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30.06.2010
Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz: Mit einem Euro Steuergeld mobilisieren wir neun Euro privater Investitionen für den Klimaschutz in Entwicklungsländern

Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz"Das BMZ ist bei der Klima­schutz­finanzierung am Puls der Zeit. Für den Privat­sektor bieten sich zahl­reiche Möglichkei­ten, von der Zu­sammen­arbeit zu profitieren", so Staats­sekretär Beerfeltz anlässlich der zweitägigen Konferenz "Klima­schutz­finan­zierung in Entwicklungs- und Schwellen­ländern".

Das Bundes­umwelt­ministerium und die KfW hatten dazu rund 200 Vertreter aus Finanz- und Privatwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am 30. Juni 2010 in die KfW-Repräsentanz nach Berlin eingeladen.

Ziel war, notwendige Rahmenbedingungen sowie bewährte und innovative Instrumente für eine stärkere Mobilisierung von privatem Kapital für Klimaschutzmaßnahmen in den Partner­ländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu dis­kutieren. Staatsekretär Hans-Jürgen Beerfeltz: "Wir müssen privates Kapital sowie die Kraft und Expertise der Wirtschaft stärker für Entwicklung nutzen. Das gilt besonders für den Klima­schutz, der auch integraler Bestandteil der Entwicklungs­politik ist."

Studien im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass – bei gleich­bleibender Entwicklung – 90 Prozent der zusätzlichen Emissio­nen bis 2050 in Entwicklungs- und Schwellenländern entste­hen wer­den. Selbst wenn die Industrieländer ihre Emissionen auf null reduzierten, könnte eine gefährliche Klimaerwärmung über zwei Grad ohne einen Beitrag der Entwicklungsländer nicht verhindert werden. Bei der notwendigen Transformation zu einem kohlen­stoff­armen Wirtschaftswachstum brauchen diese Länder die Unterstützung des Nordens. Laut Berechnungen der UN müs­sen über 80 Prozent der für Klima­schutz benötigten Investi­tionen von privaten Investoren aus Industrie- und Entwick­lungs­ländern kommen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partnerländer bereits heute intensiv bei der Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas im Bereich klimafreundlicher Technologien. Denn wenn die wirtschaftpolitischen Rahmen­bedingungen stimmen, Informationen über den Markt vorliegen und das technische Know-how bei den Partnern vor Ort vor­handen ist, dann investiert auch die Privatwirtschaft – das belegen eindrucksvoll immer wieder "Public Private Partnerships" wie die Kooperation zwischen BMZ und dem niedersächsischen Biogasanlagenhersteller EnviTec, die der Staatssekretär in seiner Rede vorstellte.

Beerfeltz betonte: "Der Engpass ist in vielen Fällen die Finan­zierung der Projekte." Das BMZ fördere deshalb Investitionen der Privatwirtschaft in erneuerbare Energien und Energieeffizienz­maßnahmen in Entwicklungs- und Schwellen­ländern durch die Bereitstellung zinsgünstiger Kredite. Im Rahmen der "Initiative für Klima und Umweltschutz" (IKLU) hat das BMZ zusammen mit der KfW 2,4 Milliarden Euro an Entwicklungs­krediten für den Zeitraum 2008 bis 2011 zur Verfü­gung gestellt. Auch neue, innovative Ansätze zur Klimafinan­zierung werden gerade eingeführt: Mit strukturierten Fonds sollen Klimainvestitionen für private Investoren noch attraktiver werden. Im Koalitionsvertrag ist zudem festgelegt, dass ab 2013 50 Prozent der Erlöse aus Emissionszertifikaten vorrangig für internationale Klima­schutz­projekte genutzt werden sollen.

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