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Nordafrika und Naher Osten

Sonderinitiative zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika, Nahost

Technische Berufe bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Perspektive.

Im Jahr 2014 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Sonderinitiative zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika, Nahost ins Leben gerufen. Mit ihr reagiert das Ministerium auf aktuelle Herausforderungen in der Region wie hohe Arbeitslosigkeit, schwache Wirtschaftsleistungen und politische Instabilität, insbesondere in der Folge des sogenannten "Arabischen Frühlings".

Friedliche demokratische Entwicklung ist dann möglich, wenn die Menschen in ihrer Heimat Chancen sehen – Chancen auf Arbeit, auf Frieden, auf Demokratie und Mitbestimmung.

Die Sonderinitiative konzentriert sich deshalb auf vier konfliktmindernde und krisenpräventive Handlungsfelder:

  • Jugendbeschäftigung,
  • wirtschaftliche Stabilisierung,
  • Demokratisierung und
  • die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Die Sondermaßnahmen zeichnen sich durch besonders zielgruppennahe Aktivitäten, insbesondere in benachteiligten Landesregionen aus. Es werden schnell spürbare Wirkungen für die Menschen vor Ort erzielt. Dabei ergänzen die Vorhaben die laufende Entwicklungszusammenarbeit.

Auf einen Blick

Anzahl der Projekte: 55, davon 50 zurzeit in Durchführung

Anzahl beteiligter Durchführungsorganisationen: 16 (darunter Nichtregierungsorganisationen, politische Stiftungen, wissenschaftliche Institute, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), KfW Entwicklungsbank, etc.)

Länder: Ägypten, Jemen, Jordanien, Libanon, Marokko, Mauretanien, Palästinensische Gebiete, Syrien, Tunesien

Laufzeit insgesamt: Oktober 2014 bis Dezember 2021

Bisher bereitgestellte Finanzmittel: 303,7 Millionen Euro


Bisherige Ergebnisse (ausgewählte Beispiele)

  • In Ägypten wurden seit Januar 2015 mehr als 2.100 Arbeit suchende Jugendliche in einen Job vermittelt. Mehr als 2.300 Jugendliche und junge Erwachsene besuchten Schulungen zur Vorbereitung auf den Beruf.
  • An der Al-Quds-Universität in Ost-Jerusalem wurden duale Studiengänge eingeführt, ein bisher einmaliger Ansatz in der Region. Mehr als 40 Student/innen nahmen im September 2015 ihr Studium auf.
  • 2015 wurden auf einer Unternehmermesse in Tunesien mehr als 5.000 Menschen zum Thema Selbständigkeit beraten. An einem Wettbewerb für potenzielle Unternehmensgründer/innen nahmen 241 von ihnen teil. 16 Jungunternehmer/innen werden auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet, sechs weitere Gründer/innen setzen bereits ihre Geschäftsideen um.
  • Im Jemen gleicht ein neues Kursmodell konfliktbedingten Unterrichtsausfall aus. Davon profitierten bislang mehr als 50.000 Schüler/innen. Durch organisatorische Unterstützung von Abschlussprüfungen konnten im Jahr 2015 rund 78.000 Schulabgänger/innen ihre Prüfung ablegen.
  • In Ägypten im Großraum Kairo werden Mitarbeiter/innen vier lokaler Verwaltungszentren geschult. Rund 200.000 Ägypter/innen erhalten so besseren Zugang zu staatlichen Dienstleistungen.
  • In Tunesien wurden sechs Bürgerbüros eingerichtet, Mitarbeiter/innen und lokalpolitische Entscheidungsträger werden aus- und fortgebildet. Von diesen Anlaufstellen profitieren bisher rund 280.000 Menschen.
  • In Jordanien wurden bisher 300 weibliche Religionsgelehrte und 550 Imame zu sogenannten Wasserbotschafter/innen ausgebildet. Sie klären die Bevölkerung über den sparsamen Umgang mit Wasser auf. Über eine neu entwickelte Predigt werden rund drei Millionen Besucher der wöchentlichen Freitagsgebete für den Schutz von Wasserressourcen sensibilisiert.

Stand: Mai 2016


Weitere Informationen

Hier finden Sie kurze Projektbeschreibungen zu den Vorhaben der Sonderinitiative. Darin enthalten sind persönliche Geschichten über Menschen vor Ort, denen unsere Arbeit zu Gute kommt.


Weitere Informationen

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Auf der 2. IHK-Mittelmeer-Wirtschaftskonferenz machte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf die Bedeutung und die großen Chancen der Region Nordafrika aufmerksam.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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