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Kolumbien
Nachhaltiges Wirtschaften für den Frieden

Nach 50 Jahren bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben die Regierung und die größte Rebellengruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) im September 2016 ein Friedensabkommen geschlossen. Es wurde jedoch von einer knappen Mehrheit im Rahmen einer Volksabstimmung abgelehnt, der weitere Fortgang des Friedensprozesses ist offen. Der langfristige Erfolg einer friedlichen Lösung wird auch davon abhängen, ob die Menschen auf dem Land Arbeit finden und ein Einkommen erwirtschaften können. Hier lebt knapp jeder zweite Kolumbianer in Armut. Bisher sind viele ländliche Gebiete in Kolumbien noch von den Wirtschaftskreisläufen der größeren Städte abgeschnitten.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist über ein Beratungsprogramm in den Departamentos Meta und Norte de Santander aktiv und unterstützt dabei, nachhaltige Jobs und Einkommen zu schaffen, die der dortigen Bevölkerung zugutekommen. Sehen Sie selbst!

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Kolumbien
Neue Impulse für eine vergessene Region

Im bergigen Norden Kolumbiens nehmen Kaffee-, Bananen- und Obstbäuerinnen und -bauern zunehmend selbst die Dinge in die Hand. Sie organisieren sich in Kooperativen und versuchen damit, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.

Dafür erhalten sie Unterstützung vom nationalen Ausbildungsdienst. Durch den Austausch von Erfahrungen zwischen den Kooperativen entstehen Ideen, mit denen die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig vorangetrieben werden kann.

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Ziegelsteine schaffen Arbeitsplätze und schonen die Umwelt

Ziegeleien sind ein wichtiger Wirtschaftszweig im kolumbianischen Departamento Norte de Santander. Um sich dem Wettbewerb mit Großbetrieben stellen zu können, haben sich dort die kleinen Ziegeleien in einer Kooperative zusammengeschlossen. Sie sichern Arbeitsplätze für viele Menschen aus den Randzonen der Provinzhauptstadt Cúcuta.

Bisher wurden die Ziegel in vielen kleinen Fabriken noch auf traditionelle Weise hergestellt. Nun lernen die Ziegelproduzenten, wie man sie mit weniger Energie und Materialeinsatz produziert. So entsteht ein doppelter Mehrwert: Die Umwelt wird geschont und Einkommen effizienter erwirtschaftet. Ein Modell, das auch auf andere Wirtschaftszweige übertragbar ist.

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Ökogemüse für heute – Wasser für morgen

Mutiscua liegt in einem sensiblen und für die Andenregion typischen Ökosystem – dem Páramo. Als natürliches Wasserreservoir kann es sogar in langen Trockenzeiten Wasser speichern. Daher sind diese Gebiete unter Schutz gestellt. Die nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung der Páramos ist hier besonders wichtig: Sie stellt die Trinkwasserversorgung ganzer Regionen sicher und kann gleichzeitig für Kleinbauern die überlebensnotwendigen Einkommen aus landwirtschaftlichen Erträgen erbringen.

Doña Ligia Salamanca hat sich entschlossen, auf den ökologischen Anbau von Gemüse umzustellen. Gemeinsam mit anderen Frauen und Männern hat sie sich in einer Produzentenvereinigung zusammengeschlossen, um ökologische Produktionsweisen auszuprobieren.

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Nachhaltige Milchwirtschaft statt Koka

Das Departamento del Meta im Zentrum Kolumbiens war bis vor einigen Jahren noch stark vom Koka-Anbau geprägt. Der Verkauf von Kokablättern sicherte zwar die Einkünfte der Familien, drängte die Koka-Bauern aber gleichzeitig in die Illegalität. Viehzucht bietet eine interessante Alternative für die meisten Bauern. Doch nur, wenn sie nachhaltig betrieben wird, können zukünftige Generationen davon langfristig profitieren.

Durch die Allianz eines großen kolumbianischen Milchproduzenten mit Kleinbauern und -bäuerinnen werden wertvolle Erfahrungen und Best Practices zur nachhaltigen Weidewirtschaft weitergegeben. Don Saul Neira hat an den Fortbildungen teilgenommen und sagt: "Meine Milch hat seitdem eine bessere Qualität, die mir mein Einkommen absichert. Außerdem habe ich jetzt verstanden, wie der Milchpreis überhaupt zustande kommt und kann nun besser mit den Käufern verhandeln."

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Jugendliche gestalten ihre Zukunft

Die 22-jährige Jessica Oliveros begleitet Touristen durch "La Macarena", einen Nationalpark im Departamento del Meta: "Viele meiner Bekannten sind aus Meta weggegangen, weil es hier kaum Perspektiven für junge Menschen gibt. Nachhaltiger Tourismus eröffnet mir und anderen Jugendlichen die Möglichkeit, die Zukunft meines Heimatortes mitzugestalten." Teile des Nationalparks waren Rückzugsgebiete von bewaffneten Gruppierungen, die Präsenz des Militärs ist hoch, aber einige Bereiche sind für Touristen erschlossen. Durch den Park fließt der Caño Cristales, dem wegen seiner vielen Farben nachgesagt wird, dass in ihm "der Regenbogen versunken sei".

Jessica ist es wichtig, gerade auch die Belange der Jugendlichen in die Entwicklung ihres Ortes und der touristischen Erschließung des Parks einzubringen. Als gewählte Sprecherin der Kooperative junger Touristenführerinnen und -führer bringt sie sich aktiv in die Entscheidungsprozesse ein.

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Bauernmärkte als "neues" Vermarktungsmodell

Für die Bauern aus den entlegenen Dörfern des Departamento del Meta ist es schwierig, ihre Produkte zu vermarkten – die Straßen sind schlecht und Supermärkte als Verkaufsmöglichkeit zu weit entfernt. Mit Unterstützung der regionalen Universität suchen sie nach neuen Möglichkeiten, um ihr Obst und Gemüse besser zu verkaufen.

Das traditionelle Modell der Bauernmärkte bietet nicht nur eine neue sichere Einkommensquelle; durch den direkten Kontakt zu den Kunden schaffen sie auch ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln. Mittlerweile ist der Bauernmarkt, der alle zwei Wochen in der Provinzhauptstadt Villavicencio stattfindet, für viele ein wichtiger Ort des Austausches geworden – nicht nur im kulinarischen Sinne.

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Erfahrungen weitergeben

Die guten Erfahrungen in den beiden Departamentos Meta und Norte de Santander zeigen: Auch in strukturschwachen und entlegenen ländlichen Gebieten kann Einkommen auf nachhaltige Weise geschaffen und Jobperspektiven für Jugendliche können eröffnet werden. Diese Erfahrung gilt es weiterzugeben an Nachahmer und Nachahmerinnen, aber auch an die politisch Verantwortlichen und Unternehmer.

Die Geschichten von Jessica Oliveros, Doña Ligia Salamanca und Don Saul Neira machen Mut und schaffen Vertrauen in die Zukunft des Landes, das viel zu lange unter dem bewaffneten Konflikt gelitten hat.

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