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Informationen für Einsteiger

Welche Qualifikationen sollte man mitbringen?

Ausbildung beim Internationalen Bund, Dresden. Urheberrecht: bpaWer Ärztin, Krankenschwester oder Maschinen­bauer werden möchte, kann sich nach der Schule für eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium entscheiden, um den direkten Einstieg in das Berufsfeld zu finden. Für einen Beruf auf dem Gebiet der Entwicklungs­zusammen­arbeit ist jedoch eine langfristige und gezielte Planung notwendig: Zuerst ist ein Studium erfolgreich abzu­schließen oder ein geeigneter Beruf zu erlernen, dann sind Berufs­erfahrungen im In- und möglichst auch im Ausland zu sammeln. Zudem sind gute Fremd­sprachen­kenntnisse notwendig.

Geeignet für einen Einsatz in der Entwicklungs­zusammenarbeit sind Frauen und Männer aus zahlreichen Berufsgruppen. Zum Beispiel Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen, Juristen, Verwaltungswissenschaftler, Volks- oder Betriebswirte, Land- und Forstwirte, Pädagogen, Handwerksmeister, Ingenieure, Ortho­pädie­mechaniker, Hochschullehrer und Techniker verschiedener Fachrichtungen. Die Bandbreite ist groß.

Eine gute berufliche Qualifikation ist ein erster wichtiger Schritt. Ohne Engagement für die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit und die innere Motivation, an einer gerechteren Welt aktiv mitzuarbeiten, sind die Anforderungen des Berufs jedoch kaum zu bewältigen.

"Hard skills" und "soft skills"

Neben den so genannten "hard skills" – Ausbildung oder Studium, Berufs- und Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse – sind die "soft skills" eine ebenso wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Gemeint sind damit Sozial- und Methoden­kompe­ten­zen, die Fähigkeit, mit anderen Menschen zielgerichtet zu kommunizieren sowie teamorientiert zu denken und zu handeln.

Typische Anforderungen in Stellenanzeigen sind:

  • das geeignete persönliche Anforderungsprofil
  • Organisationstalent
  • Berufs- und Auslandserfahrung
  • sehr gute Sprachkenntnisse
  • Einfühlungsvermögen, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, interkulturelle Sensibilität
  • Tropentauglichkeit

Berufliche Qualifikation und Organisationstalent

Universität Freiberg, 1998. Urheberrecht: bpaStellenausschrei­bungen beinhal­ten regel­mäßig ein konkretes An­forde­rungs­profil, das heißt, sie benennen die gewünschte fach­liche Qualifi­kation (Studium, Aus­bildung) und eventuell erforderliche oder wünschenswerte Zusatz­qualifika­tionen. Wenn zum Beispiel eine Wasserbau­ingenieurin oder ein Wasserbau­ingenieur  gesucht wird, können Anforderungen wie "Kenntnisse zum internationalen Wasser­recht" in der Stellen­ausschreibung enthalten sein.

Neben fachlichen Qualifikationen werden aber auch allgemeine Fähigkeiten verlangt: Die Bewerberin oder der Bewerber sollte fähig sein, Projekte und Programme zu planen, zu steuern, zu evaluieren und zu präsentieren. Sie sollten in der Lage sein, Wissen zu vermitteln, gut im Team arbeiten und auch Verwal­tungs­aufgaben übernehmen können. Grundkenntnisse im Finanz- und Rechnungswesen sind für jeden Bewerber ein Vorteil.

Berufs- und Auslandserfahrung

In der Entwicklungszusammenarbeit zählt nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch gesammelte Berufserfahrung im In- und Ausland. Besonders geschätzt werden Erfahrungen durch Aufenthalte in Entwicklungsländern. Als Auslandserfahrung gelten hierbei nicht nur berufliche Tätigkeiten im Ausland, sondern auch Praktika oder Projekthospitationen. Praktika bei internationalen Organisationen, Studienzeiten im Ausland oder Auslands­aufenthalte, die zum Beispiel durch das ASA-Programm der InWEnt gGmbH vermittelt werden, helfen dabei, sich weiter zu qualifizieren.

Sprachkenntnisse

Sprachkenntnisse sind eine unverzichtbare Voraussetzung für die Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Neben guten mündlichen und schriftlichen Englischkenntnissen wird fast immer eine zweite Fremdsprache verlangt, meistens Französisch oder Spanisch, für Einsätze in den Ländern der Nachfolgestaaten der UdSSR oft auch Russisch. Arabischkenntnisse gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Einfühlungsvermögen, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, interkulturelle Sensibilität

Jeder, der sich beruflich mit Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt, ob im In- oder Ausland, wird mit fremden Kulturen konfrontiert. Toleranz und die Fähigkeit, über kulturelle Grenzen hinweg zu kommunizieren, sind darum wichtige Eigenschaften. Dazu gehört auch ein sicheres Auftreten und Offenheit für interdisziplinäre und interkulturelle Arbeit in einem Team. Weitere wichtige Eigenschaften sind Flexibilität, Mobilität und Stress­resistenz – gerade unter oftmals schwierigen Bedingungen in einem Entwicklungsland.

Tropentauglichkeit

Tropentauglichkeit ist die "Eignung eines Menschen aus gemäßigten Klimazonen, sich den zusätzlichen Gesundheits­belastungen in den Tropen ohne größeres Risiko auszusetzen". (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch)

Weil jeder Mensch eine ganz individuelle psychische und physische Disposition aufweist und sich auch die Verhältnisse in tropischen Ländern unterscheiden, sind die Kriterien für Tropentauglichkeit von Mensch zu Mensch verschieden – sie müssen immer individuell festgestellt werden. Bei einer ärztlichen Untersuchung auf Tropentauglichkeit wird einerseits die persön­liche körperliche und seelische Verfassung der ausreisenden Person untersucht. Andererseits wird auch berücksichtigt, welche klimatischen, hygienischen und sozialen Bedingungen am jeweiligen Einsatzort vorherrschen.

Glossar des BMZ
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