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09.12.2009
Bundesminister Niebel verleiht Medienpreis Entwicklungspolitik 2009

Bundesminister Niebel und die Preisträger des Medienpreises Entwicklungspolitik 2009. Urheberrecht: Thomas Ecke/Photothek.netBundes­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dirk Niebel hat heute den Medienpreis Entwicklungs­po­li­tik 2009 ver­lie­hen.

Ausgezeichnet wurden die Jour­na­li­stin­nen und Jour­na­listen Hart­mut Idzko, Navid Kermani, Thomas Kruchem, Michael Netz­ham­mer, Achim Nuhr, Tobias Schwab und Renate Werner.

Sie wurden von einer un­ab­hängigen Jury ausgewählt. Niebel gratulierte den Preisträgerinnen und -trägern für ihr außer­or­dent­li­ches Engagement und erklärte: "Ihre Arbeit eröffnet uns Ein­blicke in die Zusammenhänge, die unsere globalisierte Welt prägen und die Lösungen, die wir gemeinsam finden können."

Der Hauptpreis in der Kategorie Print ging an Michael Netz­ham­mer für seinen Artikel "So kocht die Welt", erschienen in Brand Eins. Der Artikel behandelt ein von Politik und Öffentlichkeit kaum beachtetes Thema: die Gesund­heits­gefähr­dung von Frauen beim Kochen an traditionellen Feuerstellen. Jährlich sterben durch die inhalierten Schadstoffe ebenso viele Frauen wie an Malaria. Aus­ge­zeich­net wurde auch Tobias Schwabs Artikel "Was Moses von der Milch bleibt", erschienen in der Frankfurter Rundschau. Er berichtet über die Not ugandischer Milchbauern, die aufgrund importierter EU-Produkte zu Dumping­prei­sen am Markt kaum noch bestehen können. Einen Anerkennungspreis erhielt Navid Ker­mani für "An Bord sind Maria und Josef", erschienen in Die Zeit. Der Bericht handelt vom Schicksal der Flüchtlinge, die an der italienischen Insel Lampedusa ankommen.

Der Preis in der Kategorie Fernsehen ging an Hartmut Idzko für seinen Film "Mit der Bambusbahn durch Kambodscha", gesendet im WDR. Der 40-minütige Film erzählt kleine Geschichten rund um eine selbstgebaute Bambusbahn, die Men­schen zum Markt oder Kranke ins Krankenhaus bringt. Wie nebenbei wird ge­zeigt, wie wichtig Infrastruktur für Entwicklung ist. Auch Renate Werner erhielt für "Kein Brot für Öl" den Medienpreis. Ihr WDR-Beitrag handelt von den Ge­win­nern und Verlierern der Erzeugung von Biosprit am Beispiel von Palmplantagen in Kolumbien.

In der Kategorie Hörfunk wurde Achim Nuhr ausgezeichnet für die im WDR ge­sendete Reportage "Mädchen, 5 Jahre, 7 Kilo – Hunger im Wirt­schafts­wun­der­land Indien". Der Beitrag thematisiert Unter­ernährung im Wirtschaftswunderland Indien und kritisiert das mangelhafte Engagement der indischen Regierung. Ein wei­terer Preis geht an Thomas Kruchem für seinen Beitrag "Töd­li­che Geburt", gesendet auf Bayern 2. Er handelt von der hohen Ster­be­rate von Frauen durch schwere Geburten und die bei uns kaum bekannte Krankheit der Scheiden- oder Darmfistel. Diese Fistel führt zu dauerhafter Inkontinenz und dazu, dass über zwei Millionen Frauen als "Aussätzige" an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Der vom Bundespräsidenten und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus­ge­schrie­bene Medienpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr zum 34. Mal verliehen. Der Preis zeichnet jour­na­li­sti­sche Beiträge aus, die durch außergewöhnliche Qualität das öffentliche Bewusstsein für die Entwicklungspolitik schärfen.

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