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Kapitel 1

Afrika – Partnerkontinent Europas

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Afrika ist ein Kontinent ganz eigener Geschichte und Kultur. Auf einer Fläche dreimal so groß wie Europa, 85-mal so groß wie Deutschland, finden sich 54 Staaten, 3.000 Ethnien und Volksgruppen, 3.000 Sprachen und zahllose Religionsgemeinschaften. Afrika ist die Wiege der Menschheit – wir alle sind ein Stück Afrikas.

Afrika und Europa sind Nachbarn: Von Sizilien nach Tunesien sind es 145 Kilometer, vom Festland Spaniens nach Marokko gerade einmal 14 Kilometer. Neben dieser geographischen Nähe sind wir durch Geschichte und Kultur in besonderer Weise verbunden. 1885 auf der Konferenz in Berlin wurde der Kontinent mit dem Lineal ohne Rücksicht auf Geschichte, Tradition, Kultur und Selbstbestimmung der Völker willkürlich aufgeteilt. Es folgte ein Zeitalter der Unterdrückung, Bevormundung, Erniedrigung und Ausbeutung.

Folgen davon sind heute noch zahlreiche Konflikte und Kriege. Das Zeitalter des Sklavenhandels ist einer der prägenden Tiefpunkte zwischen der westlichen Welt und Afrika. Und auch heute gründet der Wohlstand der Industrieländer teilweise auf der ungeregelten Ausbeutung von Menschen und Ressourcen des afrikanischen Kontinents. Aus dieser Geschichte zu lernen heißt heute, Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft zu übernehmen.




Kommentare (2)

 

TransFair e.V. schrieb am 23.02.2017 um 14:58 Uhr

Afrika hat hunderte Kulturen, die weit über die Anzahl der Länder hinausgehen. Der grundlegende Unterschied, dass es in den afrikanischen Staaten kaum Nationalbewusstsein bzw. Nationen gibt, wird nicht mitgedacht, führt in der Realität aber dazu, dass viele Programme, Projekte auf bilateraler Ebene „nicht passen“. Ein europäischer Ansatz sollte dann auch eher regionsbezogen statt länderbezogen sein. Zu 1.2: •Was ist mit Ökosystemen und Biodiversität? •Nur wenn die Naturressourcen nachhaltig – und nicht ausbeuterisch - genutzt werden, kann eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung nachhaltig sein. Das Geschäftsmodell „Export des industrialisierten Landwirtschaftsmodells“ ist nicht nachhaltig.

 

 

Jan-Thilo Klimisch schrieb am 13.02.2017 um 15:50 Uhr

Zu 1.1: Der Rang von Menschenrechten gegenüber legitimen politischen Interessen Afrikas und Europas könnte hier noch klarer betont werden. Jegliche Bemühungen für nachhaltige Entwicklung im eigenen Land, aber auch durch internationale Kooperation in anderen Staaten unterliegen stets dem Primat, dass sie in Einklang mit geltenden Menschenrechten sein müssen. Zu 1.2: (bzgl. zweitletzter Absatz auf S. 8): In allen Gesellschaften der Welt, gerade in ärmeren Regionen, werden nicht nur Frauen und Minderheiten allgemein, sondern insbesondere auch Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt. Ihr Potential wird ungenutzt gelassen, wird teilweise sogar aktiv diskriminiert. Menschen mit Behinderungen machen in vielen Ländern Afrikas rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Zu 1.4: Hier sollte primär auf die 2030-Agenda als gemeinsamer Handlungsrahmen verwiesen und deren Umsetzung beschrieben werden. Alle Staaten Afrikas und alle Staaten Europas haben sich 2015 der 2030-Agenda verpflichtet. Anstatt sich auf einzelne Politikfelder zu beschränken (Außen-, Entwicklungs-, Handels-, Wirtschafts-, Sicherheits-, Agrar-, Klima-, Umwelt- und Migrationspolitik), die nicht die Gesamtheit der SDG-Themenbereiche abdecken, sollte zudem die Integration der drei Dimensionen von Nachhaltigkeit betont werden.

 

 

Lexikon der Entwicklungspolitik

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