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22.07.2010
Hungerkrise in der Sahelzone: Niger und Tschad rufen Notstand aus
Nach Informationen aus dem Koordinierungsbüro der Vereinten Nationen zur Humanitären Hilfe (OCHA) hat sich die Ernährungs- und Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone weiter verschärft. Am stärksten betroffen ist Niger, wo nach UN-Erkenntnissen inzwischen ein Drittel bis zur Hälfte der Menschen Nahrungsmittelhilfe benötigt. Auch im Tschad ist die Situation schwierig, dort sind rund 20 Prozent der Menschen betroffen. Beide Länder haben den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten.
Daneben gibt es auch in den anderen Ländern in der Sahelzone einzelne Regionen, die ebenfalls betroffen sind.
Um die immer wiederkehrenden Nahrungsmittelprobleme wirksam zu bekämpfen, unterstützt das BMZ seit Jahren im Niger das zentrale Koordinierungsinstrument zur Bewältigung von Nahrungskrisen auf nigrischer Seite, das sogenannte "Dispositif National de Prévention et de Gestion des Crises Alimentaires (DN)". Dieses soll die Bereitstellung von Getreide und Saatgut sicherstellen. Beteiligt sind die nigrische Regierung, Deutschland und weitere zwölf internationale Partner.
Das BMZ hat zur Bewältigung des zusätzlichen Bedarfs aus der aktuellen Krise die Unterstützung des DN kurzfristig um 3 auf 6 Millionen Euro aufgestockt. Die zusätzlich ergriffenen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Auffüllung der Getreidespeicher, cash for work-Aktivitäten, die Verteilung von verbessertem Saatgut und Getreide in den Regionen Tahoua, Tillaberi und Maradi. So konnten unter anderem bereits über 400 Tonnen Saatgut bereitgestellt werden.
Im Tschad ist der westliche Landesteil betroffen. Bereits im Februar 2010 hat das BMZ dem WEP 450.000 Euro für Nahrungsmittelsoforthilfe in den betroffenen Regionen bereitgestellt und so seine Gesamtzusagen an das WFP für seine Tschadoperation auf 1 Million Euro fast verdoppelt.
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