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Fallstudie Zentralamerika: Tropenwaldschutz

"Letztendlich geht es um unsere Zukunft"


Don Salomé López zeigt ein Orangenbäumchen mit ersten Früchten – neben ihm sein Sohn Anibal.

Im Westen von Honduras, an der Grenze zu Guatemala, liegt das Land der Chortí, einer ethnischen Gruppe, die zu den Maya zählt. Sie leben von der Land­wirt­schaft, doch das ist kein leichtes Auskommen: Denn die Böden sind hier karg, und in der Trockenzeit bedrohen Brände den tropischen Wald, der sich die steilen Abhänge hinauf zieht.

Don Salomé López gehört im Landkreis San Juan Ermita dem Vorstand der Maya Chortí an. Der drahtige Mann ist schon fünffacher Großvater – und macht dafür einen recht rüstigen, tatkräftigen Eindruck. Er ist Bauer, wie schon sein Vater vor ihm. "Im Anbau von Mais und Bohnen kann mir keiner was vormachen! Denn eine gute Ernte ist wichtig für die Ernährung meiner Familie", sagt er voller Selbst­bewusstsein.

Allerdings macht er sich Sor­gen, ob die Größe sei­nes Lan­des auch zu­künf­tig noch ge­nug Er­trag ab­wirft, um die wach­sen­de Fa­mi­lie zu ver­sor­gen: "Durch die Auf­tei­lung unter den Kindern hat die neue Ge­ne­ra­tion we­ni­ger Land zur Ver­fü­gung. Die Be­dürf­nisse wachsen aber."

Die Schwiegertochter von Don Salomé bäckt Maisfladen. Urheberrecht: KfW/ Iwán Cerón

Die Schwiegertochter von Don Salomé bäckt Maisfladen.

Als Beispiel nennt Don Salomé den Be­darf an Bau­holz, den er im Ge­mein­de­wald deckt. "Der Vor­stand teilt jeder Fa­mi­lie Holz zu, das ist eine gute Sache. Wir brau­chen Bau­holz, um für die Fa­mi­lie mei­nes Soh­nes ein Haus ne­ben dem mei­nen zu er­rich­ten. Außer­dem wollen wir unsere Ba­na­nen­stau­den be­wäs­sern und müssen dafür eine Be­wäs­se­rungs­anlage bauen," erklärt er und zeigt auf seine kleine Bananen­pflanzung, die die Ernährung der Familie bereichert.

Gerade die ärmeren Mitglieder der Gemeinde sind auf das Bauholz aus dem Gemeinde­wald angewiesen. Doch der Wald ist bedroht: "Wir müssen unseren Wald besser schützen! Die vielen Wald­brände haben dem Wald geschadet. Nun müssen wir zusehen, dass er wieder Holz produziert. Außerdem ga­ran­tiert der Wald unsere Wasser­ver­sorgung!", weiß Don Salomé und fährt fort: "Waldschutz ist wichtig für uns alle. Aber das ist nicht nur eine Frage des Bewusst­seins: Wir kon­trol­lie­ren mit unserer Brand­schutz­brigade das Gebiet ja schon regel­mäßig. Es sind auch Mittel not­wen­dig, um Brand­schutz­streifen an­zu­le­gen, die die Aus­brei­tung von Bränden ver­hin­dern. Da hilft uns das deutsche Ko­ope­ra­tions­programm!"

Der Aufstieg zu Don Salomés Parzelle ist staubig und unter der brennenden Sonne anstrengend. Er bearbeitet etwa einen halben Hektar Land. Mit den tra­di­tio­nel­len Anbau­pflanzen Bohnen und Mais kennt Don Salomé sich aus, doch seit einiger Zeit wachsen auch andere Pflanzen auf seinem Acker: "Mit Unter­stützung des Programms konnte ich Zedern und einige Orangen­bäume anpflanzen."

Er zeigt stolz auf die noch kleinen Bäume. Wenn sie größer sind, werden die Bäume mit ihren Wurzeln den Hang sta­bi­li­sie­ren und bei Stark­regen Erd­rut­sche verhindern. Vor allem aber werden sie in der Trocken­zeit Schatten spenden und die darunter­lie­gen­den Kulturen vor dem Aus­trock­nen be­wah­ren. Und die Orangen­bäume sollen einmal Früchte liefern, mit der die Familie ihr Einkommen auf­bes­sern will.

"Wir müssen uns den Gegeben­heiten anpassen!", sagt Don Salomé zum Abschied, und man merkt, er ist über­zeugt davon, dass er das schaffen wird: "Letzt­endlich geht es um unsere Zukunft – und die unserer Kinder!"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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