Hauptinhalt
Meldungen
14.05.2010
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Gudrun Kopp, besucht den 2. Ökumenischen Kirchentag in München
Gudrun Kopp besuchte gestern den zweiten Ökumenischen Kirchentag, der vom 12. bis 16.05.2010 in München stattfindet. Sie nahm an zwei Podien zu zentralen entwicklungspolitischen Themen teil.
Auf einem Podium zur Fragestellung "Kirche hat AIDS – verdrängen – verschweigen – vergessen?" mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen und anderen Akteuren der HIV-Bekämpfung hob Gudrun Kopp hervor, dass Politik, Gesellschaft und Kirchen gemeinsam an einem Strang ziehen müssten, um AIDS wirksam zu bekämpfen.
Sie betonte: "Schweigen ist tödlich. Effektive HIV-Prävention benötigt einen offenen und vorurteilslosen Dialog über die Prävention der Übertragung des Virus. Ich begrüße, dass sich immer mehr kirchliche Akteure für eine umfassende Präventionskonzeption entscheiden. Aufklärung und Information, zum Beispiel über die Nutzung von Kondomen, müssen deutlich verstärkt werden, um Leben zu retten!"
Die Bundesregierung schätze die sehr engagierte Arbeit der Kirchen und kirchlichen Organisationen, insbesondere in der Pflege und Unterstützung von Menschen, die mit HIV leben. Aber auch die strukturellen Ursachen für Infektionen wie Geschlechterungleichheit, traditionelle Praktiken sowie die Gefahr von Stigmatisierung und Ausgrenzung müssten verstärkt bekämpft werden.
Sie unterstrich: "Ganz entscheidend ist, dass Frauen das Recht der sexuellen Selbstbestimmung ausüben können. Hierzu gehört, dass sie über hinreichende Informationen verfügen, um eigenständig Familienplanung durchzuführen, das heißt über die Anzahl der Kinder und den Abstand zwischen den Geburten selbst entscheiden können."
Ferner nahm Gudrun Kopp an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wirtschaft braucht Ordnung – Menschenrechte, Wettbewerb und Rechtsstaat in Entwicklungsländern als Herausforderungen für Unternehmen, Kirche und Politik" mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teil. In der Diskussion machte Frau Kopp deutlich, dass Regeln für die Wirtschaft vonnöten seien. Wirtschaft und Staatlichkeit seien nicht als gegensätzliche Modelle zu verstehen. Im Gegenteil: Allianzen seien zum Vorteil aller Seiten einzugehen.
Gudrun Kopp betonte: "Mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wir laden deutsche Unternehmen ein, in unseren Partnerländern zum Aufbau eines unternehmerischen Mittelstandes beizutragen, nicht zuletzt durch duale Ausbildungsangebote."
Kopp unterstrich ferner: "Die Bundesregierung unterstützt sozial verantwortliches Unternehmertum (Corporate Social Responsibility) ausdrücklich. Dieses zahlt sich erwiesenermaßen längerfristig auch für die Unternehmen aus. Wir wünschen uns aber Werteorientierung nicht nur in der Wirtschaft, sondern machen sie auch zum Grundprinzip staatlichen Handelns in der Entwicklungszusammenarbeit. Wenn wir dann noch die Wirksamkeit unserer Unterstützung erhöhen, können wir sehr viel erreichen."






