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Lateinamerika und Karibik

Klima- und Ressourcenschutz

Blick von Quito (Ecuador, im Vordergrund) auf den höchsten noch aktiven Vulkan der Erde, den Cotopaxi in den Anden.

Die Anstrengungen für mehr Klima- und Ressourcen­schutz in Latein­amerika und der Kari­bik sind nicht nur lokal und re­gi­onal, son­dern auch glo­bal von fun­da­men­taler Be­deu­tung. Die Ökosysteme der Region – zum Beispiel im Ama­zo­nas­becken, in den Anden und in Zen­tral­amerika – gel­ten als die größten Natur­res­sour­cen welt­weit. Sie sind Lebens­raum für unzählige Pflanzen- und Tier­arten, be­wah­ren die bio­logische Viel­falt und tragen zur Regu­lie­rung des Welt­klimas bei. Der Erhalt dieser Öko­systeme und ihrer bio­lo­gischen Viel­falt ist not­wen­dig, um die Folgen des Klima­wandels abmildern und die glo­balen Klima­schutz­ziele erreichen zu können.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind derzeit etwas weniger als 50 Pro­zent des latein­ameri­ka­nischen Sub­kon­ti­nents von Wald be­deckt. Erst­mals in der Geschichte Latein­amerikas ist damit die be­wal­dete kleiner als die un­be­wal­dete Fläche. Obwohl die Um­welt­politik in der Region lang­sam an Be­deu­tung ge­winnt, schreitet die Um­welt­zer­störung voran. Der Sub­kon­ti­nent ver­liert dadurch nicht nur seine öko­lo­gische Viel­falt, son­dern wird gleich­zeitig noch ver­wund­barer für extreme Wet­ter­phä­no­mene wie Dür­ren, Über­schwem­mungen und Wirbelstürme.

Ausbau des Engagements

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit en­ga­giert sich in Latein­amerika und der Karibik intensiv im Bereich Klima- und Res­sour­cen­schutz. Das Fach­wissen deutscher Exper­tinnen und Exper­ten ist in der Region hoch an­er­kannt und nach­ge­fragt. Deutsch­land kann dadurch ent­schei­dend dazu bei­tra­gen, der akuten Ge­fähr­dung vieler Natur- und Lebens­räume ent­gegen­zu­wirken und den Schutz glo­baler öffent­licher Güter vor­an­zu­treiben. Des­halb sieht das BMZ-Regional­kon­zept Latein­amerika und Karibik vor, die Zu­sam­men­ar­beit im Schwer­punkt Klima- und Res­sour­cen­schutz weiter auszubauen.

Die Projekte und Maßnahmen der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zum Klima- und Ressourcen­schutz in Latein­amerika und der Karibik kon­zen­trieren sich auf folgende Handlungsfelder:

  • Schutz und nach­hal­tige Nutzung von Biodiversität und natürlichen Ressourcen (Tropenwälder, Wasser)

  • Erneuerbare Energien und Ener­gie­ef­fi­zienz

  • Anpassung an den Klimawandel, Umweltstandards, industrieller Umweltschutz

Innerhalb dieser Handlungsfelder arbeitet die Bun­des­re­pu­blik an einer Viel­zahl von Themen. Zen­trale Be­deu­tung hat der Schutz der Öko­systeme und der bio­lo­gischen Viel­falt. Deutsch­land unter­stützt daher den Auf­bau und das Manage­ment von Natur­schutz­ge­bieten, öffent­lichen Wäldern und in­di­genen Ter­ri­to­rien unter Berück­sich­ti­gung von Raumordnungs- und Land­rechts­fragen. Der Schutz der Tropen­wälder wird unter anderem durch den REDD-Mechanismus ge­för­dert – ein An­reiz­system für den Erhalt und die Auf­forstung von Wäldern.

Erneuerbare Energien

In der Region wächst zudem das Interesse an erneuerbaren Energien und an Ver­bes­se­rungen der Ener­gie­ef­fi­zienz. Deutsch­land unter­stützt den Über­gang von fossiler zu rege­ne­ra­tiver Energie­ver­sorgung (Sonne, Wasser, Wind, Geo­thermie, Bio­masse) durch moderne Tech­no­logie und Know-how sowie Be­ra­tung in recht­lichen und pla­ne­rischen Fragen. Der deutsche Bei­trag hilft, die Ab­hän­gig­keit von Energie­trägern wie Öl und Gas zu re­du­zieren und gleich­zeitig Ener­gie­ver­brauch und Kohlen­dioxid­emissionen zu senken. Be­son­ders wich­tig ist die Zu­sam­men­ar­beit mit den großen Schwellen­ländern wie Bra­si­lien und Mexiko, auch um die ne­ga­tiven Aus­wir­kungen des dyna­mischen Wirt­schafts­wachs­tums in diesen Län­dern zu begrenzen.

Gleiches gilt für das deutsche En­gage­ment für den Um­welt­schutz. In vie­len Län­dern der Region mangelt es an einer fach­ge­rechten Ent­sor­gung und Ver­wer­tung von industriellen wie privaten Ab­wäs­sern und Ab­fäl­len. Deutsch­land leistet durch Be­ra­tung und Tech­no­lo­gie­transfer einen direkten Bei­trag zu mehr Lebens­qua­li­tät und einer sau­beren Um­welt. Die Mit­arbeit bei der Ein­füh­rung von Um­welt­auf­lagen und stan­dar­di­sierten Produktions- und Recycling­ver­fahren sind von großer Be­deu­tung, um das Bewusst­sein für den Wert und die Schutz­be­dürf­tig­keit der Um­welt in Politik, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft zu verankern.

Regionale Vernetzung

Die Unterstützung regionaler Vernetzung und Kooperation ist ein wei­terer wich­tiger An­satz­punkt der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in diesem Be­reich – zum Bei­spiel durch die För­de­rung des grenz­über­schrei­tenden Um­welt­schutzes, durch den Aufbau einer regionalen Kata­strophen­prä­vention oder die Grün­dung von Energie­ver­bünden. Diese Maß­nahmen werden durch regionale und in­ter­na­ti­o­nale Aus- und Wei­ter­bildung und Wissen­schafts­kooperation sowie durch die Unter­stützung einer breiten­wirk­samen Umwelt­bildung ergänzt.

Deutsch­land engagiert sich in zahlreichen latein­ameri­ka­nischen Partner­ländern im Schwer­punkt Klima- und Res­sour­cen­schutz und stellt dafür hohe Sum­men zur Ver­fü­gung. Die Region pro­fi­tiert eben­falls von den beträcht­lichen deutschen Bei­trägen an multi­laterale Geber der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit wie die Welt­bank, die Inter-Amerikanische Ent­wick­lungs­bank und die Europäische Union.

Beispiele

Im Biosphärenreservat Río Plátano in Honduras hat sich mit deutscher Unter­stüt­zung die jähr­liche Ent­wal­dungs­rate im Zeit­raum 2006 bis 2011 auf 0,25 Pro­zent re­du­ziert, in den Jahren 2000 bis 2005 lag sie noch bei 0,66 Prozent.

Im Rahmen des nationalen Wald­programms "Socio Bosque" konnte in Ecuador die Fläche ge­schütz­ter Wald­ge­biete um 65.000 Hektar er­höht werden.

Rund 280.000 Bolivianerinnen und Bolivianer haben in den ver­gan­genen drei Jah­ren durch Pro­gramme, die von Deutsch­land ge­för­dert wur­den, Zu­gang zur Trink­wasser­ver­sorgung oder Ab­was­ser­ent­sorgung erhalten.

In Costa Rica hat die Bun­des­re­pu­blik den Bau von Bio­gas­an­lagen unter­stützt. Sie tragen dazu bei, dass jähr­lich etwa elf Mil­li­onen Liter Schwer­öl ein­ge­spart wer­den und der Aus­stoß klima­schädi­genden Methans verringert wird.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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