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Afrika südlich der Sahara

Wasser


Kinder in Uganda bilden einen Kreis um eine Wasserpfütze, in der sich ihre Köpfe spiegeln.

Auf dem Weg zur Erreichung der Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele (MDG) zur Trink­wasser- und Basis­sanitär­versorgung wurden zwar weltweit und auch in Afrika bereits große Fortschritte erzielt. Jedoch haben in vielen Ländern Afrikas südlich der Sahara immer noch 40 Prozent der Menschen keinen direkten Zugang zu sauberem Trink­wasser. Im Bereich der Sanitär­versorgung sieht die gegen­wärtige Situation noch weitaus kritischer aus: Nur 31 Prozent der Menschen konnten im Jahr 2010 angemessene sani­täre Anlagen nutzen. Das hohe Bevölkerungs­wachstum und die Effekte des globalen Klima­wandels könnten in den nächsten Jahr­zehnten zu einer Ver­schlechterung der Versorgungs­lage führen.

Ohne sauberes Wasser und Basis­sanitär­versorgung haben die Menschen in Afrika keine Chance, einige ihrer schlimmsten Probleme – wie zum Beispiel die hohe Kinder­sterblichkeit – zu überwinden. Täglich sterben in Afrika viele Kinder, Frauen und Männer an Krank­heiten, die durch unsauberes Wasser verursacht werden und die durch eine hygienische Wasser­ver­sorgung leicht zu verhüten wären. Wasser ist zudem eine un­ver­zicht­bare Ressource für die Land­wirt­schaft und die industrielle Ent­wick­lung in Subsahara-Afrika.

Einer der Arbeitsschwerpunkte der deutschen Zu­sam­men­ar­beit mit Afrika südlich der Sahara ist darum die Ver­bes­se­rung der Trinkwasser- und Sanitär­versorgung einschließlich der Ab­was­ser­ent­sorgung. Deutsch­land ist in Afrika der größte bilaterale Geber im Wasser­sek­tor mit einem jähr­lichen Budget von der­zeit rund 300 Millionen Euro (Stand: 2013).

Um die afrikanischen Ko­ope­ra­tions­länder in ihren Bemühungen zur Erreichung der Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele zu unterstützen, hat sich Deutsch­land verpflichtet, bis zum Jahre 2015 für ins­gesamt 30 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika einen ver­bes­ser­ten Zugang zu Trink­wasser und Basis­sanitär­versorgung zu schaffen.

Ein Junge in Namibia wäscht sich die Hände an einem Wasserhahn. Urheberrecht: Photothek.net, KöhlerZiel ist, die Ge­sund­heits­si­tua­tion zu ver­bes­sern und die Er­näh­rung zu sichern. Die Bereit­stellung von sauberem Trink­wasser wirkt sich zudem er­fah­rungs­gemäß po­si­tiv auf die Gleich­stellung von Frauen aus und fördert die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung. Die Vermeidung regionaler Konflikte um die Nutzung von Was­ser ist ebenfalls ein wichtiges Ziel, denn rund 80 Prozent des ver­füg­baren Wassers in Afrika südlich der Sahara stammt aus grenz­über­schrei­tenden Ressourcen.

Das deutsche En­gage­ment folgt dem Leit­bild des Integrierten Wasser­ressourcen-Management (IWRM), das die gesell­schaft­lichen und öko­lo­gi­schen Dimensionen der Wasser­nutzung ganz­heit­lich betrachtet. So werden viele der Wasser­probleme in Afrika südlich der Sahara nicht primär durch Wasser­mangel, sondern durch in­effiziente Versorgungs­systeme, Miss­management, über­triebene Büro­kratie und Kor­rup­tion hervor­gerufen. Gut funk­tio­nie­rende In­sti­tu­tionen fehlen oft und in die Ausbildung der Mit­ar­bei­ter und in die Anlagen wird zu wenig investiert. Wasser­probleme zu beheben ist damit oft vor allem eine politische Aufgabe.

Grundsätze der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Was­ser­sektor sind ins­be­son­dere die Förderung der Eigen­initiative und die Beteiligung der Bevölkerung. Die Vorhaben werden so ausgerichtet, dass sie die Konsequenzen des Klima­wandels mit­berück­sichtigen, konkurrierende Interessen in Betracht ziehen, eine nach­hal­tige Wirkung entfalten können und dazu beitragen, die Armut zu bekämpfen. Besonders erfahren ist die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in den Bereichen Reform des Was­ser­sektors, Wasser- und Basis­sanitär­versorgung sowie Manage­ment nationaler und regionaler Wasser­ressourcen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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