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25.05.2010
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: Wiederaufbau gelingt nur mit starker Zivilgesellschaft
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel besuchte vom 22. bis 25. Mai 2010 Haiti und die Dominikanische Republik, um einen persönlichen Eindruck vom Umsetzungsstand der deutschen und internationalen Hilfe zu gewinnen.
Dabei übermittelte er der haitianischen Regierung das tiefe Mitgefühl und die große Anteilnahme der Bundesregierung und der deutschen Bevölkerung angesichts der unvorstellbaren Zerstörung und des unfassbaren Leids.
Bundesentwicklungsminister Niebel: "Angesichts der beginnenden Regen- und der bevorstehenden Hurrikan-Zeit ist jetzt die schnelle Umsetzung der internationalen Hilfszusagen vordringlich. Es ist wichtig, dass die Internationale Interimkommission zum Wiederaufbau Haitis (IRHC) unter der Leitung der haitianischen Regierung rasch die Koordinierung der internationalen Aufbauhilfe beginnt. Effizienz, Transparenz und Rechnungslegung der Mittelverwendung sind dabei von entscheidender Bedeutung. Ich bin davon überzeugt, dass der Neuaufbau Haitis nur durch politische Teilhabe einer starken Zivilgesellschaft und nur aus der Mitte der Gesellschaft heraus gelingen wird."
Nach dem verheerenden Erdbeben vom 12.1.2010 auf Haiti hatte die internationale Gebergemeinschaft am 31. März 2010 in New York ein außerordentliches Hilfspaket von 9,8 Milliarden US-Dollar geschnürt. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel übergab in der zu achtzig Prozent zerstörten Gemeinde Leogane die ersten der 1.300 mit deutschen Mitteln finanzierten Einfachhäuser, die als Notunterkünfte für rund 7.000 Menschen dienen werden.
Er besuchte auch Hilfsprojekte deutscher zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Organisationen (Kindernothilfe, DRK, Caritas, SOS-Kinderdorf) und sagte dabei dem SOS-Kinderdorf 1,3 Millionen Euro für die Erweiterung einer Schule sowie einer Krankenstation zu.
In der benachbarten Dominikanischen Republik würdigte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel die über 25jährige erfolgreiche Zusammenarbeit und dankte zugleich den Behörden für ihre schnelle und unbürokratische Unterstützung, die die deutsche Nothilfe für Haiti erhalten hat. "Ohne diese Unterstützung wäre die deutsche Hilfe für die Erdbebenopfer nicht so rasch und effizient zu leisten gewesen", so Niebel.
In den ersten Wochen war die deutsche Hilfe weitgehend über die Dominikanische Republik bereitgestellt worden, die zudem auf der Wiederaufbaukonferenz vom März 2010 in New York eigene 50 Millionen US-Dollar Hilfe bereitgestellt hatte.
Bundesminister Niebel kündigte zudem an, die im beiderseitigen Interesse liegende Zusammenarbeit im Klima - und Umweltschutz fortzusetzen und erörterte mit seinen Gesprächspartnern auch Möglichkeiten weiterer Kooperationsvorhaben, um so gemeinsam den Wiederaufbau Haitis zu unterstützen. Zuvor hatte Niebel in der dominikanisch-haitianischen Grenzregion ein laufendes Kooperationsvorhaben zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Wassereinzugsgebieten besucht. Die Erfahrungen aus diesem kommunalen Umweltschutzvorhaben in der Dominikanischen Republik sollen auf haitianische Grenzgemeinden übertragen werden.
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