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Arbeitsweise

Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit


Sechs junge Menschen bilden mit ihren Köpfen einen Kreis und blicken gemeinsam nach unten in die Kamera.

Entwicklungs­poli­tik ist eine Auf­gabe der gesamten Ge­sell­schaft. Um eine fried­lichere und gerechtere Welt zu schaffen und um allen Men­schen die Frei­heit zu sichern, ihr Leben ohne materielle Not und selbst­bestimmt zu ge­stalten, ist das En­gage­ment mög­lichst vieler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger er­for­der­lich. Nur durch eine breite gesell­schaft­liche Un­ter­stüt­zung kann Deutsch­land seine ent­wick­lungs­po­litischen Ziele erreichen und seinen in­ter­na­ti­o­nalen Ver­pflichtungen gerecht werden.

Um das gesell­schaft­liche En­gage­ment in Deutsch­land zu fördern, unterstützt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) die ent­wick­lungs­po­litische In­for­ma­tions- und Bildungs­arbeit. Sie zielt darauf ab,

  • das Leitbild einer welt­weiten nachhaltigen Entwicklung zu vermitteln; dieses steht für wirt­schaft­liche Leistungs­fähigkeit, soziale Gerech­tig­keit, öko­lo­gi­sche Trag­fähig­keit und gute Regie­rungs­führung,

  • Interesse an Ent­wick­lungs­ländern zu wecken, globale Zusammen­hänge zu verdeutlichen und ihren Einfluss auf den einzelnen Menschen aufzuzeigen,

  • zur aktiven Beteiligung an einer sozial ver­ant­wort­lichen Gesell­schaft in der glo­ba­li­sier­ten Welt zu motivieren und

  • entwicklungs­politisches En­gage­ment in Deutsch­land zu unterstützen.

Schülerinnen und Schüler der deutschen internationalen Schule in Indonesien. Urheberrecht: BPA, KühlerEine besonders wichtige Ziel­gruppe der ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Bil­dungs­arbeit sind Kin­der und Ju­gend­liche. Sie rich­tet sich aber auch an Or­ga­ni­sa­ti­on­en, Medien und Per­sonen, die viele Bür­ge­rin­nen und Bür­ger er­reichen. Dazu zählen zum Bei­spiel Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NRO), Ver­bände, private Ini­tia­tiven, kirch­liche Ein­rich­tun­gen, Ge­werk­schaf­ten, Kommunen, Lehrer und Jour­na­listen. Das BMZ ent­wickelt auch neue Ver­mittlungs­formen, um etwa Unter­nehmen und Wirt­schafts­verbände, Migranten­organisationen und Sport­vereine zu erreichen.

Effektivität durch Arbeitsteilung

Die Orga­ni­sa­tion der ent­wick­lungs­po­litischen Informations- und Bildungs­arbeit spiegelt den Pluralismus in der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit wider: Staatliche und nicht­staatliche Akteure teilen sich die Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig. Das Ministerium gestaltet und steuert hierbei Dialog- und Ko­operations­prozesse und finanziert vielfältige Aktivitäten. So unterstützt das BMZ Kampagnen und öffentlichkeits­wirksame Veranstaltungen, es gibt audio-visuelle Medien heraus, verleiht Filme, veröffentlicht Publikationen zum gesamten Themen­spek­trum der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und stellt umfang­reiche Informationen im Internet zur Verfügung.

Die zentrale In­sti­tu­tion zur Umsetzung der ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Informations- und Bildungs­arbeit des BMZ ist die ge­mein­nützige Ge­sell­schaft En­gage­ment Global – Service für Entwick­lungs­ini­tia­ti­ven. Sie führt die Programme der staatlichen ent­wick­lungs­po­litischen Bildungs­arbeit durch, berät zu Förder­pro­gram­men des BMZ und setzt diese um. Außerdem bietet sie Qua­li­fi­zie­rungs- und Ver­netzungs­angebote für ent­wick­lungs­po­litisch Engagierte und Interessierte an. Daneben tragen auch die weiteren Durch­führungs­organisationen GIZ und KfW Entwicklungs­bank sowie das Deutsche Institut für Ent­wick­lungs­po­li­tik (DIE) mit Veranstaltungen und Fach­publikationen zur Information der Öffentlichkeit bei.

Um eine kontinuierliche Qualität der ent­wick­lungs­po­litischen In­for­ma­tions- und Bildungs­arbeit zu gewähr­leisten, wird sie – wie alle Programme und Projekte der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit – einer regel­mäßigen Erfolgs­kontrolle unterzogen.

Der in­ter­na­ti­o­nale Rahmen:
Weltdekade Bildung für nach­hal­tige Ent­wick­lung 2005 bis 2014

Logo der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014"Nachhaltige Ent­wick­lung ist eine Ent­wick­lung, die die Lebens­qualität der gegen­wärtigen Gene­ra­tion sichert und gleich­zeitig zukünftigen Gene­ra­tio­nen die Wahl­mög­lich­keit zur Gestaltung ihres Lebens erhält." So umschrieb die Brundtland-Kommission im Jahr 1987 den heute viel verwendeten Begriff der "nach­haltigen Ent­wick­lung". Voraus­setzung dafür ist jedoch, dass die Menschen welt­weit über bestimmte Kennt­nisse und Fähig­keiten ver­fügen: Sie müssen die gegen­seitige Ab­hängig­keit von Wirt­schaft, Umwelt und Ge­sell­schaft verstehen, globale Probleme voraus­sehen können und fähig sein, sich diesen Problemen zu stellen und sie zu lösen. Daher hat die Voll­ver­samm­lung der Vereinten Nationen die Jahre 2005 bis 2014 zur Welt­dekade der Bildung für nach­hal­tige Ent­wick­lung erklärt: Welt­weit soll der Grund­gedanke der Bildung für nach­hal­tige Ent­wick­lung in der schulischen und außer­schulischen Bildung ver­ankert werden.

Die vom BMZ geförderten Pro­gramme und Pro­jekte der ent­wick­lungs­po­litischen Bildungs­arbeit tragen dazu bei, die UN-Dekade in Deutsch­land umzusetzen. Viele Vor­haben wurden bereits als "Offizielle Dekade-Projekte" aus­gezeichnet. Auch in der bi­late­ra­len Zu­sam­men­ar­beit mit Ent­wick­lungs­ländern im Bildungs­bereich bringt das BMZ den Leit­gedanken der Bildung für nach­hal­tige Ent­wick­lung ein.

Darüber hinaus ist das Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um auf euro­päischer Ebene mit anderen Ini­tia­tiven vernetzt. Unter anderem wirkt das BMZ im euro­päischen Netz­werk für Globales Lernen (Global Education Network Europe, GENE) mit.

Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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