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Agenda 2030

Der Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

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Noch immer müssen weltweit Menschen hungern oder leiden unter Mangelernährung. Noch immer besteht eine große Kluft zwischen Armen und Reichen. Millionen Menschen sind durch Gewalt bedroht, Millionen haben keine soziale Sicherung und keine medizinische Grundversorgung. Die Folgen des Klimawandels und der fortschreitende Verlust der biologischen Vielfalt führen zu immer größeren Umweltproblemen.

Seit im Jahr 2001 die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) vereinbart wurden, konnten zwar schon in vielen Bereichen Verbesserungen erzielt werden, viele globale Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin oder haben sich aber verschärft. Auch Themen, die eng mit der Reduzierung von Armut verknüpft sind wie breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeit und Beschäftigung und gute Regierungsführung – sind aktueller denn je.

Die Verantwortung für die Lösung der vielen drängenden Entwicklungsfragen müssen weltweit alle staatlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure gemeinsam übernehmen. Benötigt wird eine neue globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung. Die alte Einteilung in Geber- und Nehmerländer ist angesichts einer sich rasch verändernden Welt nicht mehr angemessen.

Neue Ziele für nachhaltige Entwicklung für die Zeit nach 2015

Mit Blick auf die großen globalen Herausforderungen wurde auf dem MDG-Gipfel 2010 beschlossen, eine Agenda für die Zeit nach dem Ablaufen der Millenniumsentwicklungsziele zu erarbeiten: die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung". Um möglichst viele Länder und Menschen in die Beratungen über diese neue Agenda einzubeziehen, leiteten die Vereinten Nationen im September 2012 einen breit angelegten Konsultationsprozess auf nationaler, regionaler und globaler Ebene ein.

Der Agenda 2030 sollen neben den Millenniumsentwicklungszielen auch die Ergebnisse der UN-Konferenz zu Nachhaltiger Entwicklung von 2012 (Rio+20-Konferenz) zugrunde liegen. Das neue Zielsystem soll für Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gleichermaßen gelten und alle Aspekte von nachhaltiger Entwicklung umfassen – also ihre ökologische, ökonomische und soziale Dimension.

Ende 2014 wird UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einen Synthesebericht vorlegen, der alle bis dahin erbrachten Beiträge zur Agenda 2030 zusammenfasst. Anfang 2015 soll dann der zwischenstaatliche Verhandlungsprozess zur Agenda 2030 beginnen.


Ein Leben in Würde für alle – Bericht des UN-Generalsekretärs

Eine erste umfangreiche Vision für die Agenda 2030 legte Ban Ki-moon der UN-Generalversammlung im September 2013 vor. Neben Impulsen aus der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Wissenschaft flossen auch Vorschläge eines hochrangigen Beratergremiums in seinen Bericht ein. Zu den Mitgliedern dieses "High-level Panel of Eminent Persons on the Post-2015 Development Agenda" zählte unter anderem der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler. Es war im Juli 2012 vom UN-Generalsekretär eingerichtet worden und hatte im Mai 2013 seinen Abschlussbericht mit Empfehlungen für die neue Agenda vorgelegt.

Der Bericht des UN-Generalsekretärs trägt den Titel "A life of dignity for all" (Ein Leben in Würde für alle). Ban Ki-moon fordert darin die UN-Mitgliedsstaaten auf, sich deutlich mehr für die Erreichung der Millenniumsziele einzusetzen. Zudem legt er darin seine Vision für die 2030-Agenda dar. Dazu zählt, dass das neue Zielsystem universell sein soll, das heißt für Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gleichermaßen gültig ist und nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt stehen muss.

Beinhalten soll die neue Agenda Themen wie Armutsreduzierung, Chancengleichheit, Gleichstellung der Geschlechter, Bildung, Gesundheit, Klimawandel, Umweltschutz, Wachstum und Beschäftigung, Beseitigung von Hunger und Mangelernährung, demographische Entwicklung, Migration, Stadtentwicklung, Frieden, Menschenrechte und gute Regierungsführung sowie den Aufbau einer globalen Partnerschaft.


Sustainable Development Goals (SDGs)

Die Millenniumsentwicklungsziele wurden oft dafür kritisiert, dass sie die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit nicht stark genug berücksichtigen. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ist zwar eines der vier Themenfelder der Millenniumserklärung und wurde auch als MDG 7 zu einem der Millenniumsziele. Diese Vereinbarungen bleiben aber weit hinter den heute als notwendig erachteten Schritten zurück. Insbesondere wurden Umweltbelange bei der Erarbeitung der MDGs zu isoliert betrachtet, was den komplexen und zwischenzeitig auch gewachsenen Herausforderungen nicht gerecht wird.

Ein wichtiger Aspekt bei der Formulierung der Agenda 2030 ist daher die Integration von Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Damit sollen soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele und deren Verknüpfungen ausgewogen in der Agenda verankert werden.

Die Weichenstellung dafür erfolgte 2012 auf der Rio+20-Konferenz: Eine 30-köpfige Arbeitsgruppe (Open Working Group, OWG) wurde mit der Erarbeitung der SDGs beauftragt. Im Juli 2014 stellte sie ihre Vorschläge für 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung mit universeller Anwendbarkeit auf alle Länder vor. Ähnlich wie der Bericht des UN-Generalsekretärs vom September 2013 beinhaltet das Dokument Ziele zur Beseitigung von Armut und Hunger, zu Bildung, Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Basisinfrastruktur, Klimaschutz und erneuerbaren Energien, zum menschlichen Wohnen, zu Biodiversität, Frieden, Sicherheit und Regierungsführung, zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern und zu menschenwürdiger Beschäftigung.

Deutschland teilte sich in der OWG einen Sitz mit Frankreich und der Schweiz und konnte die meisten deutschen Anliegen im Entwurf der SDGs verankern, etwa die Verknüpfung von Entwicklung und Nachhaltigkeit, das Prinzip einer globalen Partnerschaft und die weltweite Gültigkeit der Ziele.


Zahlreiche UN-Akteure eingebunden

Neben der Open Working Group sind weitere Akteure im Rahmen der Vereinten Nationen an der Erarbeitung der Agenda 2030 beteiligt:

Ein 30-köpfiges Expertenkomitee (Intergovernmental Committee of Experts on Sustainable Development Financing) hat Strategien für die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung erarbeitet. Es wurde geprüft, aus welchen Quellen Mittel gewonnen und wie diese dann möglichst effektiv eingesetzt werden können. Deutschland wurde in der Expertenrunde durch ein Vorstandsmitglied der KfW vertreten. Der Abschlussbericht, der im August 2014 erschienen ist, fließt in den Synthesebericht ein, den der UN-Generalsekretär Ende 2014 veröffentlichen wird. Außerdem bildet er eine Grundlage für die dritte UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung, die im Juli 2015 als Folgeveranstaltung der Konferenzen von Monterrey (2002) und Doha (2008) stattfinden wird.

Im September 2013 hat das "Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung" (High Level Political Forum on Sustainable Development, HLPF) seine Arbeit aufgenommen. Es soll eine politische Führungsrolle übernehmen, Orientierung geben, Empfehlungen zur nachhaltigen Entwicklung aussprechen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik verbessern. Ab 2016 soll das HLPF die Umsetzung der Agenda 2030 überprüfen.

Zahlreiche Einrichtungen der Vereinten Nationen haben sich daran beteiligt, auf lokaler und nationaler Ebene Beratungsprozesse zur Agenda 2030 in Gang zu setzen. Ein Beispiel ist die Kampagne "The World We Want": Mehr als eine Million Menschen weltweit äußerten 2013 ihre Wünsche und Vorstellungen, in welcher Welt sie künftig leben wollen. Koordiniert werden die diversen Aktivitäten von der United Nations Development Group (UNDG), die 32 UN-Einrichtungen unter ihrem Dach vereint. 2014 hat die UNDG eine weitere Konsultationsrunde auf nationaler Ebene gestartet, die sich mit Fragen zur Umsetzung der Agenda 2030 befasst.


Europäische Union

Auch innerhalb der Europäischen Union (EU) wird die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung intensiv diskutiert. Von 28 EU-Staaten waren 14 in der Arbeitsgruppe vertreten, die Vorschläge für Ziele nachhaltiger Entwicklung erarbeitet hat.

Die Europäische Kommission hat seit 2013 drei Mitteilungen zur Agenda 2030 veröffentlicht. Die erste Mitteilung mit dem Titel "Ein menschenwürdiges Leben für alle: Beseitigung der Armut und Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft für die Welt" betont den Zusammenhang zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Armutsbekämpfung. Die zweite Mitteilung formulierte Grundsätze für die Finanzierung von Armutsbeseitigung und nachhaltiger Entwicklung nach 2015.

Im Juni 2014 arbeitete die Europäische Kommission ihre Position zur Agenda 2030 weiter aus. Die Mitteilung "Ein menschenwürdiges Leben für alle: Vom Zukunftsbild zu kollektiven Maßnahmen" benennt 17 Handlungsfelder, denen die EU besondere Bedeutung beimisst.

Auch der Rat der Europäischen Union befasst sich regelmäßig mit dem neuen Rahmen für die EU-Entwicklungspolitik nach 2015.


Deutsche Politik

Deutschland unterstützt die Vereinten Nationen sehr engagiert dabei, der zukünftigen Agenda eine breite, tragfähige Basis zu geben. Zudem stimmt sich die Bundesregierung intensiv mit den EU-Mitgliedsstaaten ab. Auch auf nationaler Ebene ist ein umfangreicher Dialogprozess mit der deutschen Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft angestoßen worden.

Mehr zum deutschen Engagement lesen Sie hier.


Weitere Informationen

Was kommt nach 2015 – in wel­cher Welt wol­len wir eigent­lich leben?

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20.06.2013 - ...und was denken Sie be­ziehungs­wei­se was denkst Du über die be­stehen­den MDGs und wie soll es nach 2015 wei­ter­gehen? Derzeit laufen mehrere Prozesse: Der post-MDG-Pro­zess und auch der in Rio be­schlossene Prozess zur Erar­bei­tung von nach­halti­gen Ent­wick­lungs­zielen (SDG), die am Ende in einen einzigen Ziel­katalog münden sollen. Aber die Fra­ge ist: Wel­che Ziele sollte sich die in­ter­na­ti­o­nale Ge­mein­schaft für die Zeit nach 2015 prio­ritär setzen? Wie sollte der Pro­zess hin zur Verab­schie­dung neuer Ziele ver­laufen, wer sollte ein­gebun­den werden? Sich infor­mie­ren – mitreden – mit­ma­chen: auf www.worldwewant2015.org, www.worldwewant.de und sustainabledevelopment.un.org!

20.06.2013

...und was denken Sie be­ziehungs­wei­se was denkst Du über die be­stehen­den MDGs und wie soll es nach 2015 wei­ter­gehen? Derzeit laufen mehrere Prozesse: Der post-MDG-Pro­zess und auch der in Rio be­schlossene Prozess zur Erar­bei­tung von nach­halti­gen Ent­wick­lungs­zielen (SDG), die am Ende in einen einzigen Ziel­katalog münden sollen. Aber die Fra­ge ist: Wel­che Ziele sollte sich die in­ter­na­ti­o­nale Ge­mein­schaft für die Zeit nach 2015 prio­ritär setzen? Wie sollte der Pro­zess hin zur Verab­schie­dung neuer Ziele ver­laufen, wer sollte ein­gebun­den werden? Sich infor­mie­ren – mitreden – mit­ma­chen: auf www.worldwewant2015.org, www.worldwewant.de und sustainabledevelopment.un.org!

Welche Ziele sollte sich die in­ter­na­ti­o­nale Ge­mein­schaft für die Zeit nach 2015 prio­ritär setzen? Wie sollte der Pro­zess hin zur Verab­schie­dung neuer Ziele ver­laufen, wer sollte ein­gebun­den werden?

Informationen

Siehe auch

Externe Links

Publikationen

Unsere Ziele für eine lebenswerte Zukunft – Die Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung

PDF 2,8 MB, barrierefrei

Acht Ziele für ein besseres Leben weltweit – Die Millenniumsentwicklungsziele

PDF 1,6 MB, barrierefrei

Die Millenniums-Entwicklungsziele | Hintergründe – Ziel­erreichung – Engagement
BMZ-Informationsbroschüre

PDF 3 MB, barrierefrei

Millenniums-Ent­wick­lungs­ziele – Bericht 2015 | Eine Veröffentlichung der Vereinten Nationen

PDF 5,2 MB

Millenniums-Ent­wick­lungs­ziele – Bericht 2014 | Eine Veröffentlichung der Vereinten Nationen

PDF 2,7 MB

Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit | EINEWELT – Unsere Verantwortung

PDF 4,4 MB, barrierefrei

Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik

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