Hauptinhalt

Länder

Auswahl der Kooperationsländer


Im Rahmen der staatlichen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ko­ope­riert die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik heute mit 50 Ent­wick­lungs­ländern in ge­mein­sam ver­ein­bar­ten Länder­programmen, die alle In­stru­men­te der staat­lichen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit um­fassen können.

Ein weiterer kleinerer Kreis von Ko­ope­ra­tions­ländern wird im Rah­men the­matischer und regionaler Pro­gramme durch die staat­liche Zu­sam­men­ar­beit unter­stützt, zum Beispiel bei der Bekämpfung von HIV und Aids, beim Klima- und Wald­schutz oder bei der Krisen­prävention.

Die Konzentration auf eine im Vergleich zu früher geringere Zahl von Ko­ope­ra­tions­ländern entspricht den Empfehlungen der Orga­ni­sa­tion für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD/DAC Peer Review). Das deutsche En­gage­ment ist dadurch effizienter und wirksamer: Die Bun­des­re­gie­rung kann gezielter ihr Know-how zugunsten der Partner einbringen, hat bessere Ge­stal­tungs­mög­lich­keiten und mehr Relevanz in den einzelnen Ko­ope­ra­tions­ländern sowie mehr Einfluss im Kreis der weiteren Geber des jeweiligen Landes.

Die Auswahl der Ko­ope­ra­tions­länder orientiert sich an den über­ge­ord­neten Zielen der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik, die Men­schen die Freiheit geben soll, ohne materielle Not selbst­bestimmt und eigen­ver­ant­wortlich ihr Leben zu gestalten.

Die Entscheidung, mit welchen Ländern die Bun­des­re­pu­blik ent­wick­lungs­po­litisch zusammen­arbeitet, hängt darüber hinaus von ver­schie­de­nen wichtigen Kriterien ab. Berück­sichtigt werden zum Beispiel

  • die ent­wick­lungs­po­litische Notwendigkeit und der Bedarf an deutscher Un­ter­stüt­zung (unter anderem Armutssituation, Bedürftigkeit),

  • die Entwicklungsorientierung und Art der Regie­rungs­führung der Partnerregierung sowie die Orientierung an Menschen­rechtsstandards,

  • die Bedeutung und Signifikanz des deutschen Beitrags für den Partner, auch im Vergleich zu anderen bilateralen und multilateralen Gebern (auch unter Arbeits­teilungs­gesichts­punkten),

  • besondere Gefahrenquellen unter denen die Partner leiden (zum Beispiel fragile und Post-Konflikt-Staaten),

  • deutsche Interessen wie strategische Partnerschaften und globale Umweltgüter sowie

  • regionale Aspekte und historisch gewachsene Bindungen.

Ko­opera­tions­länder der deutschen
Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit

Bilaterale ent­wick­lungs­po­litische Zu­sam­men­arbeit: Kooperations­länder mit bila­te­ralem Länderprogramm
RegionKo­ope­ra­tions­land
Asien Afghanistan, Bangladesch, Indien, Indonesien, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Mongolei, Nepal, Pakistan, Tadschikistan, Usbekistan, Vietnam
Südosteuropa / Kaukasus Albanien, Kosovo, Serbien, Ukraine
Lateinamerika und Karibik Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Peru
Naher Osten Jemen, Palästinensische Gebiete
Afrika Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Ghana, Kamerun, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Malawi, Mali, Marokko, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Südafrika, Südsudan, Tansania, Togo, Uganda

Bilaterale ent­wick­lungs­po­litische Zusammen­arbeit: Kooperations­länder mit fokus­sierter regio­naler oder thema­tischer Zu­sam­men­ar­beit
RegionKo­ope­ra­tions­land
Asien Myanmar, Philippinen, Sri Lanka, Timor-Leste, Länderübergreifende Zu­sam­men­ar­beit Zentralasien (bezieht auch die Länder Kasachstan und Turkmenistan mit ein)
Südosteuropa / Kaukasus Bosnien und Herzegowina, Kaukasus-Initiative (Armenien, Aserbaidschan, Georgien), Moldau
Lateinamerika und Karibik Costa Rica, El Salvador, Karibik-Programm (Dominikanische Republik, Haiti, Kuba), Nicaragua, Paraguay
Naher Osten Irak*, Jordanien, Libanon*, Syrien
Afrika Algerien, Programm Fragile Staaten Westafrika (Côte d'Ivoire, Sierra Leone, Liberia, Guinea), Libyen*, Madagaskar, Nigeria, Senegal, Somalia*, Tschad*; Tunesien, Zentralafrikanische Republik*

* Länder mit vorübergehender Zusammenarbeit im Rahmen langfristig strukturbildender Maßnahmen


Deutsch­land unterstützt außerdem weitere, in der Tabelle nicht aufgeführte Länder. Diese Un­ter­stüt­zung erfolgt zum Beispiel über die Beiträge der Bun­des­re­pu­blik zur Ent­wick­lungs­po­li­tik der Europäischen Union und zu zahlreichen multilateralen Or­ga­ni­sa­ti­on­en oder über Kirchen, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Or­ga­ni­sa­ti­on­en. Auch von der Un­ter­stüt­zung des BMZ für Regionalorganisationen profitieren die Ent­wick­lungs­länder, die Mitglied sind.


Grundlagen der Zu­sam­men­ar­beit

Über Regionalkonzepte legt das BMZ die Schwerpunkte und be­son­deren Kooperations­interessen und -möglichkeiten in den großen Welt­regionen mit Ent­wick­lungs­ländern fest. Diese bauen auch auf zum Teil bestehende Konzepte der Bun­des­re­gie­rung auf (zum Beispiel Afrika). Die Grundlagen für die Verwirklichung der ent­wick­lungs­po­litischen Ziele der Bun­des­re­pu­blik in und mit den Ko­ope­ra­tions­ländern liefern Län­der­strategien, die im BMZ für die Zu­sam­men­ar­beit mit den Ko­ope­ra­tions­ländern mit bilateralen Länder­pro­grammen erarbeitet werden. Die einzelnen darin definierten Schwer­punkte sind Grund­lage für die Zu­sam­men­ar­beit auf Programm- und Projektebene sind.

Auf Regierungsebene wird ein inten­siver zwischen­staat­licher Dia­log mit jedem einzelnen Ko­ope­ra­tions­land geführt. Dabei werden die Stra­te­gien, Schwer­punkte und Ziele der Zu­sam­men­ar­beit aus­ge­handelt und mit­ein­ander vereinbart.

Die deutsche zwischenstaatliche (bilaterale) Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit hat ein klares Profil: Sie konzentriert sich in den Ko­ope­ra­tions­ländern mit bilateralen Länder­pro­gram­men auf drei Schwer­punkt­bereiche, in den Ko­ope­ra­tions­ländern mit fo­kus­sierter regionaler oder the­ma­tischer Zu­sam­men­ar­beit auf einen Schwer­punkt. Dadurch können die Ent­wick­lungs­mittel wirksam und effizient eingesetzt werden.

Gemeinsam mit den anderen Gebern der Ko­ope­ra­tions­länder ent­wickelt das BMZ einen ko­ordinierten Ansatz, um die bilaterale, europäische und in­ter­na­ti­o­nale Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit wirkungs­voll miteinander zu verknüpfen und arbeits­teiliger vorzugehen.

Viele Ent­wick­lungs­länder ergreifen auch selbst die Initiative, um eine bessere Arbeitsteilung zu erreichen: Sie entwickeln mit der bei ihnen engagierten Gebergemeinschaft gemeinsame Länder- oder Sektorstrategien. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit beteiligt sich aktiv an solchen Initiativen. Sie bringt ihre Er­fah­run­gen in diese Prozesse ein und richtet dann auch ihre Beiträge konsequent an den gemeinsamen Umsetzungs­verein­barungen aus.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen