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23.03.2010
Inter-Amerikanische Entwicklungs­bank als "Finanzanker" für Lateinamerika deutlich gestärkt

Gudrun Kopp bei einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Klimawandel am Rande der IDB-Jahrestagung im mexikanischen Cancún. Urheberrecht: BMZMit dem Beschluss, eine Kapitalerhöhung von 70 Prozent vorzunehmen, endete die Jahres­tagung der Inter-Ameri­kani­schen Ent­wick­lungs­bank (IDB) im mexi­kani­schen Cancún. Für das BMZ führte die Parlamentarische Staats­sekre­tärin Gudrun Kopp als Gouverneurin der IDB die Gespräche mit den 46 weiteren Mitgliedsvertretern. Dabei konnte eine deutliche Stärkung der Entwicklungsbank in Zeiten der Finanzmarktkrise erreicht werden.

Die IDB hat das Mandat, für nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik einzutreten. Den schwächsten Ländern dieser Region soll über die IDB der Zugang zu Finanzmitteln eröffnet werden, der ihnen im regulären Markt verschlossen bleibt.

So wurde auf der Jahrestagung auch ein Paket zur Unterstützung Haitis auf den Weg gebracht, das im Januar 2010 von einem schweren Erdbeben weitgehend verwüstet wurde. Das Land wird von der IDB komplett entschuldet – der Schuldenerlass hat ein Gesamtvolumen von 479 Millionen US-Dollar. Zusätzlich wird Haiti für einen Zeitraum von zehn Jahren mit Zuschüssen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar pro Jahr unterstützt. Damit untermauert die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank ihre zentrale Rolle beim Wiederaufbau des Landes.

Die Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesentwicklungs­minis­terium Gudrun Kopp hat sich während der Verhandlungen intensiv für Reformen der Bank eingesetzt, um eine höhere Wirksamkeit und Effizienz der eingesetzten Mittel sicherzustellen. Neben den offiziellen Verhandlungen führte sie eine Vielzahl von bilateralen Gesprächen. Unter anderem diskutierte sie mit IDB-Präsident Luis Moreno die Rolle Deutschlands in der Bank und die Möglichkeiten zur verstärkten Zusammenarbeit.

Der globale Klimawandel war Thema einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion, an der Gudrun Kopp teilnahm. Die nächste reguläre Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klima­rahmen­konvention findet im Dezember 2010 in Cancún statt. "Die Enttäuschung über den Minimalkonsens der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 war groß", so die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ. "Jetzt geht es darum, die nächste Konferenz sorgfältig vorzubereiten, damit ein vorzeigbares Ergebnis erzielt werden kann." Da Mexiko die Präsidentschaft innehabe, komme dem Land in den vorbereitenden Verhandlungen eine Schlüsselrolle zu. Mexiko genieße Vertrauen bei den Industrie- und Entwicklungsländern und habe auch in den bisherigen Verhandlungen immer eine Vermittlerposition eingenommen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp bei einem Treffen mit dem chinesischen Zentralbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Rande der IDB-Jahrestagung. Urheberrecht: BMZUm die Aus­wirkungen der aktuellen Wirt­schafts- und Finanz­krise ging es in einem Gespräch, das Gudrun Kopp am Rande der IDB-Tagung mit dem Gouverneur der Chinesischen Nationalbank, Zhou Xiaochuan, führte. China ist 2009 als 47. Mitglied der Inter-Amerikanischen Entwick­lungsbank beigetreten. Die deutsche Entwicklungs­zusammenarbeit hat sowohl in China als auch in vielen Ländern Lateinamerikas einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Finanzsektors geleistet. Im Gespräch unterstrich die Parlamentarische Staatssekretärin, dass die deutsche Bundesregierung daran interessiert sei, den Austausch zwischen China und Lateinamerika zu fördern, besonders mit Blick auf die Erfahrungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Deutschland in der IDB

Deutschland ist seit 1976 Mitglied der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank. Dieses Engagement ermöglicht es der Bundesrepublik, auch multilateral einen Beitrag zu Armutsbekämpfung und nachhaltiger Entwicklung in der Region zu leisten und sich an strategisch wichtigen Entscheidungs­pro­zes­sen zu beteiligen. Deutschland hält einen Anteil von 1,89 Prozent (rund zwei Milliarden US-Dollar) am Grundkapital der Bank und ist damit nach Japan einer der größten nicht-regionalen Anteilseigner. Darüber hinaus hat sich Deutschland mit bisher insgesamt rund 230 Millionen US-Dollar am Fonds FSO (Fund for Special Operations) beteiligt.

Ein Meilenstein in der Zusammenarbeit ist die "Sustainable Energy and Climate Change Initiative" (SECCI), die Ende 2006 von IBD-Präsident Moreno lanciert wurde. Die Initiative wurde mit maßgeblicher Unterstützung Deutschlands im Rahmen der 2004 mit der IDB geschlossenen "Energiepartnerschaft" entwickelt und wird von deutschen Beratern in der Bank begleitet. Deutschland unterstützt SECCI mit fünf Millionen Euro (geschätzte Gesamtkosten: circa 40 Millionen US-Dollar).

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