Hauptinhalt

Äthiopien

Stadtansicht von Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien

weiterlesen

Überblick

Aufstrebendes Land mit großen Herausforderungen

Noch gehört Äthiopien zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde. Doch das Land ist auf einem guten Weg, die Lebensverhältnisse seiner Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Möglich wird das durch die großen Entwicklungsanstrengungen der äthiopischen Regierung und der Geberländer sowie durch das in den vergangenen Jahren erreichte Wirtschaftswachstum.

Von der Besetzung durch das faschistische Italien 1936 bis 1941 abgesehen, stand Äthiopien als einziger Staat Afrikas nie unter Kolonialherrschaft. Bis 1974 war das Land eine Monarchie, danach folgte eine kommunistisch ausgerichtete Militärdiktatur. Bis in die 1990er Jahre war Äthiopien weitgehend vom westlichen Ausland abgeschottet.

Äthiopien versteht sich heute als demokratische Bundesrepublik und spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität der Region am Horn von Afrika. Äthiopien ist das bevölkerungs- und flächenmäßig größte Land Ostafrikas (in beiderlei Hinsicht etwa doppelt so groß wie das Nachbarland Kenia) und mit einer Einwohnerzahl von mehr als 100 Millionen Menschen das zweitgrößte Land Afrikas nach Nigeria.

Äthiopien hat strukturelle Probleme, die die Entwicklung erschweren – vor allem sind dies wiederkehrende Dürreperioden, das rasche Bevölkerungswachstum und die schwach entwickelte Infrastruktur. Klima, Vegetation und Regenhäufigkeit sind regional sehr unterschiedlich.

Die häufigen Dürren verursachen immer wieder schwerwiegende Ernteausfälle. Die langfristige Ernährungssicherung der Bevölkerung stellt nach wie vor eine drängende Herausforderung dar.

Äthiopien zählt zu den Ländern, die weltweit am meisten Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit sind dort mehr als 880.000 Flüchtlinge und Asylsuchende registriert – hauptsächlich Menschen aus den Nachbarstaaten Südsudan, Somalia und Eritrea (Stand: September 2017).

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland fördert in Äthiopien Programme in den Schwerpunktbereichen Bildung, Sicherung der Ernährung und Landwirtschaft sowie im Bereich "Umweltpolitik, Schutz und Erhalt natürlicher Ressourcen, Biodiversität".

Scrollen Sie nach unten, um ausführliche Informationen über die Situation im Land und das deutsche entwicklungspolitische Engagement in Äthiopien zu erhalten.

Direkt zu:

Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit Äthiopien

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Äthiopien

Bienenzüchterin aus Äthiopien

Meldung 22.11.2017

Jobs für Frauen und Jugendliche in Äthiopien

Von Deutschland unterstützte Berufsschule in Äthiopien

Meldung 03.11.2017

Stabilisierung durch Beschäftigung und Widerstandsfähigkeit gegen Dürre

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, Tobias Fischer (H&M) und M.A. Rahim (DBL Group) bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung für ein Berufsbildungszentrum für den Textilsektor in Äthiopien

Meldung 04.04.2017

Entwicklungsminister Müller bringt Berufsbildungszentrum für den Textilsektor in Äthiopien auf den Weg

Reise von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller nach Äthiopien: Menschen in einem Dorf in der Somali-Region

Meldung 03.04.2017

Dürrekrise am Horn von Afrika | Entwicklungsministerium kündigt 100 Millionen Euro zusätzliche Hilfe an

Die 13-jährige Momina Ali aus Äthiopien muss in der Schule einen Tag fehlen, weil sie sich um Wasser für die Familie kümmern muss.
Politische Situation

Regierungsführung und Menschenrechte

In der Regierungsführung Äthiopiens sind vor allem bei den politischen Mitwirkungsmöglichkeiten deutliche Defizite festzustellen. Die Parteienkoalition EPRDF (Ethiopian Peoples’ Revolutionary Democratic Front) regiert zunehmend autoritär. Bei den Parlamentswahlen im Mai 2015 verlor auch der letzte oppositionelle Abgeordnete seinen Sitz. Die Regierungskoalition EPRDF stellt nun alle 547 Abgeordneten im Parlament. Bei den Regionalwahlen 2015 gingen nur 21 von 1.987 Sitzen an die Opposition. Damit können die Parlamente ihre Kontrollfunktion faktisch nicht mehr wahrnehmen.

Proteste, wie sie seit Ende 2015 vermehrt in verschiedenen Landesteilen Äthiopiens aufflammen, werden massiv unterdrückt. Im Oktober 2016 verhängte die Regierung den Ausnahmezustand. Damit wurden Zuständigkeiten der Bundesstaaten, vor allem im Bereich öffentliche Ordnung und Sicherheit, auf die Zentralregierung übertragen und in der Verfassung garantierte Grundrechte außer Kraft gesetzt.

Im Korruptionswahrnehmungsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International von 2016 steht Äthiopien auf Rang 108 von 176 ausgewerteten Staaten.

Menschenrechte

Die Menschenrechtslage ist nach wie vor problematisch. Die bürgerlichen Freiheiten werden durch mehrere Gesetze beschnitten. Verhaftungen, auch von Oppositionspolitikern und Journalisten, auf Grundlage eines Antiterrorgesetzes geben Anlass zur Sorge. Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass in diesem Gesetz die Tatbestände sehr unklar formuliert sind und damit eine willkürliche Anwendung gegen politische Gegner ermöglicht wird.

Die Presse- und Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt, ebenso der Handlungsspielraum für zivilgesellschaftliche Organisationen. Ein 2009 verabschiedetes Gesetz sieht vor, dass sich äthiopische Organisationen, die sich politisch engagieren, zu höchstens zehn Prozent durch ausländische Mittel finanzieren dürfen. Unabhängigen Menschenrechtsorganisationen fehlt damit Geld für ihre Aktivitäten.

Trotz eines in der Verfassung verankerten Diskriminierungsverbots und einer aktiven Frauenpolitik seitens der Regierung sind die Frauenrechte in Äthiopien noch nicht durchgehend verwirklicht.

Gewaltsame Konflikte

In Äthiopien sind militante Befreiungsbewegungen aktiv, die von der Regierung als terroristische Organisationen betrachtet werden. Dazu gehören Teile der "Ogaden National Liberation Front" (ONLF), die ein 2010 mit der äthiopischen Regierung abgeschlossenes Friedensabkommen ablehnen und weiterhin für die staatliche Unabhängigkeit der äthiopischen Somali-Region kämpfen wollen. Eine andere Gruppe, die "Oromo Liberation Front" (OLF), strebt die Gründung eines unabhängigen Oromo-Staates an. Beide Bewegungen haben mehrfach Terroranschläge verübt.

Arbeiterinnen in einer Fabrik für Textilien in Äthiopien, in der unter anderem für eine in Deutschland weit verbreitete Ladenkette produziert wird
Soziale Situation

Erfolge der Entwicklungsorientierung werden sichtbar

Die aktuelle Regierung verfolgt äußerst ehrgeizige Reformpläne, um den Staat zu modernisieren und die Armut zu reduzieren, setzt dabei jedoch zunehmend auf einen autoritären Regierungsstil (siehe oben unter "Politische Situation").

Ziel ist, bis zum Jahr 2025 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen (Middle Income Country) zu erlangen. Die Entwicklungsorientierung der Regierung ist hoch. Sie verfolgt mit ihrem Fünfjahresplan 2016–2020 (Growth and Transformation Plan II) einen Wachstumskurs auf Grundlage einer staatsgelenkten Volkswirtschaft mit klaren Zielvorgaben: Ausbau der verarbeitenden Industrie, Exportorientierung und Industrialisierung der Landwirtschaft.

Die Erfolge der Entwicklungsorientierung werden sichtbar, Äthiopien konnte in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielen: Nach Angaben der Weltbank ist der Anteil der extrem Armen von 66,4 Prozent (1995) auf 33,5 Prozent (2010) gesunken (neuere Zahlen liegen nicht vor). Die Kindersterblichkeit ist zwischen 1995 und 2016 um fast 70 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Bevölkerung, der Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, ist deutlich gestiegen (1995: 19,5 Prozent, 2015: 57,3 Prozent). Die Einschulungsrate lag 2015 bei knapp 86 Prozent (1995: 22 Prozent).

Das starke Wachstum der Bevölkerung belastet die Umwelt und die Ressourcen des Landes. Seit mehr als 20 Jahren steigt die Einwohnerzahl jährlich um mindestens 2,5 Prozent. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird Äthiopien im Jahr 2050 zu den zehn bevölkerungsreichsten Staaten der Welt gehören (2016 hatte Äthiopien rund 102,4 Millionen Einwohner).

Straßenbahn in Addis Abeba, Äthiopien
Wirtschaftliche Situation

Modernisierung der Infrastruktur und der Landwirtschaft erforderlich

Äthiopiens Wirtschaft ist zwischen 2005 und 2015 im Schnitt um etwa zehn Prozent pro Jahr gewachsen. Im Jahr 2016 fiel das Plus mit rund 7,5 Prozent etwas verhaltener aus, für 2018 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Wachstumsrate von 8,5 Prozent (Stand: Februar 2018).

Auf dem Index der menschlichen Entwicklung nimmt Äthiopien Rang 174 der 188 aufgelisteten Staaten ein (HDI 2015).

Problematisch sind die niedrigen Staatseinnahmen, die hohe Auslandsverschuldung und die negative Handelsbilanz – Äthiopien importiert deutlich mehr Güter, als es exportiert.

Obwohl bereits einige Reformschritte unternommen wurden, übt der Staat noch immer einen beherrschenden Einfluss auf die Wirtschaft aus. In wichtigen Bereichen (zum Beispiel Telekommunikation, Luftverkehr, Energie) sind staatliche Firmen und parteinahe Unternehmen Monopolisten oder Marktführer. Privater Landbesitz ist gemäß Verfassung nicht zulässig. Die Privatwirtschaft kann sich unter diesen Rahmenbedingungen bisher nicht entfalten.

Basis der äthiopischen Wirtschaft ist die Landwirtschaft. Sie beschäftigt rund 70 Prozent der Erwerbstätigen und trägt etwa 37 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

Zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Herausforderungen des Landes gehören der Ausbau der unterentwickelten Infrastruktur und die Modernisierung der kleinbäuerlich geprägten Landwirtschaft, die auf Eigenversorgung ausgerichtet und stark von Regenfällen abhängig ist. Ein großer Mangel an Fachpersonal, etwa in der öffentlichen Verwaltung, erschwert die Umsetzung von Reformvorhaben.

Video: Nachhaltige Textilproduktion in Äthiopien
Windenergie-Labor in Äthiopien
Entwicklungspotenziale

Landwirtschaft, Bodenschätze und erneuerbare Energien

Äthiopien hat große Entwicklungspotenziale. Unter anderem ist die Produktivität der Landwirtschaft noch enorm steigerungsfähig. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Kaffee – Äthiopien ist größter Produzent Afrikas – sowie Mais, Zwerghirse (Teff), Weizen, Sorghumhirse, Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Zuckerrohr und Gemüse. Das Land verfügt außerdem über Bodenschätze wie Gold, Tantalerz, Phosphor, Eisen, Salz, Kaliumcarbonat (Pottasche), Natriumcarbonat, Edelsteine und Kohle. Große Hoffnungen werden auf die Entdeckung von Goldvorkommen und Erdöllagerstätten im Ogaden-Becken gesetzt.

In Äthiopien gibt es zudem umweltfreundliche Energiequellen wie Wasserkraft und Erdwärme. Das Land hat 2010 drei neue Wassergroßkraftwerke in Betrieb genommen und damit seine Stromerzeugungskapazität mehr als verdoppelt. Weitere Kraftwerke sind im Bau oder in Planung. Äthiopien exportiert Strom ins Nachbarland Dschibuti sowie nach Kenia und in den Sudan.

Die Erweiterung der Stromerzeugung sowie der Ausbau der Infrastruktur sollen auch dem Tourismus zugutekommen, der als neuer wachstumsfähiger Sektor gilt.

Wissenschaftler in einem Windenergie-Labor in Addis Abeba. Hier werden Hochleistungs-Generatoren für Windräder entwickelt, die später in den USA und in Europa produziert werden.
Lesetipps

BMZ-Publikationen

Abedech Mideksam: Bienenzüchterin aus Äthiopien

Deutsche Entwicklungszu­sam­men­ar­beit mit Äthiopien

Äthiopien gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Bei Regierungsverhandlungen im September 2014 sagte das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) Äthiopien insgesamt 129 Millionen Euro für den Zeitraum 2015 bis 2017 zu. Zusätzlich fließen rund 60 Millionen Euro aus der BMZ-Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" in Maßnahmen zur langfristigen Ernährungssicherung. Im Rahmen der Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren" hat das BMZ 14,5 Millionen Euro zugesagt. Mit diesen Mitteln wird die Versorgung der Geflüchteten in den Gemeinden und ihre Integration in den Arbeitsmarkt verbessert.

Seit Herbst 2015 sorgt eine durch das Klimaphänomen El Niño ausgelöste Dürre mit anschließenden Überschwemmungen durch Starkregen für eine Ernährungskrise in Süd- und Ostafrika. Äthiopien ist besonders stark betroffen: Dort leiden 13,5 Millionen Menschen unter Hunger und sind akut hilfsbedürftig. Das BMZ hat dafür bislang 73,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und unterstützt damit Maßnahmen der Ernährungssicherung, der Gesundheitsvorsorge sowie der Wasser- und Sanitärversorgung.

Außerdem erhalten vom Ernteausfall betroffene Bäuerinnen und Bauern Hilfe für die Beschaffung von neuem Saatgut und Tierfutter. 2017 wurden weitere Zusagen eingeplant, um insbesondere Programme des Kinderhilfswerks UNICEF und des Welternährungsprogramms zu unterstützen.

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich seit 2014 auf drei Schwerpunktbereiche:

  • Bildung
  • Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft
  • Umweltpolitik, Schutz und Erhalt natürlicher Ressourcen, Biodiversität

Äthiopien ist Pilotland für die Gemeinsame Programmierung (Joint Programming) der Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten. Im EU-Kreis wurde im Frühjahr 2016 der Prozess für ein umfassendes EU-Joint-Programming gestartet. Ziel ist, die gemeinsame europäische Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien besser abzustimmen und besser in Wert zu setzen.

  • Berufsschule in Mekele (Äthiopien); ähnlich dem dualen System der Berufsbildung in Deutschland werden hier junge Menschen unter anderem in Maschinenbau und Metallverarbeitung ausgebildet
    Zukunftsinvestition

    Bildung

    Äthiopien hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte im Bildungssektor gemacht – sowohl in Bezug auf den Umfang als auch auf die Qualität des Angebots. Deutschland unterstützt das Land dabei, die Berufsausbildung und die Hochschullehre und -forschung praxisorientierter zu gestalten.

  • Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien
    EINEWELT ohne Hunger

    Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft

    Die äthiopische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, die Ernährung der Bevölkerung langfristig zu sichern. Voraussetzung dafür ist ein verbessertes Landmanagement. Durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen Boden, Wald und Wasser können die Erntemengen deutlich gesteigert werden.

  • Durch Aufforstung soll in einem ausgewaschenen Flussbett im Dorf Abdi Buch in Ostäthiopien die Erosion verringert werden.
    Umwelt

    Natürliche Ressourcen und Biodiversität schützen und erhalten

    Äthiopien ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Das Land beheimatet eine Vielzahl von Tier-und Pflanzenarten und ist Teil zweier "Biodiversitäts-Hotspots" von globaler Bedeutung. 14 Prozent des Landes sind als Schutzgebiet ausgewiesen.

Berufsschule in Mekele (Äthiopien); ähnlich dem dualen System der Berufsbildung in Deutschland werden hier junge Menschen unter anderem in Maschinenbau und Metallverarbeitung ausgebildet
Zukunftsinvestition

Bildung

Äthiopien hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte im Bildungssektor gemacht – sowohl in Bezug auf den Umfang als auch auf die Qualität des Angebots. Deutschland unterstützt Äthiopien dabei, die Berufsausbildung und die Hochschullehre und -forschung praxisorientierter zu gestalten.

Die technische Ausbildung in Berufsschulen wird verbessert, indem sie an die Bedürfnisse der Wirtschaft und an das Beschäftigungspotenzial im formellen und informellen Sektor angepasst wird. Auch eine bessere Ausbildung von Ingenieuren und Berufsschullehrern an Universitäten wird gefördert. In Modellinstitutionen wird das Management verbessert, praxisrelevante Bildungsinhalte werden eingeführt und Lehrkräfte fortgebildet.

Deutsche Expertinnen und Experten beraten zudem das Bildungsministerium und seine nachgeordneten Behörden bei der Steuerung der Reformen und der Kooperation mit der äthiopischen Privatwirtschaft. Dazu gehört zum Beispiel die systematische Einbeziehung von Arbeitsmarktdaten in die Bildungsplanung. In den Regionen werden beschäftigungsfördernde Pilotprojekte gestartet. Auch unterstützt die Bundesregierung den Aufbau von Technologie- und Gründerzentren an Hochschulen.

Das Vorhaben hat bereits mehr als 350.000 Berufsschülerinnen und -schüler und mehr als 750.000 Studierende erreicht. Bis Ende 2016 wurden landesweit mehr als 6.100 Berufsschullehrer an über 900 Berufsschulen qualifiziert. Mehr als 2.500 Fachkräfte aus der Berufs- und Hochschulbildung sowie Kleinunternehmer wurden bis Anfang 2017 in Unternehmensführung, Technologietransfer, Didaktik und anderen Themen fortgebildet. Sie wirken nun als Multiplikatoren und vermitteln zum Beispiel Kenntnisse zu besserer Unterrichtsqualität oder marktorientierter Produktenwicklung weiter.

121 Unternehmen wurden bisher in die praxisnahe Berufsausbildung eingebunden. Ihre Beteiligung ist ein erster Beitrag zur angestrebten Einführung einer kooperativen Berufsausbildung.

Schülerinnen und Schüler in einer Grundschule in einem Dorf in der Somali-Region in Äthiopien

BMZ-Publikationen zum Thema Bildung

Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien
EINEWELT ohne Hunger

Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft

Die äthiopische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, die Ernährung der Bevölkerung langfristig zu sichern. Voraussetzung dafür ist ein verbessertes Landmanagement. Durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen Boden, Wald und Wasser, verbesserte Ackerbaumethoden und effektiven Erosionsschutz wird die Bodendegradation – also die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit der Böden – verringert. Dadurch können die Erntemengen deutlich gesteigert werden.

Die Bauern werden dabei unterstützt, ihre Produktion vielseitiger zu gestalten und die Wasserressourcen verantwortungsvoll zu nutzen. Es werden neue Pflanzensorten und verbessertes Saatgut eingeführt, Methoden des biologischen Erosionsschutzes vermittelt und an die Böden angepasste Bearbeitungs-, Ernte und Bewässerungstechniken entwickelt.

Durch die Maßnahmen wurden bislang rund 390.000 Hektar degradiertes Land wieder nutzbar gemacht. Davon profitieren etwa 200.000 Haushalte. In den unterstützten Gebieten stieg die landwirtschaftliche Produktion und damit auch das Einkommen der Bauern.

Im Rahmen der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" wurde ein sogenanntes "Grünes Innovationszentrum" gegründet, das Methoden zur Produktivitätssteigerung vermittelt. Außerdem werden Vorhaben zur Stärkung der Dürreresilienz und zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Acker- und Weideland gefördert.

Die Bundesregierung berät die äthiopischen Behörden auch bei der Verbesserung der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Um die Verteilungs- und Vermarktungsprobleme der Nahrungsmittel im Land zu mindern, werden zudem die Transportwege verbessert.

Durch Aufforstung soll in einem ausgewaschenen Flussbett im Dorf Abdi Buch in Ostäthiopien die Erosion verringert werden.
Umwelt

Natürliche Ressourcen und Biodiversität schützen und erhalten

Äthiopien ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Das Land beheimatet eine Vielzahl von Tier-und Pflanzenarten und ist Teil zweier "Biodiversitäts-Hotspots" von globaler Bedeutung. 14 Prozent des Landes sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Die Verantwortung für die Verwaltung dieser Schutzgebiete ist bislang jedoch ineffizient auf verschiedene Behörden verteilt. In der Vergangenheit hat die Artenvielfalt aufgrund von Besiedelung, intensiver Beweidung und großflächigen Investitionen in den Agrarsektor dramatisch abgenommen.

Im Schwerpunkt "Umweltpolitik, Schutz und Erhalt natürlicher Ressourcen, Biodiversität" setzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in verschiedenen Bereichen an, um den Schutz und die nachhaltige Nutzung der ausgewiesenen artenreichen Gebiete in Äthiopien zu gewährleisten und zugleich die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern:

  • Nachhaltiges Management der Biosphärenreservate, Aufbau wirksamer Monitoringstrukturen zur Kontrolle und Durchsetzung bestehender gesetzlicher Vorgaben

  • Regelung der Nutzung genetischer Ressourcen, etwa durch partizipativ erstellte Landnutzungspläne und Anreize zum Schutz biologisch wertvoller Gebiete durch Vorteilsausgleich

  • Erhalt und Wiederaufforstung von Wäldern

Die Maßnahmen in diesem Schwerpunkt sind eng mit den Vorhaben zur nachhaltigen Landbewirtschaftung und zur Stärkung der Dürreresilienz verknüpft.

Siehe auch

BMZ-Publikationen zum Thema

Karte von Äthiopien

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Äthiopien

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Äthiopien Deutschland
Ländernamea16173184 Demokratische Bundesrepublik Äthiopien Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Addis Abeba, etwa 3,5 Millionen Einwohner Berlin, etwa 3,5 Millionen Einwohner
Flächea16173142 1.104.300 km² (2017) 357.380 km² (2017)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 174 von 188 (2014) 4 von 188 (2015)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.PUBL.ZS

Öffentliche Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Summe der laufenden und Kapital­ausgaben aus staatlichen Haus­halten (zentrale Ebene und Gebiets­körper­schaften), externen Krediten und Zuschüssen (einschließlich Zuwen­dungen internationaler und nicht­staatlicher Organisa­tionen) sowie sozialen (oder gesetzlichen) Kranken­versicherungen.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TETC.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lungen 50-99. Hierzu zählt die Wert­schöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handels­bereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transport­wesen sowie aus staat­lichen, finanziellen, fachlichen und persön­lichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versor­gung und Immo­bilien­dienst­leistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Import­abgaben sowie alle statistischen Diskre­panzen, die den erfassenden Stellen auf natio­naler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produktions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Internationale Initiative für Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit (IATI)

Projekt- und Organisationsdaten aus Äthiopien

Diese Seite kann auf einem Tablet (Portraitmodus) oder Smartphone leider nicht angezeigt werden. Bitte rufen Sie diese Seite über ein größeres Endgerät auf (z.B. ein Tablet (Landscape-Modus) oder einen Computer).

Hauptinhalt

Filter wählen
Hier Projekte nach Region, Land und/oder Sektor filtern
Zu den Kommentaren

Linktipps

Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Websites mit entwicklungspolitischen Hintergrundinformationen über Äthiopien.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen