Hauptinhalt

Akteure

Weltbankgruppe


Die Welt­bank wurde im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanz­kon­fe­renz der Grün­dungs­mit­glieder der Ver­einten Na­ti­onen in Bretton-Woods (USA) zu­sam­men mit dem In­ter­na­ti­o­nalen Wäh­rungs­fonds (IWF) ge­grün­det. Sie ist wie der IWF eine Sonder­orga­ni­sa­tion der Ver­einten Nationen.

Ursprüng­lich war ihr Ziel, nach dem Zwei­ten Welt­krieg den Wie­der­auf­bau zu för­dern und in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Inter­na­ti­o­nalen Wäh­rungs­fonds sta­bile Wäh­rungen zu schaf­fen. Seit den 1960er Jahren ist es ihre Haupt­auf­gabe, die Ar­mut in der Welt zu be­kämp­fen und zum wirt­schaft­lichen Auf­bau und der För­de­rung von Unter­neh­men in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern bei­zu­tragen. So trägt sie als welt­weit größter Fi­nan­zier von Ent­wick­lungs­vorhaben und durch die Bereit­stel­lung von Fach­wissen zum Erreichen der in­ter­na­tio­nalen Ent­wick­lungs­ziele bei.

Aufbau der Weltbankgruppe, Institutionen und ihre Aufgaben: Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Internationale Entwicklungsorganisation, Internationale Finanz-Corporation, Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur, Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten
Bild vergrößerngallery2_1

Aufbau der Weltbankgruppe, In­sti­tu­tionen und ihre Aufgaben: In­ter­natio­nale Bank für Wiederaufbau und Ent­wick­lung (IBRD), In­ter­natio­nale Entwicklungsorganisation (IDA), In­ter­natio­nale Finanz-Corporation (IFC), Multi­laterale Investi­tions-Garan­tie-Agen­tur (MIGA) und In­ter­na­ti­o­nales Zentrum zur Bei­legung von In­vesti­tions­streitig­keiten (ICSID)

Die Weltbankgruppe besteht aus fünf Organisationen:

Im allgemeinen Sprach­gebrauch sind in der Regel nur die IBRD und die IDA gemeint, wenn von der Welt­bank die Rede ist.

Arbeitsspektrum der Weltbankgruppe

Hauptsitz der Weltbank­gruppe ist Washington, sie unter­hält aber auch mehr als 100 Länder­büros. Die Weltbank beschäftigt mehr als 10.000 Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeiter, von denen etwa ein Drittel in Ko­ope­ra­tions­ländern arbeitet. Sie ist der wichtigste Geld­geber für Projekte in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. Die Gewährung von Krediten ist immer an bestimmte Auf­lagen gebunden, die die Empfänger­länder zu erfüllen haben.

Die Weltbank engagiert sich in mehr als 1.800 Projekten in nahezu jedem Arbeits­bereich und in jedem Ent­wick­lungs­land – von der Vergabe von Mikro­krediten in Bosnien und Herzegowina über die Förderung von Schul­bildung für Mädchen in Bangladesch und Gesund­heits­projekten in Mexiko bis zum Wieder­aufbau­programm nach einem Erd­beben in Indien. Sie engagiert sich außerdem für die HIPC-Entschuldungs­initiative sowie im Rahmen der multi­lateralen Entschuldungs­initiative (MDRI)

Auf Initiative der G8-Staaten wurde 2005 beschlossen, im Rahmen der multi­lateralen Entschuldungs­initiative (MDRI) den unter HIPC entschuldeten Ländern zusätzlich einen voll­ständigen Erlass der verbleibenden Schulden beim In­ter­na­ti­o­nalen Währungs­fonds, der Weltbank­tochter IDA und dem Afri­ka­ni­schen Entwicklungs­fonds (AfDF) zu gewähren. Die aus­bleibenden Rück­flüsse bei den genannten Finanz­institutionen werden durch Bereit­stellung zusätzlicher finanzieller Mittel von der Geber­gemein­schaft kompensiert.

Im Geschäftsjahr 2012 hat die Weltbank 53,5 Milliarden US-Dollar für Projekte in Ent­wick­lungs­ländern zur Verfügung gestellt. Damit betrugen die Zusagen (Kredite, Zuschüsse, Beteiligungs­investitionen und Garantien) seit Beginn der Finanz­krise 2008 insgesamt 246,4 Milliarden US-Dollar.

Orga­ni­sa­tion der Weltbankgruppe

Oberstes Entscheidungs­gremium der Weltbank­gruppe ist der Gou­ver­neurs­rat, in den jedes Mit­glied einen Gou­ver­neur und einen Stell­ver­treter ent­sen­det. Bei Ab­stim­mungen hängt das Stimm­gewicht eines Landes von der Höhe sei­ner Be­tei­li­gung am Ka­pi­tal der Bank ab. Die In­dus­trie­länder haben ein deut­liches Über­ge­wicht. Die USA, Japan, Frank­reich, Groß­britannien und Deutsch­land kom­men ge­mein­sam auf einen Stim­men­an­teil von 38,3 Prozent.

Das Tagesgeschäft der Weltbank wird durch ihren Präsidenten Jim Yong Kim und das 24-köpfige Exekutiv­direktorium verfolgt. Die acht größten Anteils­eigner der Weltbank (USA, Japan, China, Deutsch­land, Groß­britannien, Frank­reich, Saudi-Arabien und Russland) ernennen jeweils eine eigene Exe­ku­tiv­direktorin be­zie­hungs­weise einen eigenen Exe­ku­tiv­direktor. Weitere 16 Exe­ku­tiv­direktoren werden in Stimm­rechts­gruppen gewählt.

1974 haben die Gouverneurs­räte der Weltbank und des IWF die Einrichtung eines gemein­samen Minister­ausschusses für den Transfer von Ressourcen in Ent­wick­lungs­länder beschlossen, das sogenannte De­vel­op­ment Committee (DC). Der Ausschuss berät die Gouverneurs­räte der Bank und des IWF über wichtige Ent­wick­lungs­fragen.

Die Weltbank ist auch in der Entwicklungs­forschung tätig und sieht die Bereit­stellung von Wissen als Kern ihres Selbst­verständnisses. Sie ver­öffent­licht jedes Jahr den Welt­entwicklungs­bericht zu zentralen Themen der in­ter­na­ti­o­nalen Zu­sam­men­ar­beit. Das gesamte Wissens­port­folio der Weltbank hatte in 2010 einen Umfang von 606 Millionen US-Dollar.


Weitere Informationen

Kontakt

Büro der deutschen Exekutiv­direktorin / Office of the Executive Director for Germany (EDS05)

The World Bank
1818 H Street, N.W.,
Mail Stop MC 11-1109
Washington, DC 20433
USA

Telefon: 001 / 202 / 458 11 83
Fax: 001 / 202 / 477 78 49

Homepage der deutschen Exekutivdirektorin
(deutsch und englisch)

Publikationen

Eckpunktepapier für die multilaterale Entwicklungs­politik
BMZ-Strategiepapier

PDF 1 MB, barrierefrei

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen

Besuchen Sie auch weitere Angebote des BMZ: