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Fragen und Antworten rund um den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst

Neue Süd-Nord-Komponente im weltwärts-Programm: Minister Gerd Müller begrüßt die ersten Freiwilligen aus Bolivien, Chile, Kamerun, Kolumbien, Mexiko und Mosambik.

Wer kann sich für den Dienst bewerben?

Der Freiwilligendienst soll einem möglichst großen Kreis junger Erwachsener offen stehen. Folgende Voraussetzungen müssen jedoch erfüllt sein:

  • ​Alter von 18 bis 28 Jahren und gesundheitliche Eignung für den Auslandseinsatz
  • ​Interesse an den Kulturen und Lebensverhältnissen in Entwicklungsländern, Teamfähigkeit, Offenheit und Lernbereitschaft
  • ​Bereitschaft zur engagierten und volldienstlichen Mitarbeit in einem Projekt der Entsendeorganisation und zur Teilnahme am fachlich-pädagogischen Begleitprogramm
  • ​Hauptschul- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder vergleichbaren Erfahrungen oder Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife
  • ​Deutsche Staatsbürgerschaft oder ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht
  • ​Gute Grundkenntnisse einer der Sprachen im Gastland (zum Beispiel Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch)
  • ​Bereitschaft, die Erfahrungen aus dem Freiwilligendienst aktiv in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland einzubringen.

Wer organisiert den Einsatz?

Die Gesamtverantwortung für das Gelingen des Freiwilligendienstes liegt bei den sogenannten Entsendeorganisationen. Als solche kommen Kommunen und alle gemeinnützigen Hilfsorganisationen in Frage, die fachlich, personell und organisatorisch in der Lage sind, die festgelegten Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Entsendeorganisationen sind das Bindeglied zwischen den Freiwilligen und den Projektträgern vor Ort, mit denen sie eng und partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Zu den Aufgaben der Organisationen zählt insbesondere:

  • die Einsatzplätze vor Ort auszuwählen, auszuschreiben und zu unterstützen,
  • die Bewerberinnen und Bewerber auszuwählen,
  • die Betreuung der Freiwilligen zu sichern,
  • den Unterhalt und die Versicherungen für die Freiwilligen zu stellen und
  • das umfassende Begleitprogramm zu gewährleisten.

Die Entsendeorganisationen müssen einen jährlichen Geschäfts- und Finanzbericht vorlegen. Außerdem verfassen sie einen Erfahrungsbericht über die geleistete Arbeit der Freiwilligen. In Zusammenarbeit mit Beratungsinstitutionen und den Partnerorganisationen stellen sie eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung sicher.


Wie läuft der Einsatz ab?

Die Einsatzdauer kann zwischen 6 und 24 Monaten betragen, die Regeldauer beträgt 12 bis 18 Monate. Die Entsendung ist grundsätzlich in alle Entwicklungsländer nach der OECD-Länderliste möglich, soweit dies die Sicherheitslage vor Ort zulässt. In Frage kommen Projekte aus dem gesamten Themenspektrum der aktuellen Entwicklungszusammenarbeit, zum Beispiel in den Bereichen Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Ernährungssicherung, Umwelt- und Ressourcenschutz oder Menschenrechte.

Der Einsatz wird durch ein fachlich-pädagogisches Programm begleitet. In einer Orientierungs- und Auswahlphase werden die Bewerberinnen und Bewerber zunächst von den Entsendeorganisationen über die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz informiert. In die Auswahl der Freiwilligen werden die Projektträger in den Entwicklungsländern miteinbezogen.

In Vorbereitungsseminaren wird den Freiwilligen eine klare Vorstellung von den Einsatzbedingungen vermittelt. Sie erhalten einen umfassenden Einblick in die Arbeits- und Lebensrealität im Gastland und – falls erforderlich – Sprachkurse. Bei der organisatorischen Vorbereitung des Auslandsaufenthalts (Visum, Impfungen) hilft die Entsendeorganisation.

Während des Auslandsaufenthalts verfassen die Freiwilligen alle drei Monate einen kurzen Bericht über den Verlauf ihres Einsatzes. Spätestens zur Hälfte der Einsatzzeit findet ein mehrtägiges Zwischenseminar statt, um den bisherigen Ablauf zu reflektieren und Strategien für die weitere Arbeit zu entwickeln.

Zurück in Deutschland sind die Freiwilligen verpflichtet, an einem Rückkehrer-Seminar teilzunehmen, einen Abschlussbericht zu verfassen, um den Einsatz auszuwerten und an einer Online-Befragung teilzunehmen. Der Aufbau von Netzwerken zwischen ehemaligen und aktiven Freiwilligen und den Projektträgern vor Ort wird aktiv gefördert.


Wie werden die Freiwilligen vor Ort betreut?

Freiwillige werden nur an Projektträger vermittelt, die einen ausdrücklichen Bedarf anmelden. Eine angemessene Einarbeitung, Beschäftigung und Betreuung muss gewährleistet sein. Es dürfen keine Erwerbsarbeitsplätze durch Freiwillige ersetzt werden. Außerdem muss die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Freiwilligenplätze stehen.

Die Partnerorganisation stellt den Freiwilligen eine Mentorin oder einen Mentor zur Seite. Diese Betreuungsperson holt die Freiwilligen vom Flughafen ab, macht sie mit Unterkunft und Arbeitsplatz vertraut, begleitet den Einsatz fachlich und pädagogisch, ist Ansprechpartner bei Problemen und hält Kontakt zu Ehemaligen. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, sollten die Mentorinnen und Mentoren nicht aus dem direkten Arbeitsumfeld der Freiwilligen stammen.

Für Krisen- und Notfälle stellt die Entsendeorganisation eine persönliche Kontaktperson, die für den Freiwilligen und seine Angehörigen jederzeit erreichbar ist.

Als begleitendes Angebot hat das BMZ ein Internetportal eingerichtet, das es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht, mit aktiven und ehemaligen Freiwilligen sowie den Entsendeorganisationen online Erfahrungen auszutauschen.


Welche finanzielle Unterstützung und Sozialleistungen gibt es?

Die Freiwilligen erhalten von den Entsendeorganisationen ein monatliches Taschengeld von in der Regel 100 Euro sowie eine angemessene Unterkunft und Verpflegung. Die Entsendeorganisation sorgt außerdem für den Transport zum Einsatzort und wieder zurück oder erstattet die Reisekosten. Notwendige Impfkosten werden bezahlt, sofern die Krankenkasse diese nicht übernimmt. Von den ausgewählten Freiwilligen wird erwartet, dass sie die Organisationen bei der Informations- und Bildungsarbeit und bei der Spendensammlung für das Freiwilligenprogramm unterstützen. Das Einbringen von Spenden ist jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Freiwilligendienst und hat keinen Einfluss auf die Auswahl oder die Gestaltung des Einsatzes.

Die Freiwilligen sind für die Zeit ihres Auslandsaufenthalts sozial abgesichert. Der Versicherungsschutz umfasst Auslandskrankenversicherung, Unfall-, Rücktransport- und Haftpflichtversicherung. Für die Aufrechterhaltung des Kranken- und Pflegeversicherungsschutzes in Deutschland sind die Freiwilligen selbst verantwortlich.

Die finanzielle Förderung durch das BMZ umfasst bis zu 75 Prozent der Ausgaben eines Freiwilligeneinsatzes, mindestens 25 Prozent müssen die Entsendeorganisationen aus Eigenmitteln aufbringen. Einrichtungen, die die Kriterien und Standards des Freiwilligendienstes nicht einhalten, werden von der Förderung ausgeschlossen.


Wird der Dienst anerkannt?

Auch nach der Aussetzung des Zivildienstes im Jahr 2011 besteht nach Paragraf 5 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes der "Andere Dienst im Ausland" fort. Der Freiwilligendienst kann als solcher anerkannt werden, wenn die erforderlichen Kriterien erfüllt sind. Auch ein bestehender Kindergeldanspruch bleibt während des Auslandsaufenthalts gesichert.

Bei der Vergabe von Studienplätzen über hochschulstart.de wird der weltwärts-Einsatz als Wartezeit angerechnet. Über die Anerkennung als (Vor-)Praktikum für ein Studium oder eine Ausbildung entscheidet allein die Universität beziehungsweise die Ausbildungsstätte.


Wo können sich Interessierte informieren und bewerben?

Die Koordinierungsstelle weltwärts in der Engagement Global gGmbH in Bonn unterstützt alle Akteure bei der Umsetzung des Programms. Sie leitet die Fördermittel an die Träger weiter und berät die Entsendeorganisationen und andere Antragstellerinnen und Antragsteller.

Ausführliche Informationen über den Freiwilligendienst weltwärts bietet die Website www.weltwärts.de. Dort finden potenzielle Freiwillige eine Einsatzplatzbörse, in der alle anerkannten Einsatzplätze zu finden sind. Die Bewerbung findet über die jeweiligen Entsendeorganisationen statt.


Weitere Informationen

Informationen

Externe Links

Kontakt

Engagement Global
Koordinierungsstelle weltwärts
Tulpenfeld 7
53113 Bonn
Telefon: 02 28 / 207 17-232
Fax: 02 28 / 207 17-150
sekretariat@weltwaerts.de

Lexikon der Entwicklungspolitik

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