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Afrika südlich der Sahara

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung


Studenten der Hilfsorganisation Menschen für Menschen bei der Kfz-Ausbildung.

Subsahara-Afrika exportiert haupt­säch­lich agrarische und mine­ralische Roh­stoffe und trägt damit nur etwa zwei Prozent zur globalen Wirt­schafts­leistung bei. Wichtige volks­wirt­schaft­liche Kenn­zahlen verbessern sich jedoch, die Inflations­raten sind im Durch­schnitt einstellig und der Zufluss von privatem aus­län­di­schem Kapital über­trifft die Leistungen der in­ter­na­ti­o­nalen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. Seit der Jahr­tausend­wende ist Afrikas Wirt­schaft durchschnittlich um knapp sechs Prozent pro Jahr gewachsen und lag damit über dem Welt­durchschnitt.

Die arme Bevölkerung profitiert jedoch sehr unter­schied­lich von den Wachstums­effekten. Die Armuts­rate ist in Afrika seit 1995 zwar Jahr für Jahr um durch­schnitt­lich je einen Prozent­punkt gesunken, sie ist mit 51 Prozent aber noch immer in­akzeptabel hoch. Die demo­grafische Ent­wick­lung lässt erwarten, dass im Jahr 2040 etwa 1,1 Milliarden Menschen im arbeits­fähigen Alter Beschäftigung und Einkommen brauchen werden. Nur durch eine positive Ent­wick­lung der Wirt­schaft, durch erhöhte Wert­schöp­fung, Steigerung der Pro­duk­ti­vi­tät und in­ter­na­ti­o­nale Wett­bewerbs­fähigkeit wird dies erreichbar sein.

Wirtschaftliche Ent­wick­lung kann Armut mindern und beseitigen. Wirt­schafts­wachs­tum erhöht die Steuer­basis und die Einnahmen des Staates. Diese können zur nach­haltigen Finanzierung der Sozial- und Investitions­budgets genutzt werden und damit die Abhängigkeit von inter­nationaler Entwicklungs­hilfe reduzieren.

Ziel: Armut mindern

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit engagiert sich im Schwer­punkt Nachhaltige Wirt­schafts­ent­wick­lung für Armuts­minderung. Dieses über­geordnete Ziel verfolgt sie im Rahmen einer breiten­wirksamen Wachstums­strategie zur Erhöhung privater Investitions- und Geschäfts­tätigkeit. Deutsch­land ist einer der wichtigen Geber für nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung in Afrika südlich der Sahara. Die Zu­sam­men­ar­beit mit 18 Ko­ope­ra­tions­ländern wird durch länder­übergreifende Ansätze und die Förderung regionaler Wirtschafts­gemein­schaften vervollständigt.

Die nach­hal­tige Ent­wick­lung von Kompetenzen, Ressourcen und Leistungs­fähigkeit (Capacity De­vel­op­ment) bei den afrikanischen Partner­organisationen sowie die Finanzierung von In­ves­ti­tio­nen oder treu­händerischen Beteiligungen stehen im Vorder­grund. Angepasst an die Ent­wick­lungs­stra­te­gien der Partner werden fünf zentrale Themen bearbeitet:

  • Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen für nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung

  • Finanzsystementwicklung

  • Agrarwirtschaftsförderung

  • Regionale wirt­schaft­liche Integration

  • Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft und Unternehmen

Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen

Deutsch­land berät die Regierungen seiner Ko­ope­ra­tions­länder bei der Gestaltung wirtschafts­politischer Reformen sowie bei der Planung, Umsetzung und Steuerung breiten­wirksamer Wachs­tums­strategien. Durch die Ver­bes­se­rung der rechtlich-regulativen Rah­men­be­din­gun­gen für private In­ves­ti­tion und unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit sowie den Aufbau funktions­fähiger Märkte für Un­ter­nehmens­dienstleistungen wird die Privat­wirt­schaft unterstützt.

Finanzsystementwicklung

Großes Potenzial für Wirt­schafts­ent­wick­lung liegt in den afri­ka­ni­schen Ko­ope­ra­tions­ländern in der Förderung einheimischer klein­ster, kleiner und mittlerer Unternehmen (KKMU). Für ihre Ent­wick­lung sind sie auf gut funktionierende Finanz­systeme an­ge­wiesen, die allen zugänglich sind und im Rahmen klarer, kon­su­men­ten­freundlicher Regeln ihre Leistungen effizient erbringen.

Agrarwirtschaftsförderung

Noch immer wird in afrikanischen Ländern ein erheblicher Anteil des Sozial­produkts in der Land­wirt­schaft erarbeitet. Hohes Wachstums­potenzial haben kleine und mittlere Betriebe, ein­schließlich klein­bäuerlicher Betriebe. Deutsch­land fördert deshalb ins­be­son­dere die markt­orientierte Produktion, Weiter­ver­ar­bei­tung und Vermarktung agrar­wirt­schaft­licher Güter (Wert­schöp­fungs­ketten) unter gleichzeitiger Be­rück­sich­ti­gung der Er­näh­rungs­siche­rung.

Regionale wirt­schaft­liche Integration

Die Vielzahl kleiner Staaten in Afrika, die oft keinen Zugang zum Meer haben, hemmt eine nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung. Grenzen erschweren den Austausch von Gütern und Dienst­leis­tun­gen. Größere Märkte sind eine Voraus­setzung für steigende Produktivität, Wett­bewerbs­fähigkeit und In­ves­ti­tio­nen. Die Un­ter­stüt­zung der jeweiligen regionalen wirtschaftlichen Integrations­prozesse soll in den Mit­glieds­staaten nachhaltiges, breiten­wirksames Wachstum bewirken.

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft und Unternehmen

Die wichtigsten Antriebskräfte wirtschaftlicher Ent­wick­lung sind Unter­nehmen. Neben der Zu­sam­men­ar­beit mit den Ko­ope­ra­tions­ländern und ihren In­sti­tu­tionen setzt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit bei der nachhaltigen Wirt­schafts­ent­wick­lung auf einheimische und dort tätige ausländische Unternehmen, ins­be­son­dere aus Deutsch­land. In Entwicklungs­partnerschaften mit der Wirtschaft werden die Interessen von Unternehmen und ihre möglichen Beiträge zum beider­seitigen Nutzen von Unternehmen und Partnerländern in eine ent­wick­lungs­po­litische Strategie integriert.

Mit neun Ko­ope­ra­tions­ländern wurde der Schwer­punkt Nach­haltige Wirt­schafts­ent­wick­lung vereinbart. In weiteren Ländern werden entsprechende Maßnahmen außerhalb der vereinbarten Schwer­punkte gefördert. Darüber hinaus unterstützt Deutsch­land Regional­organisationen bei der regionalen wirt­schaft­lichen Inte­gration. Zur Ent­wick­lung von Agrar­wert­schöpfungs­ketten und Finanz­systemen sowie zur Ver­bes­se­rung des Geschäfts- und Investitions­klimas werden auch länder­über­greifende Instrumente gefördert.

Deutsch­land ist wichtiger Anteils­eigner der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und weiterer In­sti­tu­tionen und engagiert sich in diesem Rahmen und in enger Absprache mit den anderen Gebern der in­ter­na­ti­o­nalen Gemeinschaft für eine nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung in Afrika.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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