Hauptinhalt

Meldungen

08.12.2009
Niebel: Korruption ist Entwicklungshemmnis

Ein Mann, dessen Gesicht man nicht erkennen kann, reicht Geldscheine an eine zweite Person weiter, von der nur die Hand im Bild ist. Urheberrecht: Serg Zastavkin/Fotolia.comAnlässlich des am 9. Dezember 2009 statt­fin­den­den Internationalen Anti-Kor­ruptionstages erklärt Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel:

"Korruption ist ein Ent­wick­lungs­hemm­nis ersten Ranges. Sie schwächt die Leistungsfähigkeit öffent­licher Institutionen. Sie schreckt Investoren ab, indem sie Rechtsunsicherheit, verzerrte Wett­be­werbsbedingungen und erhöhte Kosten schafft und sie führt zur Untergrabung von rechts­staat­li­chen und demokratischen Strukturen. Die Aus­wirkungen spüren vor allem Arme, Frauen und Kinder. Für sie ist der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Ressourcen ungleich schwe­rer und teurer. Das dürfen wir nicht ak­zep­tieren."

Die Kosten und Konsequenzen der weltweiten Korruption sind verheerend. Nach Schätzungen des Weltbankinstituts gehen weltweit jährlich 1 Billion US-Dollar allein an Bestechungsgeldern verloren. Korruption findet sich in allen gesell­schaft­lichen Be­rei­chen (zum Beispiel in Ver­wal­tun­gen, der Justiz, Politik, aber auch innerhalb des Privatsektors). Sie gedeiht, wo Rechen­schafts­pflicht, Transparenz und bürgerliche Mitbestimmung nicht gewahrt werden und ist sowohl Ursache als auch Ergebnis schlechter Regie­rungsführung. Besonders besorgniserregend ist die Aus­brei­tung von Korruption in Entwicklungs- und Schwel­len­län­dern. Schät­zun­gen zufolge erhalten öffentliche Amtsträger allein in Entwicklungs- und Schwel­len­ländern jährlich 20 bis 40 Milliarden US-Dollar an Bestechungsgeldern.

Die deutsche Entwicklungspolitik widmet sich daher mit aller Kraft der Korrup­tions­be­kämpfung – sowohl im Rahmen der eigenen Arbeit, als auch auf bi­la­te­ra­ler Ebene in den Partnerländern, auf multilateraler Ebene und durch die För­de­rung der Zivilgesellschaft und die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor in Partnerländern.

In über 70 Projekten und Programmen werden Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei ihrem Kampf gegen Korruption unterstützt. Zum Beispiel werden Anti-Kor­rup­tions­kom­mis­sionen in Kenia, Sierra Leone, Ghana, Indonesien und Jemen finanziell und konzeptionell gefördert. Neben Beratung und Unterstützung beim Aufbau der Kapazitäten der Kom­mis­sio­nen wurden beispielsweise in Kenia und Indonesien der Aufbau eines anonymen und elektronischen Hinweisgeber­systems ("Whistle blower") unterstützt. Darüber hinaus werden Part­ner­länder bei der Wiedererlangung illegal erworbener und vielfach ins Ausland transferierter Vermögenswerte beraten.

Der internationale Anti-Korruptionstag wird seit 2003 immer am 9. Dezember begangen. Er weist mit Nachdruck auf die Kor­rup­tions­pro­ble­ma­tik hin und hebt die Bedeutung der UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC) hervor.

Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen