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24.03.2010
Zum Welt-Tuberkulose-Tag:

Tuberkulose – die unterschätzte globale Gefahr

Entgegen der früheren Annahme, die Tuberkulose (TB) sei so gut wie besiegt, ist sie heute die weltweit tödlichste (obwohl heilbare) bakterielle Infektions­krankheit. Die Zahl der Tuber­kulose­erkran­kungen ist in Deutschland zwar rückläufig, trotzdem steuern wir global auf eine Kata­strophe zu, die sich auch auf die Industrie­nationen auswirken wird. Hauptgrund ist, neben der Tuberkulose-HIV-Ko-infektion, die Zunahme von Tuber­kulose-Bakterien, die auf die wichtigsten Tuber­kulose-Medikamente nicht mehr ansprechen.

Die Bundesregierung fördert neben den Beiträgen zu multilateralen Organisationen (insbesondere dem Global Fund) auch durch direkte bilaterale Programme die Tuberkulosebekämpfung in einigen der am schwersten betroffenen Länder. Dies erfolgt entsprechend der von der WHO propagierten sogenannten DOTS-Strategie (directly observed treatment, short course) bzw. ihrer erweiterten Form, der 2006 entwickelten "Stop TB Strategy".

"Die von der Bundesregierung unterstützte ‚Stop TB Strategie’ berücksichtigt in besonderem Maße die beiden größten Heraus­for­derungen bei der Tuberkulose-Bekämpfung, nämlich die dramatische Zunahme therapie-resistenter Tuberkulose-Bakterien sowie die duale HIV/Tuberkulose-Epidemie", sagt Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium.

Regional konzentriert sich die bilaterale deutsche Unterstützung der TB-Kontrolle gegenwärtig auf die Länder des südlichen Kaukasus, Zentralasiens sowie Pakistans. In den letzten 10 Jahren wurden für die TB-Bekämpfung im Rahmen der bilateralen Entwicklungs­zusammen­arbeit (EZ) diesen Ländern insgesamt ca. 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die deutsche EZ agiert im Rahmen der Stop-TB-Partnerschaft, die, neben den jeweiligen Nationalen TB-Programmen als Träger der bilateralen EZ-Programme, auch alle wesentlichen Organisationen und Institutionen umfasst, die sich gemeinschaftlich der Umsetzung und Finanzierung des "Global Plan to Stop TB" annehmen. Grund­legendes Prinzip ist dabei ein koordiniertes und arbeitsteiliges Vorgehen der verschiedenen Entwicklungspartner.

"Nur ein rasches und international konzertiertes Handeln wird uns vor einer Situation bewahren, die selbst mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts nicht mehr bewältigt werden kann", so Kopp.

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