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05.08.2010
Gudrun Kopp gratuliert zum 50. Unabhängigkeitstag Burkina Fasos
"Wir freuen uns mit unserem Partnerland Burkina Faso über 50 Jahre Unabhängigkeit", gratuliert die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gudrun Kopp. Das westafrikanische Land erlangte am 5. August 1960 als vormalige französische Kolonie seine Unabhängigkeit, damals noch unter dem Namen Obervolta. Seit 1984 lautet die Landesbezeichnung Burkina Faso (Bedeutung: "Land der aufrechten Menschen").
Dieser Namenswechsel war Programm – das am Rande der Sahelwüste gelegene Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Welt, wollte sich auf eigene Stärken besinnen und trotz sehr schwieriger klimatischer und natürlicher Rahmenbedingungen einen selbstbestimmten Weg der Entwicklung gehen. Burkina Faso legte als eines der ersten Länder weltweit eine Armutsbekämpfungsstrategie vor, in der festgelegt wurde, wie Gegenwertmittel aus dem HIPC-Schuldenerlass für Armutsbekämpfung und Entwicklung eingesetzt werden.
Burkina Faso hat auch als eines der ersten Länder den afrikanischen Selbstevaluierungsprozess ("APRM") durchlaufen, der Stärken und Defizite der Regierung eines Landes aufzeigt und eine Reformplanung aufstellt. In der westafrikanischen Region gilt das Land zudem als Vorreiter bei der entschiedenen Bekämpfung der traditionellen weiblichen Genitalverstümmelung, die schon seit Jahrzehnten gesetzlich verboten ist und spielt eine stabile, ausgleichende Rolle als erfolgreicher Friedensmittler bei innenpolitischen Konflikten von Nachbarländern.
Die entwicklungsorientierte Politik des Landes hat in den letzten Jahren zu beachtlichen Erfolgen geführt: So konnte der Anteil der Gesamtbevölkerung, die unter der nationalen Armutsgrenze lebt, von 54,6 Prozent 2000 auf aktuell rund 45 Prozent gesenkt werden. Allein im Zeitraum 2007–2009 konnte zusätzlich knapp eine Million der rund 15 Millionen Einwohner Burkina Fasos an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen werden. Von 2004 bis 2009 wurde die Einschulungsrate von 57 Prozent auf 76 Prozent aller burkinischen Kinder gesteigert. Die landesweite HIV/AIDS-Infektionsrate konnte auf 1,6 Prozent der Gesamtbevölkerung reduziert werden.
Bei dieser erfolgreichen Politik zur Entwicklung des eigenen Landes wird die burkinische Regierung seit 1960 von Deutschland in enger Abstimmung mit den anderen Gebern unterstützt. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte Dezentralisierung/Kommunalentwicklung, Wasserversorgung/Abwasserentsorgung und Nachhaltige Landwirtschaftsförderung sowie ergänzend HIV/AIDS-Prävention und die Förderung von Frauen- und Kinderrechten. Die Bundesregierung hat Burkina Faso seit der Unabhängigkeit 1960 insgesamt 849 Millionen Euro an bilateraler Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt.






