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Guatemala

Antigua Guatemala

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Überblick

Große gesellschaftliche Gegensätze in der größten Volkswirtschaft Zentralamerikas

Guatemala ist mit rund 17 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land und die größte Volkswirtschaft in Zentralamerika. Im Jahr 2018 wuchs die Wirtschaft um drei Prozent. Allerdings ist die Einkommensverteilung extrem ungleich: Wenige einflussreiche Familien verfügen über einen großen Teil der wirtschaftlichen Ressourcen des Landes; zunehmend geraten diese Ressourcen auch unter den Zugriff der organisierten Kriminalität.

Mehr als die Hälfte der guatemaltekischen Bevölkerung lebt in Armut, insbesondere indigene Bevölkerungsgruppen. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) belegt Guatemala nur Rang 127 von insgesamt 189 Staaten. Die Ernährungslage ist laut Welthunger-Index ernst: 16 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt und 46,5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren weisen Wachstumsverzögerungen auf.

Folgen des Bürgerkriegs

Von 1960 bis 1996 herrschte in Guatemala ein Bürgerkrieg, dem mehr als 200.000 Menschen zum Opfer fielen. Erst 1996 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Darin waren weitreichende Reformen vorgesehen, die helfen sollten, einen Rechtsstaat aufzubauen, Straflosigkeit zu bekämpfen und die Steuerquote zu steigern, um mehr staatliche Mittel für die Bereiche Gesundheit, Soziales und Bildung bereitzustellen. Darüber hinaus sollte eine Landreform auf dem Weg gebracht werden, um vor allem der indigenen Landbevölkerung wieder Bodenbesitz und Ernährungssicherung zu ermöglichen. Auch sollten die Verbrechen der Militärdiktatur aufgearbeitet und die Zivilgesellschaft im Demokratisierungsprozess gestärkt werden.

Die ehrgeizigen Ziele des Friedensvertrags konnten bislang jedoch nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Größtes Hindernis war und ist der fehlende Reformwille der wirtschaftlich dominanten und an der Regierung beteiligten Bevölkerungsschicht. Die Mehrheit der staatlichen Institutionen ist schwach. Korruption und Straflosigkeit sind nach wie vor weit verbreitet, die Mordrate sinkt seit einigen Jahren, ist aber trotzdem noch sehr hoch (2018: 22,4 Morde pro 100.000 Einwohner), die Aufklärungsquote ist niedrig.

Zusammenarbeit mit Deutschland

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit von Guatemala und Deutschland konzentriert sich auf die Arbeitsfelder "Demokratische Regierungsführung mit Gerechtigkeit", "(Berufliche) Bildung" sowie "Umwelt und Anpassung an den Klimawandel".

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Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Guatemala

  • Nationalpalast in Guatemala-Stadt
    Politische Situation

    Schwache staatliche Institutionen

    Guatemala ist heute ein demokratisch verfasster Staat, die Folgen des bis 1996 dauernden Bürgerkriegs wirken sich jedoch immer noch auf die gesellschaftliche Entwicklung des Landes aus.

  • Eine Mutter mit ihrem Kind in Guatemala
    Soziale Situation

    Diskriminierung von Frauen und Indigenen

    Guatemala ist ein Land mit großen Gegensätzen zwischen arm und reich: Eine kleine Oberschicht verfügt über den Großteil des Nationaleinkommens, während rund 60 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze leben.

  • Auf einer Kaffeeplantage in Guatemala werden Kaffeebohnen getrocknet.
    Wirtschaftliche Situation

    Informeller Sektor prägt die Volkswirtschaft

    Das stabile Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat die Lebenssituation der armen Bevölkerung nicht grundlegend verbessert. Mit einem Gini-Index von 48,3 (2014) zählt Guatemala weltweit zu den Ländern mit der größten sozialen Ungleichheit.

Nationalpalast in Guatemala-Stadt
Politische Situation

Schwache staatliche Institutionen

Guatemala ist heute ein demokratisch verfasster Staat, die Folgen des bis 1996 dauernden 36-jährigen Bürgerkriegs wirken sich jedoch immer noch auf die gesellschaftliche Entwicklung des Landes aus. Das politische Leben im Land ist traditionell durch eine schwache Regierung und ein von persönlichen Interessen dominiertes Parlament gekennzeichnet. Die Parteienlandschaft ist unbeständig, keine Regierungspartei wurde bislang wiedergewählt.

Eine der größten Herausforderungen für die Regierung ist die strukturelle Schwäche der staatlichen Institutionen, die dazu führt, dass erzielte Fortschritte immer wieder gefährdet sind. Vor allem in den Bereichen soziale und ländliche Entwicklung, Korruptionsbekämpfung, Konfliktbearbeitung und Umwelt gibt es Handlungsbedarf.

Im aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International belegt Guatemala Rang 144 von 180 Ländern.

Der seit 2016 amtierende Staatspräsident Jimmy Morales, ein ehemaliger Fernsehkomiker und Wirtschaftswissenschaftler, hat die in ihn gesetzten Erwartungen auf Wandel enttäuscht. Er hatte seinen Wahlkampf unter dem Motto "weder korrupt noch Dieb" geführt. Doch gegen ihn wurde zuletzt wegen Vorwürfen illegaler Wahlfinanzierung ermittelt. Durch seinen Umgang mit der Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) kam es zu einer politischen Krise.

Bei Präsidentschaftswahlen im Juni 2019 hat keiner der insgesamt 19 Kandidatinnen und Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreicht. Die Stichwahl am 11. August gewann der konservative Kandidat Alejandro Giammattei.

Eine Mutter mit ihrem Kind in Guatemala
Soziale Situation

Diskriminierung von Frauen und Indigenen

Guatemala ist ein Land mit großen Gegensätzen zwischen arm und reich: Eine kleine Oberschicht verfügt über den Großteil des Nationaleinkommens, während rund 60 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze leben.

Die Regierung will die Armut im Land bis 2032 halbieren und hat dieses Ziel im nationalen Entwicklungsplan "K'atun 2032" verankert, der 2014 in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und staatlichen Behörden erarbeitet wurde. Der Name des Plans stammt von der Zeitspanne K'atun des Kalendersystems der Maya, sie entspricht in etwa 20 Jahren. Inzwischen wurde der Plan weiterentwickelt und eine Strategie zur Integration der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Agenda 2030 veröffentlicht. 2017 legte die Regierung Guatemalas den Vereinten Nationen einen ersten Staatenbericht zum Stand der Umsetzung der Agenda 2030 vor.

Guatemala hat die meisten internationalen Menschenrechtsabkommen und -konventionen unterzeichnet. 2012 trat das Land auch dem Internationalen Strafgerichtshof bei. Die grundlegenden bürgerlichen und politischen Freiheiten und Rechte sind formal garantiert, ihr Schutz wird aber in der Praxis stark behindert.

Insbesondere die indigenen Einwohnerinnen und Einwohner und Frauen werden in Guatemala stark benachteiligt. Neben der extrem ungleichen Verteilung von Land und Ressourcen sind sie in vielen Bereichen Diskriminierungen ausgesetzt, etwa beim Zugang zu Justiz oder Bildung. An politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen ist die indigene Bevölkerung kaum beteiligt, obwohl das von Guatemala ratifizierte Abkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die Rechte indigener Völker eine Konsultationspflicht vor der Entscheidung über Infrastrukturprojekte vorsieht.

Mit knapp 3.900 Morden im Jahr 2018 zählt Guatemala zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Die organisierte Kriminalität und die Drogenmafia haben einen erheblichen Anteil daran; ebenso die in ländlichen Regionen wenig präsente und teilweise korrupte Polizei und Justiz, die lediglich einen Bruchteil aller Gewaltverbrechen aufklären. Bei Frauenmorden, sogenannten "feminicidios", herrscht weitgehende Straflosigkeit. Auch als Opfer innerfamiliärer und sexualisierter Gewalt erfahren Frauen und Mädchen bislang wenig staatliche Unterstützung.

Auf einer Kaffeeplantage in Guatemala werden Kaffeebohnen getrocknet.
Wirtschaftliche Situation

Informeller Sektor prägt die Volkswirtschaft

Das stabile Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat die Lebenssituation der armen Bevölkerung nicht grundlegend verbessert. Mit einem Gini-Index von 48,3 (2014) zählt Guatemala weltweit zu den Ländern mit der größten sozialen Ungleichheit. (Der Gini-Index ist ein statistisches Maß, das die Ungleichverteilung von Einkommen darstellt. Null steht für absolute Gleichheit, 100 für absolute Ungleichheit.)

Guatemala hat eine extrem niedrige Steuerquote. Das Steueraufkommen hat nur einen Anteil von etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine nachhaltige Entwicklung ist bei einem so geringen Steueraufkommen nicht möglich.

Jedes Jahr verlassen mehr als 200.000 junge Menschen die Schule oder Universität, doch es gibt nur wenige offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt. Die offizielle Arbeitslosenquote lag 2018 bei 2,7 Prozent.

Etwa 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten im informellen Sektor, der die Wirtschaft des Landes maßgeblich trägt. Fast ein Drittel arbeiten im Agrarsektor. Traditionelle Agrarprodukte sind Kaffee, Zuckerrohr, Bananen und Kardamom. In den vergangenen Jahren hat der Anbau von Gemüse, Früchten und Zierpflanzen sowie der großflächige Anbau von Ölpalmen zugenommen. Guatemala exportiert viele seiner Agrarprodukte, außerdem Textilien, die in Lohnveredelungsbetrieben hergestellt werden, Edelsteine und Metalle.

Das Land hat verschiedene Freihandelsabkommen unterzeichnet, unter anderem mit den USA, Chile und Peru. Seit 2013 ist Guatemala zusammen mit Honduras, Nicaragua, Panama, Costa Rica und El Salvador Partner in einem Freihandelsabkommen der EU.

Das Engagement ausländischer Investoren wird durch die schlechte Sicherheitslage, die mangelhafte Infrastruktur und die geringe Größe des guatemaltekischen beziehungsweise zentralamerikanischen Marktes gehemmt.

Große Bedeutung für die wirtschaftliche Situation Guatemalas haben die etwa drei Millionen im Ausland – vor allem den USA – lebenden Guatemalteken. Sie überweisen erhebliche Geldsummen in ihre Heimat. 2018 machten diese Rücküberweisungen mehr als zehn Prozent des Bruttosozialprodukts von Guatemala aus.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Guatemala

Guatemala gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Deutschland ist einer der wichtigsten Geber des Landes.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Demokratische Regierungsführung mit Gerechtigkeit
  • (Berufliche) Bildung
  • Umwelt und Anpassung an den Klimawandel

Im September 2018 waren gemeinsame Regierungsverhandlungen geplant. Kurz vor dem Termin verkündete Präsident Morales, das Mandat für die Internationale Kommission zur Bekämpfung der Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) über September 2019 hinaus nicht zu verlängern. Daraufhin hat die Bundesregierung die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Zum Wohle der Bevölkerung wurden Guatemala im Dezember 2018 14,5 Millionen Euro für technische Zusammenarbeit in den Schwerpunkten "Demokratische Regierungsführung mit Gerechtigkeit" sowie "Umwelt und Anpassung an den Klimawandel" zugesagt. Die Mittel sind für die Fortsetzung von laufenden Projekten vorgesehen. 

Zusätzlich zur bilateralen Entwicklungszusammenarbeit profitiert Guatemala von länderübergreifenden Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Schwerpunkte "Umwelt und Energie" sowie in den Themenbereichen Jugendgewaltprävention, Migration und Beschäftigungsförderung. Diese Vorhaben werden zu einem großen Teil über die Regionalorganisationen SICA und BCIE umgesetzt.

Die Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit dienen der Umsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte indigener Völker, der Frauen und Jugendlichen.

Polizisten in Guatemala

Internationale Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG)

Seit 2007 finanziert die Staatengemeinschaft die Arbeit der Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (Comisión Internacional contra la Impunidad en Guatemala, CICIG). Die CICIG unterstützt die guatemaltekische Justiz und die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten und leistet einen Beitrag zur Stärkung staatlicher Strukturen. Sie wurde 2006 auf Bitten der guatemaltekischen Regierung von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

Deutschland unterstützt die Arbeit der CICIG im Rahmen eines Projekts der deutschen technischen Zusammenarbeit sowie über ein Vorhaben der EU.

Dank der Ermittlungen von CICIG und Generalstaatsanwaltschaft konnten einige Korruptionsskandale und kriminelle Strukturen im Zoll- und Gesundheitswesen, bei Parlament, Polizei, Gemeindeverwaltungen und in der Justiz aufgedeckt werden. 2015 führten die Ermittlungen zu einem kriminellen Netzwerk im Staatsapparat zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Otto Pérez Molina.

Das derzeitige CICIG-Mandat läuft noch bis September 2019. Seit die Justiz seinen Sohn und einen Bruder wegen illegaler Geschäfte unter Anklage stellte und auch gegen ihn selbst wegen illegaler Wahlkampffinanzierung zu ermitteln begann, versucht Staatspräsident Jimmy Morales, die Handlungsfähigkeit der CICIG einzuschränken. Ende August 2018 verkündete er, dass es keine Verlängerung des Mandats über 2019 hinaus geben werde. Gleichzeitig entzog er dem Leiter der CICIG, Iván Velásquez, das Visum.

Straßenszene in Guatemala-Stadt
Schwerpunkt "Demokratische Regierungsführung mit Gerechtigkeit"

Reformkräfte in Staat und Gesellschaft unterstützen

Armut, Korruption und Gewalt sind in Guatemala Symptome eines schwachen Staates. Die schwierige Sicherheitslage sowie die verbreitete Perspektivlosigkeit, vor allem in ländlichen Regionen, tragen dazu bei, dass viele Guatemaltekinnen und Guatemalteken auswandern.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat deshalb das Ziel, Reformkräfte in Staat und Gesellschaft bei der Festigung der Demokratie und des Friedensprozesses zu unterstützen, die Chancengleichheit zu stärken sowie Kapazitäten zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung aufzubauen.

Im Bereich der Konfliktprävention und friedlichen Konfliktbearbeitung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ staatliche und nichtstaatliche Akteure dabei, Politikvorgaben und Reformen umzusetzen. Gefördert werden unter anderem Projekte in Themenbereichen wie Aussöhnung und Wiedergutmachung, friedliche Konflikttransformation und Bürgersicherheit.

Auch die Umsetzung der Standards der Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie (EITI) wird unterstützt.

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit werden in Guatemala-Stadt öffentliche Plätze, die Bürgerinnen und Bürgern eine höhere Sicherheit bieten, sowie Fortbildungskurse für Jugendliche zur Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt gefördert.

Reformmaßnahmen in den Sektoren der Zusammenarbeit werden durch einen struktur- und ordnungspolitischen Fonds unterstützt. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf Reformen im Justizbereich, da der Reformbedarf in diesem Bereich besonders hoch ist.

Ein regionales Projekt im Bereich Good Financial Governance soll in Guatemala helfen, das Steueraufkommen zu verbessern und für haushaltspolitische Transparenz zu sorgen.

Schülerinnen und Schüler der El-Racinimiento-Schule in Villa Nueva, Guatemala
Schwerpunkt "Bildung"

Nachhaltige Entwicklung durch gute Grund- und weiterführende Bildung

Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Guatemalas und Voraussetzung für die Verminderung von Rassismus und Diskriminierung. Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, Kindern und Jugendlichen aus armen, größtenteils indigenen Familien die notwendige Grundbildung zu ermöglichen. Mit deutscher Unterstützung wurde die akademische Lehrerausbildung für Grundschullehrer verpflichtend eingeführt.

Durch die Förderung von Neubau, Ausbau und besserer Ausstattung der Grund- und weiterführenden Schulen und der Erstellung von Lern- und Lehrmaterialien wird die Qualität der Primar- und vor allem der Sekundarstufe erhöht. Denn ohne gute weiterführende Schulen wird die erhoffte soziale und wirtschaftliche Entwicklung in vielen Gebieten Guatemalas ausbleiben. Mit Hilfe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden zudem die Schul- und Bildungsbehörden gestärkt.

Das Programm "Educación para la Vida y el Trabajo" (Bildung für Leben und Beschäftigung, EDUVIDA) berät das guatemaltekische Bildungsministerium bei der Reform der Sekundarschulbildung. Schwerpunkte sind die fachliche Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrern, bei der Entwicklung von Lehrplänen und beim Bildungsmanagement. Ziel ist die Verbesserung der Bildungsqualität in der Sekundarstufe. Ein spezielles Augenmerk liegt hierbei auf dem Thema "würdige Arbeit" und auf der Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements sowie demokratischen Verhaltens der Jugendlichen in ländlichen Regionen. Die Ausbildung soll auch den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.

Über regionale Programme fördert das BMZ die Beschäftigung und berufliche Aus- und Fortbildung von marginalisierten Jugendlichen. Hierdurch soll Jugendgewalt vorgebeugt werden und zur (Re-)Integration von fluchtgefährdeten Kindern und Jugendlichen beigetragen werden.

Zukünftig soll sich die Zusammenarbeit in diesem Bereich auf die berufliche Aus- und Fortbildung konzentrieren. Hierbei soll auch die Privatwirtschaft eingebunden werden.

Die antike Maya-Stadt Tikal liegt in den Regenwäldern im Norden Guatemalas.
Schwerpunkt "Umwelt und Anpassung an den Klimawandel"

Schutz der Artenvielfalt und des Waldes

Guatemala zählt zu den Ländern, die in Zukunft besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen werden könnten. Schon heute ist eine Zunahme von Dürreperioden, Wirbelstürmen und extremen Regenfällen zu beobachten. Sie führen immer wieder zu gravierenden Ernteverlusten und Schäden an der Infrastruktur. Darüber hinaus wird Guatemala immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil es an der Schnittstelle von drei Kontinentalplatten liegt.

Guatemala hat 2013 ein Rahmengesetz zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Darauf aufbauend wurde 2016 ein nationaler Klimaanpassungsplan (PANCC) zur Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen auf nationaler Ebene erarbeitet. Deutschland unterstützt Guatemala bei der Erfüllung seiner nationalen Klimaschutzbeiträge (NDC) im Rahmen des Pariser Klimaabkommens. Dabei ist Guatemala auch Teil der NDC-Partnerschaft.

Mit dem Programm "Ländliche Entwicklung und Anpassung an den Klimawandel" unterstützt Deutschland entsprechenden Maßnahmen der Regierung. Ziel der Zusammenarbeit ist, die natürlichen Ressourcen in den ländlichen Gebieten zu schützen und auf eine nachhaltige und an das Klima angepasste Art und Weise zu nutzen. Das Programm fördert zum Beispiel Maßnahmen zum Erosionsschutz in Wassereinzugsgebieten, zum Schutz von Trinkwasserquellen und zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Auf lokaler Ebene unterstützt es verstärkt Frauen und Indigene bei der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

Mit dem Vorhaben "Anpassung an den Klimawandel in der Trockenzone" ("Corredor Seco") wird die lokale Bevölkerung dabei unterstützt, ihre Böden, Wald und Wasser klimaangepasst und nachhaltig zu nutzen und somit ihre Lebensgrundlagen besser zu schützen.

Guatemala verfügt trotz der vergleichsweisen geringen Fläche über eine riesige Artenvielfalt, zum Beispiel in den Bergnebelwäldern. Im Rahmen des Vorhabens "Life Web" wird die Einrichtung eines bis zu 50.000 Hektar großen Netzes von kommunalen Schutzgebieten zum Erhalt der Artenvielfalt und natürlichen Ressourcen eingerichtet. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur Einrichtung des guatemaltekischen Schutzgebietssystems geleistet.

Darüber hinaus werden in Guatemala mehrere regionale Waldschutzvorhaben unterstützt. Im Biosphärenreservat Selva Maya (in Zusammenarbeit mit Mexiko und Belize), beim Trifinio-Vorhaben im Grenzgebiet mit El Salvador und Honduras sowie beim REDD-Regionalvorhaben, geht es um den Schutz von Wäldern und biologischer Vielfalt. Weitere Ziele dieser Vorhaben sind Klimaschutz, die nachhaltige Nutzung der Ressourcen und die Schaffung von alternativen Einnahmenquellen, vor allem für die indigene Bevölkerung.

Karte von Guatemala

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Guatemala Deutschland
Ländernamea16173184 Republik Guatemala Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Guatemala-Stadt, im Großraum etwa 5 Millionen Einwohner Berlin, etwa 3,7 Millionen Einwohner
Flächea16173142 108.890 km² (2018) 357.580 km² (2018)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 127 von 189 (2017) 5 von 189 (2017)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.SMSS.ZS

Anteil der Einwohner mit Zugang zu einer fachgerechten Abwasserentsorgung (% der Gesamtbevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die verbesserte sanitäre Einrichtungen nutzen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und in denen Ausscheidungen sicher vor Ort entsorgt oder außerhalb des Hauses transportiert und behandelt werden. Zu den verbesserten Sanitäranlagen gehören Spülungen in Rohrleitungen, Kläranlagen oder Grubenlatrinen: belüftete, verbesserte Grubenlatrinen, Verbundtoiletten oder Grubenlatrinen mit Platten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.GHED.GD.ZS

Öffentliche inländische Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Öffentliche Ausgaben für Gesundheit aus inländischen Quellen als Anteil der Wirtschaft, gemessen am BIP.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SMDW.ZS

Personen, die sicher betriebene Trinkwasserversorgungsanlagen nutzen (% der Bevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die Trinkwasser aus einer verbesserten Quelle verwenden, die in den Räumlichkeiten zugänglich ist, bei Bedarf verfügbar ist und frei von Fäkalien und vorrangiger chemischer Kontamination ist. Zu den verbesserten Wasserquellen gehören Rohrleitungswasser, Bohrlöcher oder Rohrbrunnen, geschützte gegrabene Brunnen, geschützte Quellen und verpacktes oder geliefertes Wasser.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

https://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TOTL.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abteilungen 50-99. Hierzu zählt die Wertschöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handelsbereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transportwesen sowie aus staatlichen, finanziellen, fachlichen und persönlichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versorgung und Immobiliendienstleistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Importabgaben sowie alle statistischen Diskrepanzen, die den erfassenden Stellen auf nationaler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Nettoproduktionsmenge eines Wirtschaftsbereichs nach Summierung aller Produktionsmengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wertschöpfung wird nach der ISIC (Überarbeitung 3 oder 4) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Markt in Guatemala

Linktipps

Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Websites mit entwicklungspolitischen Hintergrundinformationen über Ruanda.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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