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Hans-Jürgen Beerfeltz

20.10.2010
Umfrage: Was halten die Deutschen vom An­satz der ver­netz­ten Sicher­heit und einer stär­keren Betei­li­gung deutscher Firmen an Entwicklungsprojekten?

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die Deutschen stehen in aktuellen Fragen der Entwick­lungs­politik mehrheitlich hinter dem Ansatz des Bundes­entwicklungs­ministeriums. In der Diskussion um den von der Bundes­regierung vertretenen Ansatz der vernetzten Sicher­heit in Afghanistan sprechen sich der Umfrage zufolge 81 Prozent der Deutschen für eine Abstimmung zwischen Hilfs­organisationen und der Bundeswehr bei der Entwicklungsarbeit aus.

Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sagte zum Ergebnis der dimap-Studie: "Lediglich 14 Prozent der Befragten lehnen eine Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Partnern in Ländern wie etwa Afghanistan ab. Dieses Votum zeigt deutlich, dass die in jüngster Zeit insbesondere von NGOs vorgebrachte Kritik am vernetzten Ansatz der Bundesregierung im weit überwiegenden Teil der Bevölkerung keinen Rückhalt findet. Besonders stark fällt die Zustimmung in der jungen Altersgruppe der 18- bis 29-Jähringen aus: Hier stimmen 88 Prozent dem Ansatz der Bundesregierung zu, wonach sich zivile und militärische Partner miteinander abstimmen sollten, nur 9 Prozent sprechen sich dagegen aus."

72 Prozent der Deutschen befürworten der Umfrage zufolge eine stärkere Beteiligung deutscher Firmen an der Umsetzung von Entwicklungsprojekten. Lediglich 23 Prozent der Befragten äußerten sich skeptisch gegenüber einer stärkeren wirtschaftlichen Orientierung der deutschen Entwicklungspolitik.

Hans-Jürgen Beerfeltz betonte: "Dieses Ergebnis zeigt klar, dass die Bevölkerung zu einem Großteil hinter dem Konzept des Bundes­ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung steht, deutsche Unternehmen stärker in die Entwicklungsarbeit einzubinden, damit so ein Teil der jährlich sechs Milliarden Euro an Entwicklungshilfe nach Deutschland zurückfließen kann. Die Ent­wick­lungs­politik der Bundesrepublik Deutschland ist werte­orientiert und interessengeleitet. Es ist aus unserer Sicht legitim und auch begrüßens­wert, wenn die deutsche Wirtschaft an der Entwicklungs­zusammen­arbeit mit unseren Partnerländern partizipiert. Schließlich haben wir auch ein Interesse daran, unsere Partnerländer darin zu unterstützen, sich so weit zu entwickeln, dass sie keine Hilfe mehr benötigen und zum Wirtschaftspartner auf Augenhöhe werden."

Die von Entwicklungsminister Dirk Niebel geplante Verschmelzung der für die technische Entwicklungszusammenarbeit tätigen Institutionen zu dann nunmehr einer einzigen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wird von mehr als der Hälfte der Deutschen befürwortet. Insgesamt 54 Prozent der Befragten sprechen sich demnach für die geplante Strukturreform aus, im Zuge derer die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Deutscher Entwicklungsdienst (DED) und Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt) fusioniert werden. 22 Prozent der Deutschen lehnen die geplante Fusion ab, während eine in etwa ebenso große Zahl der Befragten (23 Prozent) keine Antwort geben konnte.

Beerfeltz dazu: "Mehr als die Hälfte der Deutschen unterstützt uns in unserem Vorhaben, Doppelstrukturen abzubauen und damit Effizienz und Wirksamkeit der von Deutschland bereitgestellten Mittel in der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen."

Das Institut dimap hat für die repräsentative Erhebung im September 1.000 Erwachsene in Deutschland befragt.

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