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14.05.2010
Beerfeltz auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München
Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Hans-Jürgen Beerfeltz, besuchte gestern den zweiten Ökumenischen Kirchentag in München. Als Teilnehmer auf dem Podium "Zehn Jahre und kein bisschen weiter!? Millenniumsziele auf den Punkt gebracht – eine Bilanz" sprach er zu der Frage, wie die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) trotz eines schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds bis 2015 erreicht werden können.
Beerfeltz forderte, dass Geber- und Partnerländer anlässlich des Millennium+10-Gipfels im September ihre gemeinsame Verantwortung für die Entwicklungsziele bekräftigen und kohärente Politiken und Strategien für die Beschleunigung der Fortschritte auf allen Ebenen entwickeln sollten:
"Es gilt vor allem, die Eigenverantwortung und -initiative der Partnerländer konsequent zu unterstützen. Dreh- und Angelpunkt der MDG-Erreichung ist ein Wirtschaftswachstum, das die Armen mitnimmt und armutsmindernd wirkt. Ein solches "inklusives" Wirtschaftswachstum ist Voraussetzung dafür, dass die Länder ihre Entwicklung aus eigener Kraft gestalten können", sagte Beerfeltz. Hilfreich seien zum Beispiel nationale MDG-Handlungsprogramme, die in demokratischen Prozessen vereinbart werden. Als Leitprinzip der deutschen Entwicklungspolitik kommt auch und vor allem in diesem Kontext der Umsetzung der Menschenrechte eine zentrale Rolle zu. Darüber hinaus kommt es auf Katalysatoren wie Gleichberechtigung von Männern und Frauen, ein Mindestmaß an Frieden und Sicherheit sowie guter Regierungsführung an, um die Erreichung der MDGs voran zu bringen.
Staatssekretär Beerfeltz betonte: "Das 0,7-ProzentZiel gilt unverändert weiter. Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, die Kohärenz aller Politikbereiche mit entwicklungspolitischen Zielen zu verbessern. Ich denke dabei beispielsweise an ungerechte Handels- und Agrarpolitiken, die die MDGErreichung gefährden. Es gilt zudem, die Wirksamkeit der Hilfe zu erhöhen, die Potenziale der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft besser zu nutzen sowie Beiträge nicht-traditioneller Entwicklungspartner einzubeziehen. Das BMZ jedenfalls wird seine ganze Kraft dafür einsetzen, die MDGs zu erreichen."
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion besuchte Staatssekretär Beerfeltz den Stand des BMZ sowie die Stände verschiedener kirchlicher und anderer nicht-staatlicher Organisationen, die im Bereich der Entwicklungspolitik tätig sind. Er zeigte sich beeindruckt von dem hohen Niveau der Diskussionen und der Präsentationen zu entwicklungspolitischen Themen:
"Der Ökumenische Kirchentag ist ein hervorragendes Forum, um sich mit einem großen und engagierten Publikum über gesellschaftliche und globale Fragen auszutauschen. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen nutzen die Gelegenheit, hier ihre entwicklungspolitischen Aktivitäten einem aufgeschlossenen Publikum nahe zu bringen. Ich bin für dieses Engagement sehr dankbar, weil es außerordentlich wichtig und spannend ist, die Vielfalt entwicklungspolitischen Engagements darzustellen. Entwicklungspolitik braucht den Rückhalt möglichst vieler, am besten aller Bürgerinnen und Bürger", sagte Beerfeltz.
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