftsfaktor? Wie können natürliche Ressourcen nachhaltig genutzt und die daraus entstehenden Vorteile gerecht verteilt werden? Welche Rolle spielt der Erhalt der Wälder für biologische Vielfalt und das Klima?
"Gerade den Aspekt des Waldschutzes möchte ich am heutigen Internationalen Tag der Tropenwälder betonen," so Staatssekretär Beerfeltz. "Wälder beherbergen 75 Prozent der biologischen Vielfalt der Erdoberfläche und bilden die Lebensgrundlage von mehr als 1,6 Milliarden Menschen weltweit. Der Schutz der Wälder ist in mehrfacher Hinsicht von globaler Bedeutung: Beim Erhalt der biologischen Vielfalt, beim Klimaschutz und beim Kampf gegen die Armut."
Um dieser globalen Bedeutung Rechnung zu tragen, wird das Jahr 2011 von den Vereinten Nationen zum Jahr der Wälder ausgerufen. Deutschland engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit für den Erhalt der Wälder und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Bewahrung intakter Ökosysteme für die menschliche Entwicklung. Zur Unterstützung zusätzlicher wichtiger Projekte und Programme für den Erhalt der Schatzkammer Natur sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2008 zu, dass Deutschland ab 2013 dauerhaft eine halbe Milliarde Euro jährlich für den Schutz von Wäldern und weiterer Ökosystemen bereitstellen wird.







