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Mosambik

Situation und Zusammenarbeit


Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation verbessern können. Der Fokus des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Mosambik liegt auf der Grund- und der beruflichen Bildung sowie auf Dezentralisierung und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung.
Bildergalerie öffnen gallery27131569_2../../../../mediathek/bildergalerien/20151015_mosambik/0010_mosambik_thumb.jpgThomas Trutschel/photothek.net Bildergalerie öffnen

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation verbessern können. Der Fokus des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Mosambik liegt auf der Grund- und der beruflichen Bildung sowie auf Dezentralisierung und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung.

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Deutschland unterstützt den strategischen Bildungsplan der mosambikanischen Regierung. Er soll allen Kindern den Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen und die Qualität der Ausbildung sicherstellen.

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Damit die mosambikanische Bevölkerung von den beeindruckenden wirtschaftlichen Wachstumsraten profitieren kann, müssen vor allem kleinste, kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, zum Beispiel beim Zugang zu Finanzdienstleistungen.

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In Mosambik fehlt gerade kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen oftmals der Zugang zu passender Finanzierung, um investieren und wachsen zu können. Ziel ist, dass private Banken Kleinunternehmern im ländlichen Raum geeignete Kredite und Finanzprodukte anbieten.

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Ausbildung zum Automechaniker in der Berufsschule Young Africa in Beira. Deutschland unterstützt Mosambik bei der Reform der Berufsbildung.

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Tischlerausbildung in der Berufsschule Young Africa in Beira. Schwerpunkte des deutschen Engagements sind eine verbesserte Ausstattung der Schulen, Schulmanagement und -entwicklung sowie eine stärkere Praxisorientierung durch Kooperationen mit der Privatwirtschaft.

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Durch die Regulierung des Flusses Chiveve soll die überwiegend arme Wohnbevölkerung in Wohnviertel der Stadt Beira sowie dort ansässiges informelles Gewerbe vor Überschwemmungen geschützt werden.

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Ein Arbeiter, der einen Kanal überquert. In der Stadt Beira werden die Zu- und Abflüsse des Flusses Chiveve ausgebaggert, um die Auswirkungen von Überschwemmungen zu vermindern.

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Gärtner in einer Mangrovenbaumschule. Mangroven spielen eine wichtige Rolle bei der Befestigung von Fluss- und Meeresufern. Sie helfen zu verhindern, dass wertvolles Ackerland bei Überschwemmungen weggespült wird.

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Ein Mangrovensetzling. Mangrovensümpfe sind wichtige Biotope, die auch für Menschen nützlich sind: Sie liefern zum Beispiel Holz zum Bauen und für die Herstellung von Holzkohle.

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Schulkinder auf dem Weg zur Schule. Deutschland trägt zum Bildungshaushalt von Mosambik bei und berät die für Bildung und Berufsbildung zuständigen Ministerien. Ein Fokus liegt auf der Erhöhung der Unterrichtsqualität durch verbesserte Lehrerausbildung.

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Mosambiks Wirtschaft gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Doch der wirtschaftliche Erfolg ist ungleich verteilt. 2008 (neuere Daten liegen noch nicht vor) lebte mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze.

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Arbeiter bauen einen Abwasserkanal am Randes eines Slums. Deutschland berät 15 Kommunen in Mosambik beim Ausbau der Infrastruktur und bei der Stärkung kommunaler Einrichtungen.

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Ein Schneider in einem Slum. Viele Menschen, die in Slums leben, haben keinen Zugang zu einem Abwassersystem oder zu sauberem Trinkwasser.

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Kinder spielen auf der Straße. Rund 45 Prozent der Bevölkerung Mosambiks sind jünger als 15 Jahre.

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Kiosk in einem Wohngebiet

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Ein kleiner Junge schaut auf ein Haus, das langsam vom Meer weggespült wird. Mosambik ist besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

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Gezeitenanlage am Strand von Beira. Durch den Bau von solcher Anlagen, die den Zu- und Abfluss von Regenwasser und Flüssen regeln, soll die Küstenerosion in Mosambik verlangsamt werden.

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Ein altes Schiff am Strand von Beira in der Abendsonne

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Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation verbessern können. Der Fokus des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Mosambik liegt auf der Grund- und der beruflichen Bildung sowie auf Dezentralisierung und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung.

Deutschland unterstützt den strategischen Bildungsplan der mosambikanischen Regierung. Er soll allen Kindern den Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen und die Qualität der Ausbildung sicherstellen.

Damit die mosambikanische Bevölkerung von den beeindruckenden wirtschaftlichen Wachstumsraten profitieren kann, müssen vor allem kleinste, kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, zum Beispiel beim Zugang zu Finanzdienstleistungen.

In Mosambik fehlt gerade kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen oftmals der Zugang zu passender Finanzierung, um investieren und wachsen zu können. Ziel ist, dass private Banken Kleinunternehmern im ländlichen Raum geeignete Kredite und Finanzprodukte anbieten.

Ausbildung zum Automechaniker in der Berufsschule Young Africa in Beira. Deutschland unterstützt Mosambik bei der Reform der Berufsbildung.

Tischlerausbildung in der Berufsschule Young Africa in Beira. Schwerpunkte des deutschen Engagements sind eine verbesserte Ausstattung der Schulen, Schulmanagement und -entwicklung sowie eine stärkere Praxisorientierung durch Kooperationen mit der Privatwirtschaft.

Durch die Regulierung des Flusses Chiveve soll die überwiegend arme Wohnbevölkerung in Wohnviertel der Stadt Beira sowie dort ansässiges informelles Gewerbe vor Überschwemmungen geschützt werden.

Ein Arbeiter, der einen Kanal überquert. In der Stadt Beira werden die Zu- und Abflüsse des Flusses Chiveve ausgebaggert, um die Auswirkungen von Überschwemmungen zu vermindern.

Gärtner in einer Mangrovenbaumschule. Mangroven spielen eine wichtige Rolle bei der Befestigung von Fluss- und Meeresufern. Sie helfen zu verhindern, dass wertvolles Ackerland bei Überschwemmungen weggespült wird.

Ein Mangrovensetzling. Mangrovensümpfe sind wichtige Biotope, die auch für Menschen nützlich sind: Sie liefern zum Beispiel Holz zum Bauen und für die Herstellung von Holzkohle.

Schulkinder auf dem Weg zur Schule. Deutschland trägt zum Bildungshaushalt von Mosambik bei und berät die für Bildung und Berufsbildung zuständigen Ministerien. Ein Fokus liegt auf der Erhöhung der Unterrichtsqualität durch verbesserte Lehrerausbildung.

Mosambiks Wirtschaft gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Doch der wirtschaftliche Erfolg ist ungleich verteilt. 2008 (neuere Daten liegen noch nicht vor) lebte mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze.

Arbeiter bauen einen Abwasserkanal am Randes eines Slums. Deutschland berät 15 Kommunen in Mosambik beim Ausbau der Infrastruktur und bei der Stärkung kommunaler Einrichtungen.

Ein Schneider in einem Slum. Viele Menschen, die in Slums leben, haben keinen Zugang zu einem Abwassersystem oder zu sauberem Trinkwasser.

Kinder spielen auf der Straße. Rund 45 Prozent der Bevölkerung Mosambiks sind jünger als 15 Jahre.

Kiosk in einem Wohngebiet

Ein kleiner Junge schaut auf ein Haus, das langsam vom Meer weggespült wird. Mosambik ist besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

Gezeitenanlage am Strand von Beira. Durch den Bau von solcher Anlagen, die den Zu- und Abfluss von Regenwasser und Flüssen regeln, soll die Küstenerosion in Mosambik verlangsamt werden.

Ein altes Schiff am Strand von Beira in der Abendsonne

Mosambik hatte einen schweren Start in die Selbstständigkeit. Nach jahrhundertelanger portugiesischer Kolonialherrschaft erkämpfte die Befreiungsbewegung Frelimo 1975 die Unabhängigkeit des Landes. Mosambik wurde eine sozialistische Volksrepublik, die Frelimo Staatspartei. Gegen dieses Regime kämpfte anschließend die Rebellenbewegung Renamo. 16 Jahre lang herrschte in Mosambik ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als eine Million Menschen starben und ein Drittel der Bevölkerung aus der Heimat flüchtete. Als die gegnerischen Parteien 1992 ein Friedensabkommen schlossen, war Mosambik weitgehend zerstört.

Seither entwickelt sich Mosambik beständig zu einem demokratischen Staat. Im Parlament sind seit 1994 mehrere Parteien vertreten und die Menschenrechte sind in der Verfassung garantiert. Die Regierung arbeitet zudem am Aufbau eines funktionierenden Rechtsstaates.

Die weitere friedliche Entwicklung des Landes bleibt jedoch eine Herausforderung: 2013 kam es erstmals seit Ende des Bürgerkrieges wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den mosambikanischen Streitkräften und dem bewaffneten Arm der Oppositionspartei Renamo. Im September 2014 konnten die Konflikte auf Basis einer schriftlichen Vereinbarung zwischen den beiden Konfliktparteien zunächst beigelegt werden. Einige der drängendsten Fragen wurden allerdings nicht abschließend geklärt. Beide Seiten bemühen sich weiterhin um eine friedliche Verhandlungslösung.

Im Oktober 2014 fanden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Sie wurden von internationalen Wahlbeobachtern als weitgehend frei und fair beurteilt, wenn es auch zu einigen Unregelmäßigkeiten kam. Erwartungsgemäß ging die Regierungspartei Frelimo erneut als Sieger aus den Wahlen hervor. Die Renamo erzielte vor allem im Zentrum und im Norden des Landes erhebliche Zugewinne und lehnt das Endergebnis bis heute ab.

Wirtschaft

Mitarbeiter einer Bäckerei in Maputo in Mosambik, die mit deutscher Finanzhilfe aufgebaut wurde.

Mosambiks Wirtschaft gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas: Trotz der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Land in den vergangenen Jahren stets ein Wachstum von rund sieben Prozent erzielt. Für 2015 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum von 6,5 Prozent, für 2016 eine Steigerung um mehr als acht Prozent.

Mosambik verfügt nicht nur über bedeutende Erdgas- und Kohlevorkommen, sondern auch über weitere Bodenschätze wie Eisen, Titan, Tantal, Seltene Erden, Gold, Diamanten und Uran sowie über enorme natürliche Energieressourcen (Wasserkraft, Erdwärme, Sonnenenergie, Windkraft).

Verschiedene Großprojekte – vor allem im Bereich der Rohstoffgewinnung – können der Wirtschaft Mosambiks auch in den kommenden Jahren Dynamik verleihen. Die ausländischen Direktinvestitionen haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht – sie lagen 2014 bei rund sechs Milliarden US-Dollar (zum Vergleich 2008: 590 Millionen US-Dollar). Vom derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren vor allem die Branchen, die direkt mit der Realisierung von Großvorhaben zu tun haben, wie die Bauindustrie, die Logistikbranche und die Finanzwirtschaft. Von den dringend benötigten Arbeitsplätzen entstehen in diesen Sektoren jedoch nur wenige.

Die wachsenden Investitionen im Rohstoffsektor stellen die mosambikanische Regierung vor die Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Rohstoffeinnahmen transparent verwaltet und für ein breitenwirksames Wachstum und die Reduzierung von Armut eingesetzt werden. Das Land hat sich daher 2010 der Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft (EITI) angeschlossen. Im Oktober 2012 wurde Mosambik in die Gruppe der Länder aufgenommen, die die Transparenzstandards von EITI erfüllen. Deutschland berät das Rohstoff- und Energieministerium organisatorisch und fachlich, um das Management im Rohstoffsektor zu verbessern.


Außenpolitik

Mosambik ist Mitglied der südafrikanischen Regionalorganisation SADC (Southern African Development Community). Die SADC ist der bedeutendste Wirtschaftsraum in Afrika südlich der Sahara. Wichtigster Handelspartner von Mosambik ist Südafrika, zwischen beiden Ländern existiert ein reger Handels- und Besucheraustausch. Das Verhältnis zur ehemaligen Kolonialmacht Portugal ist inzwischen freundschaftlich, zudem beteiligt sich Mosambik an Aktivitäten der Gemeinschaft portugiesischsprachiger Länder (CPLP).

Mosambik ist Mitglied in der Afrikanischen Union und der NEPAD-Initiative (New Partnership for Africa's Development). Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr Eigenverantwortung für Frieden, Demokratie und die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents zu übernehmen.


Entwicklungspotenziale

Ein Mann beobachtet im Great Limpopo Transfrontier Park einen Elefanten.

Obwohl Mosambik gute Anbaubedingungen für die Landwirtschaft bietet, wird bislang nur ein Bruchteil des fruchtbaren Ackerlandes gewinnbringend genutzt. Auf den landwirtschaftlichen Sektor entfallen zwar 29 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes, und etwa 80 Prozent der Bevölkerung sind dort beschäftigt. Sie kultivieren das Land aber vorwiegend zur Selbstversorgung (Subsistenzwirtschaft). Bisher werden nur wenige Produkte für den Export angebaut, zum Beispiel Tabak, Zucker, Tee, Baumwolle und Cashew-Nüsse.

Großes Potenzial bietet grundsätzlich auch der Tourismus: Mosambik verfügt über eine mehr als 2.700 Kilometer lange Küste am Indischen Ozean. Mit seiner hohen Biodiversität, also dem großen Tier- und Pflanzenreichtum, könnte das Land in Zukunft ebenfalls Besucher anlocken. Deshalb unterstützt Deutschland ein für den Tourismus wie für den Naturschutz Erfolg versprechendes Vorhaben, das 2002 beschlossen wurde: der Zusammenschluss des südafrikanischen Krüger-Nationalparks mit dem mosambikanischen Limpopo-Park und dem Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe zum grenzübergreifenden Great Limpopo Transfrontier Park. Er umfasst eine Fläche von 35.000 Quadratkilometern (das entspricht etwa der Fläche Nordrhein-Westfalens).

Im Zentrum der deutschen Unterstützung steht der Aufbau eines effizienten Parkmanagements sowie die ökologisch wie wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung des Parks. Ergänzend fördert Deutschland die mosambikanische Stiftung BIOFUND, deren Ziel es ist, die langfristige Finanzierung von Schutzgebieten abzusichern.

Gute Voraussetzungen hat Mosambik auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Besonders zur Versorgung ländlicher Gebiete, die bisher kaum Zugang zu Energie haben, könnten regenerative Energieformen wie Solar- und Windenergie, Biomasse und Geothermie eingesetzt werden. Deutschland unterstützt Mosambik deshalb gemeinsam mit anderen Geberländern im Rahmen des Regionalprogramms "Energising Development" dabei, die Versorgung mit erneuerbaren Energien auf lokaler Ebene voranzutreiben. Mosambik exportiert derzeit einen Großteil der Elektrizität aus dem Cahora-Bassa-Wasserkraftwerk nach Südafrika, Malawi, Simbabwe und Swasiland.


Umwelt und Klimawandel

Überschwemmung in Mosambik im März 2000. In der Hauptstadt Maputo wurden zahlreiche Straßen und Brücken zerstört.

Mosambik zählt weltweit zu den Ländern, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Das zeigt sich vor allem in Form extremer Wetterereignisse. In der Zeit von November bis April treten häufig die Flüsse über ihre Ufer und sorgen für verheerende Überschwemmungen. Davon stark betroffen ist auch Zentralmosambik, wo der regionale Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegt. Seit den schweren Fluten im Jahr 2000, durch die rund eine Million Menschen ihre Lebensgrundlage verloren, unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Mosambik im Bereich der Katastrophenvorsorge und der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.

Gleichzeitig wird die in vielen Landesteilen vorherrschende Trockenheit zum Problem: Niederschläge werden zunehmend unberechenbar – mit negativen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die mangelnde Produktivität der einheimischen Landwirtschaft, schlechte Ernten als Folge von Naturkatastrophen sowie der weltweite Anstieg der Nahrungsmittelpreise beziehungsweise die Schwächung der Landeswährung haben wiederholt zu Versorgungsengpässen der mosambikanischen Bevölkerung geführt.

Massive Umweltschäden sind zudem durch illegale Abholzungen im Norden des Landes zu befürchten. Und auch der Kohleabbau in der Provinz Tete birgt ökologische Risiken.


Schwerpunkte der deutschen Zu­sam­men­ar­beit mit Mosambik

Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Mosambiks. Die Zusammenarbeit zwischen Mosambik und Deutschland konzentriert sich auf die Stärkung und Beratung mosambikanischer Institutionen auf nationaler Ebene und in den drei Schwerpunktprovinzen Inhambane, Sofala und Manica. Die Bundesrepublik hat Mosambik für die Jahre 2014 und 2015 Mittel in Höhe von 128 Millionen Euro für Entwicklungszusammenarbeit zugesagt.

Mit der Regierung von Mosambik wurden folgende Schwerpunkte für die Zusammenarbeit vereinbart und zuletzt bei den Regierungsverhandlungen im August 2014 bestätigt:

  • Grund- und Berufsbildung
  • ​Dezentralisierung für ländliche Entwicklung
  • ​Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Weitere wichtige Bereiche der Zusammenarbeit sind die Anpassung an den Klimawandel, der Erhalt der Biodiversität, gute Regierungsführung im Rohstoffstoffsektor sowie die HIV/Aids-Prävention. Außerdem unterstützt Deutschland das Land bei der Nutzung eigener erneuerbarer und klimafreundlicher Ressourcen für die Energiegewinnung, zum Beispiel durch die Wiederinbetriebnahme und den Neubau von Wasserkraftwerken sowie deren Anbindung ans Netz.


Grund- und Berufsbildung

Studenten der Elektrotechnik am Instituto Industrial de Maputo, Mosambik

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation verbessern können. Der Fokus des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Mosambik liegt auf der Grund- und der beruflichen Bildung. Die Förderung der beruflichen Bildung wird zukünftig noch ausgebaut.

Deutschland unterstützt den strategischen Bildungsplan der mosambikanischen Regierung. Er zielt unter anderem darauf ab, allen Kindern den Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen und die Qualität der Ausbildung sicherzustellen.

Die Qualität des Unterrichts soll unter anderem durch eine bessere Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer und ein integriertes Fortbildungs- und Beratungssystem gesteigert werden. Um das Bildungsangebot vor Ort konkret zu verbessern, fördert Deutschland mit einem Vorhaben der technischen Zusammenarbeit Lehrerausbildungsinstitute im Bereich Grundbildung sowie die Provinzverwaltungen für Bildung. Ein wichtiges Thema hierbei ist die HIV-Prävention, da das Lehrpersonal – wie die mosambikanische Bevölkerung insgesamt – in hohem Maße von Infektionen mit dem Virus betroffen ist.

Über die finanzielle Zusammenarbeit leistet Deutschland einen wesentlichen Beitrag zum Bildungshaushalt und berät daneben die Bauabteilung des mosambikanischen Bildungsministeriums bei der Errichtung und dem Wiederaufbau von Schulgebäuden. So konnte die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dazu beitragen, dass im Jahr 2014 die Einschulungsquoten weiter gestiegen sind.

Die Bundesrepublik unterstützt außerdem eine arbeitsmarktorientierte Reform der Berufsbildung. Schwerpunkte der Reform sind eine verbesserte Ausstattung der Schulen, Schulmanagement und -entwicklung sowie eine stärkere Praxisorientierung durch Kooperationen mit der Privatwirtschaft. Außerdem soll die Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrern verbessert werden.


De­zen­tra­li­sie­rung für ländliche Ent­wick­lung

Die Mosambikanerin Luisa Antonio hat einen Geflügelzuchtbetrieb gegründet.

Die ländliche Entwicklung ist eine wichtige Voraussetzung für die Armutsbekämpfung in Mosambik. Mehr als zwei Drittel der knapp 26 Millionen Einwohner leben außerhalb der Städte. Um die Erbringung staatlicher Dienstleistungen zu verbessern, unterstützt Deutschland Reformen des Regierungs- und Verwaltungssystems. Ziel eines Vorhabens der technischen Zusammenarbeit ist es insbesondere, die staatlichen Stellen auf Distriktebene zu befähigen, nationale Entwicklungsprogramme lokal wirksam umzusetzen. Hierfür werden beispielsweise lokale Planungsprozesse und das Finanzmanagement verbessert sowie interne und externe Kontrollmechanismen entwickelt.

Auch ein Vorhaben der finanziellen Zusammenarbeit unterstützt den Dezentralisierungsprozess. In 15 Kommunen der Schwerpunktprovinzen wird der Ausbau der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur finanziert und es werden investitionsbegleitende Maßnahmen gefördert. So wird die Einkommenssituation der Kommunen verbessert und ihre Fähigkeit gestärkt, Infrastrukturvorhaben zu planen und umzusetzen.


Nachhaltige Wirt­schafts­ent­wick­lung

Filiale der Mikrofinanzbank Banco Terra in Beira, Mosambik

Trotz der positiven Wirtschaftsdaten der vergangenen Jahre wurden in Mosambik bislang nicht genügend neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit die mosambikanische Bevölkerung von den beeindruckenden wirtschaftlichen Wachstumsraten profitieren kann, sind dringend Entwicklungsimpulse für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMUs) notwendig. Auch müssen Strategien zur wirtschaftlichen Diversifizierung und zur Steigerung der Produktivität und Wertschöpfung im eigenen Land noch stärker in den Vordergrund rücken. Mosambik muss seine Abhängigkeit von Importen verringern und in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Produktbereichen eine stärkere Orientierung auf den Export fördern.

Deshalb unterstützt Deutschland die mosambikanische Regierung bei der Verbesserung der rechtlichen, politischen und institutionellen Rahmenbedingungen für KKMUs, insbesondere im ländlichen Raum. Unter anderem beraten deutsche Experten das zuständige Industrie- und Handelsministerium bei der Erarbeitung konkreter Reformschritte und deren Umsetzung auf subnationaler Ebene. Im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften arbeitet Deutschland direkt mit ausgewählten Unternehmen zusammen und kombiniert damit die Innovationskraft der Wirtschaft mit den Ressourcen, dem Wissen und den Erfahrungen der Entwicklungszusammenarbeit. Über den Ausbau von Wertschöpfungsketten und den nachhaltigen Ausbau unternehmerischer Tätigkeiten entstehen Arbeitsplätze, und es werden zusätzliche Ressourcen für Investitionen der öffentlichen Hand erschlossen.

Darüber hinaus fördert Deutschland auch die Verbesserung des Finanzsystems, zum Beispiel über die Einführung privater Kreditreferenzbüros und eines Einlagensicherungsfonds.

Gerade kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen fehlt oftmals der Zugang zu passender Finanzierung, um Investitionen tätigen und wachsen zu können. Um die Entwicklung und Stärkung des Finanzsektors voranzubringen, ist die technische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mosambik daher in diesem Bereich eng mit der finanziellen Zusammenarbeit verknüpft. Ziel ist, dass private Banken insbesondere Kleinst- und Kleinunternehmern im ländlichen Raum geeignete Kredit- und Finanzprodukte anbieten.

Der Zugang zu Finanzdienstleistungen wird über innovative Vertriebsmodelle verbessert. Dazu zählt insbesondere das Mobile Banking, also die Abwicklung von Bankgeschäften über das Handy. Außerdem werden die Menschen dabei unterstützt, finanzielle Dienstleistungen und Produkte besser verstehen und nutzen zu können. So wurde zum Beispiel 2014 in Mosambik erstmals der "Weltspartag" begangen.


Weitere Informationen

Video

Standbild aus dem Video zum Klimaschutz in Mosambik Video starten

Mosambik ist schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen, zum Beispiel durch starke Überschwemmungen. Deutschland unterstützt das Land bei Präventionsmaßnahmen.

Publikationen

BMZ-Afrikapolitik: Neue Herausforderungen und Akzente

PDF 1,6 MB, barrierefrei

Neue Akzente in unserer
Afrikapolitik | Zwischenbilanz nach einem Jahr

PDF 5 MB, barrierefrei

Die neue Afrika-Politik des BMZ
Afrika auf dem Weg vom Krisen- zum Chancenkontinent

PDF 1,2 MB, barrierefrei

Berufliche Bildung in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit
Positionspapier des BMZ

PDF 2,3 MB, barrierefrei

Dezentralisierung und lokale Selbstverwaltung
Faltblatt

PDF 327 KB, barrierefrei

Entwicklung ländlicher Räume und ihr Beitrag zur Ernährungssicherung
BMZ-Strategiepapier

PDF 179 KB, barrierefrei

Entwicklungspolitisches Strategiepapier Extraktive Rohstoffe

PDF 574 KB, barrierefrei

Der Beitrag des Tourismus zur nachhaltigen Ent­wick­lung und zur Er­reichung der Millenniums­ent­wicklungs­ziele

PDF 233 KB, barrierefrei

Märkte entwickeln, Wohl­stand schaffen, Armut re­duzieren, Verantwortung über­nehmen
Die Wirt­schaft als Partner der Entwicklungs­politik

PDF 190 KB, barrierefrei

Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik

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