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Internationaler Währungsfonds


Der Internationale Währungsfonds (IWF, englisch International Monetary Fund, IMF) hat die Aufgabe, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu stärken, die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik zu fördern, das Wachstum des Welthandels zu erleichtern, das Ungleichgewicht in den Zahlungsbilanzen der Mitglieder zu reduzieren sowie seinen Mitgliedern in Währungs- und Finanzkrisen durch Kredite zu helfen.

Der IWF wurde zusammen mit der Weltbank im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen in Bretton Woods (USA) gegründet. Er ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er auch für die Einhaltung der Regeln im System fester Wechselkurse verantwortlich, die aber seit 1973 weitgehend flexibilisiert wurden.

Gegenwärtig gehören dem IWF 188 Länder an (Stand: Juli 2015 ). Mitgliedsländer des IWF können bei Wirtschafts- und Finanzkrisen Unterstützungsprogramme des IWF beantragen. Diese Programme umfassen neben Krediten auch Beratung sowie wirtschaftspolitische Auflagen zur Überwindung der jeweiligen Krisen. Die Auflagen beinhalten oft mittelfristige Vorgaben zur makroökonomischen Stabilisierung, insbesondere zur Stärkung der Deviseneinnahmen (Steigerung von Exporten) wie auch zur Haushaltsstabilisierung und zur Erhöhung des Wirtschaftswachstums. Nach der Kritik an den sogenannten Strukturanpassungsprogrammen der 1990er Jahre enthalten die Programme des IWF heute oft auch Vorgaben zur Sicherung und Steigerung von sozialpolitischen Programmen.


Sonderfazilitäten für arme Länder

Neben den normalen Krediten des IWF, die allen Mitgliedern mit Finanz- beziehungsweise Zahlungsbilanzproblemen zustehen, hat der IWF angepasste Kreditlinien für Niedrigeinkommensländer geschaffen und diese mehrfach weiterentwickelt.

Diese Kredite haben finanziell deutlich weichere Rückzahlungsmodalitäten als die normalen Kredite: Sie werden durch Beiträge der Industrieländer gefördert beziehungsweise subventioniert und werden als konzessionäre Kredite bezeichnet. Aktuell wird auf diese Kredite kein Zins erhoben (Stand: Juli 2015).

In der letzten großen Reform der Kredite für Niedrigeinkommensländer wurden die früheren Strukturanpasssungsprogramme im Rahmen der 1988 in Kraft getretenen erweiterten Strukturanpassungsfazilität (ESAF) durch die 1999 geschaffene Armutsreduzierungs- und Wachstumsfazilität (Poverty Reduction and Growth Facility, PRGF) abgelöst.

In Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise leitete der IWF 2011 eine grundlegende Reform seiner Kreditinstrumente ein. Seitdem gibt es drei finanzielle Unterstützungsmodalitäten:

Für Länder mit mittelfristigen Wachstums- und Zahlungsbilanzschwierigkeiten wurde die erweiterte Kreditfazilität (Extended Credit Facility, ECF ) geschaffen, die strukturelle Reformen über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren begleitet. Die Kreditlaufzeit beträgt 10 Jahre.

Außerdem gibt es die Fazilitäten für kurzfristige und vorsorgliche Hilfe (Standby Credit Facility, SCF) sowie eine Nothilfefazilität (Rapid Credit Facility, RCF) mit jeweils kürzeren Programmlaufzeiten und etwas kürzeren Kreditlaufzeiten.


Finanzielle Ausstattung

Die Mittel des IWF stammen vorwiegend aus den Quoteneinlagen der Mitglieder, die je nach wirtschaftlicher und finanzieller Stärke des Landes variieren. Für Deutschland werden die regulären Mittel durch die Bundesbank eingelegt.

1969 führte der IWF eine eigene Rechnungseinheit, das Sonderziehungsrecht (SZR, englisch Special Drawing Right), ein. Der Wert eines SZR wird täglich aus den wichtigsten Weltwährungen, derzeit dem US-Dollar, dem japanischen Yen, dem britischen Pfund Sterling und dem Euro ermittelt.

Insgesamt lag das Kapital des Internationalen Währungsfonds im März 2015 bei 204 Milliarden Sonderziehungsrechten (SZR), das entspricht rund 280 Milliarden US-Dollar. Die deutsche Quoteneinzahlung beträgt etwa 14,5 Milliarden SZR, rund sieben Prozent der Gesamtquoten.

Zusätzlich werden Mittel aus dem Bundeshaushalt, in der Regel durch das BMZ, zur Finanzierung der konzessionären Kredite an Niedrigeinkommensländer, eingezahlt.


Weitere Informationen

Kontakt

Internationaler Währungsfonds (IWF)
International Monetary Fund (IMF)

700 19th Street, N.W.,
Washington, DC 20431

USA
Telefon: 001 / 202 / 6 23 70 00
Fax: 001 / 202 / 6 23 46 61

Informationen

Siehe auch

Externer Link

Lexikon der Entwicklungspolitik

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