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Vereinte Nationen

Büro für Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen


Logo: Büro für Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC)Das Büro für Dro­gen­kon­trolle und Ver­bre­chens­be­kämp­fung der Ver­einten Na­ti­onen (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) ver­eint meh­rere, ehe­mals ge­trennte UN-Pro­gram­me unter einem Dach, darun­ter das Inter­natio­nale Drogen­kon­troll­pro­gramm (United Nations Inter­national Drug Con­trol Pro­gramme, UNDCP) und das glo­bale Pro­gramm gegen Geld­wäsche, Kor­rup­tion, orga­ni­siertes Ver­bre­chen und Menschenhandel.

Die Terroris­mus­präven­tions-Einheit inner­halb des UNODC, die eng mit dem Counter-Terrorism Com­mit­tee (CTC) des UN-Sicher­heits­rats ko­ope­riert, wird derzeit ausgebaut.

Hauptarbeitsbereiche des UNODC sind:

  • Analyse- und Forschungsarbeit zu Drogen- und Verbrechens­fragen sowie zu Grund­lagen der Polizeiarbeit

  • Begleitung der Ratifikations- und Umsetzungs­prozesse der ein­schlägigen inter­nationalen Abkommen

  • Technische Zusammenarbeit mit Staaten ("capacity development") im Kampf gegen Drogen, Kor­rup­tion, Ver­brechen und Terrorismus

Hauptsitz des UNODC ist Wien. Die Insti­tu­tion enga­giert sich in mehr als 150 Län­dern und unter­hält welt­weit zahl­reiche Regional- und Länder­büros ("field offices"), zum Beispiel in Afghanistan, im Iran und in Laos, sowie je ein Ver­bin­dungs­büro in New York und Brüssel.

Freiwillige Beiträge der Mitgliedsstaaten

Der UNODC-Haushalt speist sich zu etwa 14 Pro­zent aus dem regu­lären UN-Haushalt, der Rest muss über frei­wil­lige Bei­träge der Mit­glieds­staaten er­bracht werden. Es werden zwei Bei­trags­arten unter­schieden: Zum einen gibt es nicht zweck­ge­bun­dene Bei­träge zum "General Purpose Fund", über die überwiegend die Infra­struk­tur sowie Gehälter der Bediensteten der Orga­ni­sa­tion be­strit­ten werden. Zum anderen gibt es zweck­ge­bun­dene frei­wil­lige Bei­träge, die für die Durch­füh­rung bestimmter Projekte durch die Mitglieds­staaten bereit­ge­stellt werden ("Special Purpose Fund").

Die größten Geber des "Special Purpose Fund" waren 2008 Kolumbien mit 63,8 Millionen US-Dollar, sowie die Euro­päische Kom­mis­sion mit 26,6 Millionen US-Dollar. Ins­ge­samt wurden dem UNHCD 2008 Bei­träge in Höhe von fast 278 Millionen US-Dollar gezahlt.

Zusammenarbeit bei der Drogenkontrolle

Deutschland arbeitet mit dem UNODC intensiv im Bereich der Drogen­kon­trolle zu­sam­men. Das UNODC gehört heute zu den wich­tigsten Partnern im Bereich der von Deutsch­land maß­geb­lich geförderten Stra­tegie, Alter­na­tiven zum Dro­gen­an­bau zu ent­wick­eln. Zu diesem umfassenden und multi­sek­to­ralen Ansatz gehört zum Bei­spiel die Unter­stützung von länd­licher Entwicklung und guter Regie­rungs­füh­rung (Good Governance).

Deutschland unterstützt das UNODC mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundes­minis­teriums für Gesund­heit. Diese Mittel sind nicht zweck­ge­bunden. Weitere Mit­tel stam­men regel­mäßig aus dem Haus­halt des BMZ für den Bereich der ent­wick­lungs­orien­tierten Drogen­kon­trolle und Governance-Aufgaben. Seit 1990 fördert das BMZ ver­schie­dene Vor­haben von UNODC beziehungs­weise der Vor­läufer­orga­ni­sa­tionen. 2008 unter­stützte Deutsch­land die Arbeit des UNODC mit ins­ge­samt knapp acht Mil­li­onen US-Dollar. Das neueste vom BMZ mit­ent­wickelte Pro­jekt unter­stützt die Ernäh­rungs­sicherung und die Sicherung alter­na­tiver Ein­kom­mens­quellen von (früheren) Opium­bauern in Laos und Myanmar mit rund 1,6 Millionen Euro bis 2011.

Aktive Mitgestaltung der Politik

Das BMZ unterstützt seit 2003 erstmals zwei lang­fristige UNODC-Projekte im Bereich der Ver­brechens­be­kämpfung. Sie fördern die praktische Um­set­zung der UN-Konvention gegen das trans­natio­nale Ver­brechen mit den Zusatz­pro­tokollen zur Bekämpfung von Menschen- und Klein­waffen­handel. Ziel dieser Vorhaben ist eine verbesserte Integrität und Leistungs­fähig­keit der Justiz in Südafrika und Indonesien.

Darüber hinaus hat Deutschland von 2000 bis 2003 die Ent­ste­hung und Aus­ar­bei­tung der UN-Konvention gegen Kor­rup­tion aktiv mit­ge­staltet. Die UN-Konvention, seit Dezember 2005 in Kraft, ver­pflich­tet alle Unter­zeichner­staaten zur aktiven Korrup­tions­be­kämpfung. Seit 2004 hilft das BMZ sowohl bei der wei­teren ef­fek­tiven Aus­ge­stal­tung der Kon­ven­tion, als auch mehreren Partner­länder bei der Um­set­zung der UN-Konvention durch ein von der Deutschen Gesell­schaft für Inter­nationale Zusammen­arbeit (GIZ) durch­ge­führtes Pro­jekt mit ins­ge­samt 3,5 Mil­li­onen Euro. In den Jahren 2008 bis 2009 wurde UNODC fer­ner bei der Durch­füh­rung eines Pro­jektes zur Stär­kung von Kapa­zi­täten und der Inte­gri­tät im Justiz­apparat in Indo­ne­sien finanziell (durch Treu­hand­mittel des BMZ mit insgesamt 1.050.000 Euro) und teil­weise auch konzep­tionell unterstützt.

Deutschland ist zudem – gemeinsam mit 53 Staaten – Mitglied der Sucht­stoff­kommission (Commission on Narcotic Drugs, CND). Sie ist das zentrale politische Steuerungs­gremium des UNODC. Die Bundes­republik gestaltet die Politik des Büros aktiv mit.

Weitere Informationen

Kontakt

Büro für Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC)

Vienna International Centre
Wagramer Straße 5
1400 Wien
Österreich
Telefon: 00 43 / 1 / 2 60 60
Fax: 00 43 / 1 / 2 63 33 89

Lexikon der Entwicklungspolitik

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