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Informationen für Einsteiger

Welche Qualifikationen sollte man mitbringen?

Eine Ärztin behandelt einen Patienten in einem Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik.

­­Wer Lehrer, Bankkauffrau oder Maschinen­bauer werden möchte, kann sich nach der Schule für eine ent­spre­chen­de Ausbildung oder ein Studium ent­schei­den, um den direkten Einstieg in den Beruf zu finden. In der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit gibt es diesen direkten Weg nicht. Wer eine Tätigkeit in diesem Berufs­feld anstrebt, muss gezielt und lang­fristig planen: Zuerst ist ein Studium erfolg­reich ab­zu­schließen oder ein geeigneter Beruf zu erlernen, dann sind Berufs­er­fah­run­gen zu sammeln, möglichst auch im Ausland. Wichtig ist auch die per­sön­liche Motivation, sich aktiv für eine ge­rech­tere Welt zu engagieren – sonst sind die An­for­de­run­gen des Berufs kaum zu bewältigen.

Geeignet für einen Einsatz in der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit sind Frauen und Männer aus zahl­reichen Berufs­gruppen. Zum Beispiel Ärzte, Gesund­heits- und Kranken­pfleger und Hebammen, Juristen, Ver­wal­tungs­fach­kräfte, Volks- oder Betriebs­wirte, Land- und Forst­wirte, Pädagogen, Hand­werks­meister, Ingenieure, Ortho­pä­die­me­cha­ni­ker, Hoch­schul­lehrer und Techniker ver­schie­de­ner Fach­rich­tun­gen. Neben der beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tion lauten typische An­for­de­run­gen in Stel­len­an­zei­gen:

  • Organisationstalent
  • Berufs- und Auslandserfahrung
  • sehr gute Fremdsprachenkenntnisse
  • Einfühlungsvermögen, Flexibilität, An­pas­sungs­fähig­keit, inter­kul­tu­rel­le Sensibilität
  • Tropentauglichkeit

Berufliche Qualifikation und Organisationstalent

Stellenausschreibungen beinhalten in der Regel ein konkretes An­for­de­rungs­profil. Sie be­nen­nen die ge­wünsch­te fach­liche Qualifikation (Studium, Aus­bil­dung) und eventuell er­for­der­liche oder wün­schens­werte Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen. Wenn zum Beispiel ein Wasser­bau­ingenieur gesucht wird, können An­for­de­run­gen wie "Kenntnisse zum in­ter­na­ti­o­nalen Wasser­recht" in der Stel­len­aus­schrei­bung enthalten sein.

Neben fachlichen Qualifikationen werden aber auch all­ge­mei­ne Fähig­keiten verlangt: Bewerberinnen und Bewerber sollten in der Lage sein, Projekte und Programme zu planen, zu steuern, aus­zu­werten und zu präsentieren. Sie sollten Wissen vermitteln können, gut im Team arbeiten und auch Ver­wal­tungs­auf­gaben über­neh­men können. Grund­kennt­nisse im Finanz- und Rech­nungs­wesen sind für jeden Bewerber von Vorteil.

Berufs- und Auslandserfahrung

In der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit zählt nicht nur theo­re­ti­sches Wissen, sondern auch ge­sam­mel­te Berufs­er­fah­rung im In- und Ausland. Be­son­ders geschätzt werden Auf­ent­hal­te in Ent­wick­lungs­ländern. Als Aus­lands­er­fah­rung gelten nicht nur beruf­liche Tätig­kei­ten in anderen Ländern, sondern auch Praktika bei in­ter­na­ti­o­nalen Or­ga­ni­sa­ti­o­nen, Projekt­hos­pi­ta­tio­nen oder Studien­zeiten an aus­län­di­schen Hochschulen.

Sprachkenntnisse

Sprachkenntnisse sind eine un­ver­zicht­bare Vor­aus­set­zung für die Arbeit in der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit. Neben guten münd­lichen und schrift­li­chen Eng­lisch­kennt­nissen wird fast immer eine zweite Fremd­sprache verlangt – meistens Französisch oder Spanisch, für Einsätze in den Nach­folge­staaten der Sowjet­union oft auch Russisch. Arabisch­kenntnisse gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Einfühlungsvermögen, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, interkulturelle Sensibilität

Jeder, der sich beruflich mit Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit beschäftigt, ob im In- oder Ausland, wird mit fremden Kulturen kon­fron­tiert. Toleranz und die Fähig­keit, über kulturelle Grenzen hinweg zu kom­mu­ni­zieren, sind darum wich­ti­ge Eigen­schaf­ten. Dazu gehört auch ein sicheres Auftreten und die Bereit­schaft zur Team­arbeit mit Menschen, die einen anderen beruf­li­chen und kul­tu­rel­len Hin­ter­grund haben. Weitere wichtige Eigen­schaf­ten sind Flexibilität, Mobilität und Stress­resistenz – gerade unter den oftmals schwie­ri­gen Be­din­gun­gen in einem Ent­wick­lungs­land.

Tropentauglichkeit

Tropentauglichkeit ist die "Eignung eines Menschen aus gemäßigten Klima­zonen, sich den zu­sätz­li­chen Gesund­heits­be­las­tun­gen in den Tropen ohne größeres Risiko auszusetzen". (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch)

Weil jeder Mensch eine ganz indi­vi­du­el­le psychische und physische Dis­po­si­tion aufweist und sich auch die Ver­hält­nisse in tropischen Ländern unter­schei­den, sind die Kriterien für Tropen­taug­lich­keit von Mensch zu Mensch ver­schie­den – sie müssen immer individuell fest­ge­stellt werden. Bei einer ärztlichen Unter­su­chung auf Tropen­taug­lich­keit wird einerseits die per­sön­liche kör­per­liche und see­li­sche Ver­fas­sung unter­sucht. Anderer­seits wird auch berück­sich­tigt, welche klima­ti­schen, hy­gie­ni­schen und sozialen Be­din­gun­gen am jeweiligen Einsatz­ort vorherrschen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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