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Wege der bilateralen Zusammenarbeit

Berufliche Fortbildung und Wissenschafts- und Hochschulkooperation


Ausbildungsstätte für Lehrlinge in Algerien. Urheberrecht: photothek.netFür die Lösung ihrer Pro­bleme brauchen die Ent­wick­lungs­länder vor allem qualifizierte einheimische Experten. Ein wichtiger Aspekt der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ist deshalb die berufliche Fortbildung von ein­hei­mi­schen Fach- und Füh­rungs­kräften. Für eine Anbindung der Ko­ope­ra­tions­länder an die globalen Wissensnetze sorgt die Kooperation mit Wissenschafts­instituten und Hochschulen.

Berufliche Fortbildung von Fach- und Führungskräften

Die Fortbildung von Fach- und Führungs­kräften hat das Ziel, das Führungs­personal der Ent­wick­lungs­länder weiter zu qualifizieren und seine Man­age­ment­fähigkeiten zu ver­bessern. Training und Dialog sind Instru­mente der in­ter­na­ti­o­nalen Personal­ent­wicklung und dienen dem Aufbau und der Stärkung ent­wick­lungs­relevanter In­sti­tu­tionen in den Ko­ope­ra­tions­ländern.

In praxisorientierten Pro­grammen werden den Teil­neh­mern über die Dauer von bis zu einem Jahr maß­ge­schnei­derte Kennt­nisse vermittelt, die sie in ihren Heimat­ländern nicht oder noch nicht er­wer­ben können. Wenn die Kurse in Deutsch­land statt­finden, spielen auch der inter­kul­tu­relle Aus­tausch und die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Leben in einem modernen Industriestaat eine wichtige Rolle.

Außer Langzeitmaßnahmen wird eine Vielzahl von kurzfristigen Seminaren und Kursen im In- und Ausland angeboten. In diesen Kursen werden nicht nur fachliche Kenntnisse vermittelt. Gefördert wird auch der Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen Nord und Süd und zwischen den Ländern des Südens.

An der Förderung der Fortbildungsprogramme beteiligen sich auch die Bundesländer. Staatliche Einrichtungen und die deutsche Wirtschaft stellen überdies Aus­bil­dungs­plätze für Bewerber aus Ent­wick­lungs­ländern zur Ver­fü­gung. Durchgeführt werden die einzelnen Fort­bil­dungs­pro­gramme vor allem von der Deutschen Ge­sell­schaft für In­ter­na­ti­o­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ).

Das Zentrum für Hörfunk und Fernsehfortbildung (DWFZ) der Deutsche Welle Akademie veranstaltet im Auftrag und mit Mitteln des BMZ Fort­bil­dungs- und Beratungsprojekte für Rundfunkfachkräfte aus Ent­wick­lungs­ländern.

Wissenschafts- und Hochschulkooperation

Laboruntersuchung mit Hilfe eines Mikroskops. Urheberrecht: Thomas Imo/photothek.netUm die globalen Struktur­pro­bleme zu lösen, werden welt­weit engagierte Wissen­schaft­ler­innen und Wissen­schaftler benötigt. Das BMZ fördert darum die Qualifizierung von Experten in entwicklungs­relevanten wissen­schaft­lichen Fach­be­rei­chen und die Anbindung der Ko­ope­ra­tions­länder an globale Wissensnetze.

Die Programme der Wissenschafts- und Hochschulkooperation werden vor allem von zwei Or­ga­ni­sa­ti­on­en durchgeführt:

  • Der Deutsche Akademische Aus­tausch­dienst (DAAD) fördert jedes Jahr eine große Zahl von Studentinnen und Studenten aus Ko­ope­ra­tions­ländern und ermöglicht ihnen – zum Beispiel durch Stipendien – ein Aufbaustudium.
  • Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) fördert hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Grund­lagenforschung.

Aufgrund ihrer in Deutsch­land gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen werden die ehemaligen Stipendiaten zu wichtigen Multiplikatoren. Sie können die Ent­wick­lung ihrer Heimatländer unterstützen. Der "Nachkontakt" zu diesen Stipendiaten ist daher wichtig für den langfristigen Erfolg der Maßnahmen. Die Or­ga­ni­sa­ti­on­en, die für die Förderung der in Deutsch­land ausgebildeten Fachkräfte verantwortlich sind, haben verschiedene Instru­mente entwickelt, um den Kontakt zu Ehemaligen aufrechtzuerhalten. Sie versenden zum Beispiel Zeitschriften oder veranstalten Seminare vor Ort.

Die Vorteile des Internet nutzt die GIZ: Auf der Website "Global Campus 21" gibt es spezielle Lernprogramme und weitere Möglichkeiten zum Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Der DAAD richtet sich mit seinen Alumni-Programmen gezielt auch an solche Absolventinnen und Absolventen aus Ent­wick­lungs­ländern, die mit eigenen Mitteln an deutschen Hochschulen studiert haben. Durch Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen wie Alumni-Sommer­schulen oder Experten­seminare entstehen, oftmals auch mit Beteiligung der deutschen Wirtschaft, besonders tragfähige und spezialisierte Netzwerke.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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