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Internationale Entwicklungsorganisation


Logo: In­ter­na­ti­o­nale Entwicklungs­organisation (IDA)Die für die ärmsten Län­der zu­stän­dige In­ter­na­ti­o­nale Ent­wick­lungs­orga­ni­sa­tion (In­ter­na­tional De­vel­op­ment As­so­ci­a­tion, IDA) spielt eine Schlüs­sel­rolle bei der welt­weiten Armuts­be­kämp­fung. Die In­sti­tu­tion wurde 1960 ge­grün­det und ist in recht­licher und fi­nan­ziel­ler Hin­sicht selbst­stän­dig, wird je­doch vom Per­so­nal der In­ter­na­ti­o­nalen Bank für Wieder­aufbau und Ent­wick­lung (IBRD) ver­wal­tet. Die IDA hat der­zeit 172 Mit­glie­der (Stand: Oktober 2012). Sie ver­folgt die gleiche Ziel­setzung wie die IBRD, ge­währt ihre Kre­dite jedoch zu weit­aus güns­tige­ren Be­din­gungen an die ins­ge­samt etwa 80 ärmsten Län­der der Welt. Seit 2002 ge­währt die IDA neben Kre­diten auch ver­stärkt Zuschüsse.

Im Geschäftsjahr 2012 vergab die IDA 14,7 Milliarden US-Dollar als Kredite und Zuschüsse. Davon erhielten Länder in Afrika mehr als die Hälfte.

Anders als die IBRD beschafft sich die IDA die Mittel für ihre Kredite nicht auf den Kapital­märkten, son­dern finan­ziert diese aus Beiträgen der Mitglieds­länder, Ge­winn­über­weisungen von IBRD und der In­ter­na­ti­o­nalen Finanz-Corporation sowie aus Kredit­rück­zahlungen der Empfänger­länder. Die Höhe dieser Mittel wird alle drei Jahre im Rahmen von Wieder­auffüllungs­verhandlungen neu bestimmt. Bei dieser Gelegen­heit werden auch die inhalt­lichen Schwer­punkte der IDA über­prüft und für die kommenden Jahre festgelegt.

16. Wiederauffüllungsverhandlungen

Bei der 16. Wiederauffüllung der IDA stellten die IDA-Geber­länder im De­zem­ber 2010 rund 49,3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung – über dieses Aus­leih­volumen kann die IDA im Zeit­raum vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2014 verfügen. In dieser Summe ent­halten sind Beiträge zu der Entschuldungs­initiative für hoch­ver­schul­dete, arme Länder (HIPC) und aus der multi­lateralen Ent­schul­dungs­initiative (MDRI). Deutsch­land hat – nach Groß­britannien, den USA und Japan – mit rund sechs Prozent den viert­größten Anteil am 16. IDA-Wieder­auffüllungs­volumen. Der deutsche Stimm­rechts­anteil liegt derzeit bei knapp sechs Prozent (5,66 Prozent).

Während der 16. IDA-Wiederauffüllungs­verhandlungen haben sich die Ver­hand­lungs­partner (IDA Deputies) aus Industrie- und Ent­wick­lungs­ländern neben der fi­nan­ziellen Aus­stattung von IDA auch mit fünf so­ge­nannten Sonder­themen be­schäf­tigt: Klima­schutz, fra­gile und von Kon­flikten be­trof­fene Staaten, Gender, Krisen­reaktion und bessere Ergebnis­orientierung. Die Verhandlungs­ergebnisse haben die IDA Deputies unter anderem in ihrem Abschluss­bericht fest­gehalten.

Deutsch­land und Frank­reich leiteten die Arbeits­gruppe zum Thema fragile Staaten bis Oktober 2012. Das BMZ engagiert sich in diesem Bereich im Kontext der Welt­bank nach­hal­tig und wird dabei auch von der Ge­sell­schaft für In­ter­na­ti­o­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ) im Sinne der stärkeren Verflechtung von bi- und multi­lateraler Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit unter­stützt. Im April 2012 stellte Deutsch­land die von der GIZ erstellte Studie mit dem Titel "The engage­ment of the In­ter­na­tional De­vel­op­ment Association (IDA) in fragile states – Proposals for a reform agenda" in Washington vor.

Nach Ablauf der Hälfte des Wieder­auffüllungs­zeit­raums treffen sich die IDA Deputies zur Halb­zeit­über­prüfung (Midterm Review), um zu diskutieren, ob die gesetzten Ziele von der IDA erreicht wurden. Der letzte Midterm Review fand im November 2012 in Abidjan, Côte d'Ivoire, statt.

Ein Ergebnis der 16. Wieder­auffüllungs­verhandlungen war auch, dass die IDA trans­pa­ren­ter über ihren Fort­schritt berichten muss. Dazu wurde ein neues Ergebnis­rahmen­werk (IDA Results Measure­ment System) eingerichtet, das öffentlich zugänglich ist und auch zwischen Verhandlungs­runden und Midterm Review den aktuellen Fortschritt belegt.

17. Wiederauffüllungsverhandlungen

Auch in den 17. IDA-Wiederauffüllungs­verhandlungen, die im März 2013 begonnen haben, werden sich die IDA Deputies in vier Verhand­lungs­runden innerhalb eines Jahres wieder mit Sonder­themen beschäftigen: inklusives Wachstum, Klima­schutz, Gleich­berechtigung von Frauen und Männern sowie fragile und von Konflikten betroffene Staaten.

Das BMZ lädt Vertreterinnen und Vertreter aus Zivil­gesellschaft und Wissen­schaft ein, sich über die Orga­ni­sa­tion IDA zu informieren und sich an den inhalt­lichen Planungen zu den 17. Wieder­auffüllungs­verhandlungen auf einer internen Platt­form zu beteiligen.

Wenn Sie Fragen und Anregungen haben oder sich in die Experten­diskussion einbringen möchten, schreiben Sie bitte an ida17@bmz.de.

Weitere Informationen

Kontakt

Internationale Entwicklungs­organisation (IDA)

1818 H Street, N.W.
Washington, DC 20433

USA
Telefon: 001 / 202 / 473 10 00
Fax: 001 / 202 / 477 63 91

Lexikon der Entwicklungspolitik

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