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29.03.2010
Armutsbekämpfung durch Versicherungsleistungen für 25 Millionen Menschen in Afrika und Asien
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die KfW beteiligen sich mit einem Beitrag in Höhe von rund 26 Millionen US-Dollar (etwa 19,2 Millionen Euro) am weltweit ersten Mikroversicherungsfonds von LeapFrog Investments. 17 Millionen Euro der Gelder sind BMZ-Haushaltsmittel; die KfW Entwicklungsbank investiert einen Anteil von rund 2,2 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Darüber hinaus werden BMZ und KfW Entwicklungsbank die Mikroversicherungsunternehmen, an denen LeapFrog sich beteiligt, mit Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen in Höhe von einer Million Euro unterstützen. Der englische Begriff "Leapfrog" kann übersetzt werden mit "Quantensprung" – eine treffende Bezeichnung für den weltweit ersten Fonds dieser Art, in dem Deutschland der größte Investor sein wird.
Der Fonds ist auf die Gründung neuer und den Aufbau bestehender wachstumsstarker Mikroversicherungsgesellschaften in Afrika und Asien spezialisiert. Innerhalb der nächsten 10 bis 12 Jahre investiert der Fonds über 100 Millionen US-Dollar, um so etwa 25 Millionen Menschen, die bisher von Versicherungsleistungen ausgeschlossen sind, den Zugang zu bezahlbaren, qualitativ hochwertigen Mikroversicherungs- und komplementären Finanzdienstleistungen zu ermöglichen.
Mikroversicherungen bieten armen Haushalten in Entwicklungs- und Schwellenländern Absicherung gegen elementare Risiken wie zum Beispiel Tod des Hauptverdieners, Krankheit, Ernteausfall oder Naturkatastrophen. Die Entwicklung von Versicherungsleistungen kann somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Sicherheit und Armutsminderung leisten.
Gerade ärmere Haushalte profitieren stark von Versicherungsschutz, denn finanzielle Schocks wirken sich oft elementar auf deren Lebensverhältnisse aus (zum Beispiel Mangelernährung oder Schulabmeldung der Kinder). Ohne Schutz vor nachteiligen Auswirkungen verzichten Arme darüber hinaus häufig auf potenziell ertragsreichere Aktivitäten, die jedoch gleichzeitig ein höheres Risiko in sich bergen. Als Konsequenz bleiben arme Familien und ihre Kinder häufig in der Armut stecken oder fallen aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse in sie zurück. Angemessene Versicherungsangebote können die Armutsrisiken mindern und ein Sicherheitsnetz schaffen, das Raum für Investitionen in langfristig wirksamere Entwicklungsstrategien bietet. Erst die Absicherung des aufgebauten Lebensunterhaltes ermöglicht eine echte Existenzsicherung und damit einen dauerhaften Ausstieg aus der Armut.
Am LeapFrog-Mikroversicherungsfonds beteiligen sich neben den öffentlichen Investoren wie BMZ, International Finance Corporation (IFC) oder European Investment Bank (EIB) auch private Investoren. Etwa 30 Prozent des Fondsvolumens tragen private Kapitalgeber wie beispielsweise The Soros Economic Development Fund oder Flagstone Reinsurance bei. Der LeapFrog-Mikroversicherungsfonds zeigt damit eindrucksvoll, dass auch der Privatsektor Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit leisten kann.
Harald Klein, Abteilungsleiter für Asien und Lateinamerika im BMZ, sagte anlässlich der Unterzeichnung der LeapFrog-Verträge am 29.03.2010: "Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat die stärkere Förderung des Privatsektors als einen der neuen Schwerpunkte definiert, um den globalen Herausforderungen zu begegnen. Die Investition in den Fonds von LeapFrog stellt für uns eine einzigartige Gelegenheit dar, mit privaten Investoren im Rahmen eines kooperativen und innovativen Ansatzes zu arbeiten und eine Minimierung von Risiken für Arme zu erreichen."






