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Indien

Menschen vor dem Taj Mahal, einem Mausoleum im Bundesstaat Uttar Pradesh, Indien

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Überblick

Wichtiger Partner in der globalen Zusammenarbeit

Mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern ist Indien die größte parlamentarische Demokratie der Welt. Trotz vieler Herausforderungen ist es dem Land seit seiner Gründung 1947 gelungen, politisch weitgehend stabil zu bleiben und Erfolge bei der Armutsbekämpfung zu erzielen. Laut dem Index der mehrdimensionalen Armut von 2018 (Global Multidimensional Poverty Index, MPI) verringerte sich der Anteil der Armen in Indien zwischen 2006 und 2016 von 55 auf 28 Prozent.

Der MPI wird vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und der Oxford Poverty and Human Development Initiative (OPHI) herausgegeben. Er bemisst Armut auf Basis verschiedener Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Lebensstandard. Die Lebensbedingungen von mehr als 270 Millionen Inderinnen und Indern haben sich demnach im genannten Zeitraum stark verbessert.

Einer wachsenden und wohlhabenden Mittel- und Oberschicht stehen jedoch immer noch viele Millionen Menschen gegenüber, die mit weniger als umgerechnet 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Die Beseitigung der Armut bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen ist die größte Herausforderung für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft des Landes.

Entwicklungszusammenarbeit

Indien hat eine Schlüsselrolle bei der Lösung weltweiter Herausforderungen, zum Beispiel beim Klimaschutz und bei der Erreichung der globalen Entwicklungsziele der Agenda 2030. Das Land gehört deshalb zu den sogenannten globalen Entwicklungspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Schwerpunkte der deutsch-indischen Kooperation liegen auf den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz, nachhaltige Stadtentwicklung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz. Übergreifend entfällt ein wesentlicher Anteil der Zusammenarbeit auf Vorhaben zur Förderung des Klimaschutzes.

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Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Indien

  • Straßenszene in Indien
    Politische Situation

    Fokus Wirtschaftspolitik

    Angesichts von 12 Millionen jungen Menschen, die jedes Jahr den indischen Arbeitsmarkt neu betreten, stehen die Wirtschaftspolitik und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Fokus der Regierung von Premierminister Narendra Modi.

  • Passanten in einem Slum in Neu-Delhi, Indien, in dem die Bevölkerung hauptsächlich vom Müllsammeln lebt.
    Soziale Situation

    Extremer Reichtum, extreme Armut

    Indien ist ein Land extremer Gegensätze: Man findet dort boomende Zentren wie Mumbai, Delhi oder Bangalore und eine wachsende Zahl an Milliardären aber gleichzeitig Millionen Menschen, die in extremer Armut leben.

  • Skyline von Hyderabad, Indien
    Wirtschaftliche Situation

    Geschäftsklima deutlich verbessert

    In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete Indien ein stabiles Wirtschaftswachstum. 2017 wuchs die Volkswirtschaft um 6,6 Prozent, für 2019 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Werten über sieben Prozent.

  • Die Raikas, eine nomadische Gemeinschaft in Rajasthan, treiben ihre Herden auf der Suche nach Wasser und Futter regelmäßig in wechselnde Weidegebiete, da es in der Region nur wenige und unregelmäßige Niederschläge und häufige Dürren gibt.
    Umweltsituation

    Natürliche Ressourcen werden stark belastet

    Die schnelle Wirtschaftsentwicklung, der starke Rohstoffverbrauch und die hohe Bevölkerungsdichte Indiens belasten die Umwelt zunehmend. Indien ist der weltweit drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen.

Straßenszene in Indien
Politische Situation

Fokus Wirtschaftspolitik

Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 ist Indien eine Republik mit parlamentarischer Demokratie und funktionierender Gewaltenteilung. Das Land verfügt über eine lebendige Zivilgesellschaft mit einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen.

Angesichts von 12 Millionen jungen Menschen, die jedes Jahr den indischen Arbeitsmarkt neu betreten, stehen die Wirtschaftspolitik und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Fokus der Regierung von Premierminister Narendra Modi. Sie hat grundlegende wirtschaftliche Reformen in Gang gesetzt, unter anderem die Einführung einer landesweit einheitlichen Mehrwertsteuer, eine stärkere Öffnung des Landes für Auslandsinvestitionen, eine Neuordnung der korruptionsanfälligen Lizenzvergabe im Rohstoffsektor und ein Sanierungsprogramm für staatliche Banken. Außerdem wurden verschiedene Sozialprogramme aufgelegt.

Trotz einer niedrigen Steuerquote stellt die indische Regierung erhebliche finanzielle Mittel für entwicklungspolitische Initiativen und Programme bereit. Im Rahmen innovativer Entwicklungsansätze bezieht sie auch die private Wirtschaft und die Bevölkerung aktiv ein.

Entwicklungshemmnisse

Seit dem Amtsantritt von Modi haben sich hindu-nationalistische Einflüsse auf die Politik deutlich verstärkt, die Situation religiöser Minderheiten ist schwieriger geworden. Die Pressefreiheit ist zwar durch die indische Verfassung geschützt, die Medien sehen sich jedoch immer wieder politischem oder wirtschaftlichem Druck ausgesetzt.

Trotz gegensteuernder Maßnahmen der Regierung stellen auch das hohe Ausmaß an Korruption und die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen (unter anderem der "kastenlosen" Dalits) massive Entwicklungshemmnisse dar.

Passanten in einem Slum in Neu-Delhi, Indien, in dem die Bevölkerung hauptsächlich vom Müllsammeln lebt.
Soziale Situation

Extremer Reichtum, extreme Armut

Indien ist ein Land extremer Gegensätze: Man findet dort boomende Zentren wie Mumbai, Delhi oder Bangalore und eine wachsende Zahl an Milliardären aber gleichzeitig Millionen Menschen, die in extremer Armut leben. Fast 15 Prozent der Inderinnen und Inder sind unterernährt. Mehr als ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leiden wegen chronischer Unterernährung an Wachstumsverzögerungen. Die Kindersterblichkeit ist höher als in den Nachbarländern Nepal und Bangladesch, die zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDC) gehören. Der Welthunger-Index 2018 bewertet die Situation in Indien als "ernst".

Die öffentlichen Ausgaben für Bildung und Gesundheit reichen bislang nicht aus, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen. Auch die Qualität der Angebote ist oft noch zur gering. Mängel bestehen auch in der Infrastruktur: So haben etwa 195 Millionen Menschen keinen Stromanschluss, etwa 780 Millionen Inderinnen und Inder verfügen über keine sanitären Einrichtungen.

Obwohl die Geschlechtergleichheit in der Verfassung verankert ist, werden Mädchen und Frauen in der indischen Gesellschaft weiterhin erheblich benachteiligt. Ihr Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen hat sich zwar deutlich verbessert. In vielen Familien werden die männlichen Mitglieder jedoch bei der Ernährung, medizinischen Versorgung und Bildung immer noch bevorzugt. Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet.

Skyline von Hyderabad, Indien
Wirtschaftliche Situation

Geschäftsklima deutlich verbessert

In den vergangenen 20 Jahren verzeichnete Indien ein stabiles Wirtschaftswachstum. 2017 wuchs die Volkswirtschaft um 6,6 Prozent, für 2019 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Werten über sieben Prozent.

In einigen Bereichen gehört das Land inzwischen zur Weltspitze – zum Beispiel in der Informationstechnik, der Pharmazie, der Raumfahrt und der Biotechnologie. Im "Doing Business"-Bericht der Weltbank, der das Geschäftsklima in 190 Staaten bewertet, verbesserte sich Indien in den vergangenen Jahren deutlich und liegt jetzt auf Rang 77 (2018: 100, 2017: 130).

Hoher Bedarf an Jobs und Ausbildungsangeboten

Noch ist die indische Volkswirtschaft durch ein deutliches Missverhältnis geprägt: Der Anteil einzelner Wirtschaftsbereiche am Bruttoinlandsprodukt (BIP) spiegelt sich nicht in der Zahl der Arbeitsplätze wider. Mehr als 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt – die aber nur noch etwa 15 Prozent zum BIP beiträgt.

Wachstum und Wohlstand sind vor allem dem Dienstleistungssektor zu verdanken (BIP-Anteil: 49 Prozent). Er bietet jedoch nur etwa einem Drittel der Bevölkerung eine Beschäftigung. Rund 90 Prozent der indischen Erwerbstätigen sind im informellen Sektor tätig.

Um die Armut im Land zu überwinden, müssen sehr viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden – vor allem für nicht oder gering qualifizierte Arbeitskräfte. Auch das Ausbildungsangebot muss stark ausgebaut und qualitativ verbessert werden.

Landwirtschaft

Der indische Agrarsektor ist zu einem Großteil auf Selbstversorgung ausgerichtet. Aufgrund des Bevölkerungswachstums werden in vielen Regionen die Betriebsflächen immer kleiner, immer mehr Menschen besitzen kein eigenes Land mehr. Viele Kleinbauern sind überschuldet.

Nach dem Willen der Regierung sollen die Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land verringert werden. Durch bessere Anbau- und Verarbeitungsmethoden sollen die Erträge der Landwirte steigen. Außerdem sollen in den ländlichen Räumen neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen werden.

Eine Mitarbeiterin eines Pharmaunternehmens im indischen Bangalore bei der Arzneimittelherstellung
Die Raikas, eine nomadische Gemeinschaft in Rajasthan, treiben ihre Herden auf der Suche nach Wasser und Futter regelmäßig in wechselnde Weidegebiete, da es in der Region nur wenige und unregelmäßige Niederschläge und häufige Dürren gibt.
Umweltsituation

Natürliche Ressourcen werden stark belastet

Die schnelle Wirtschaftsentwicklung, der starke Rohstoffverbrauch und die hohe Bevölkerungsdichte Indiens belasten die Umwelt zunehmend. Indien ist der weltweit drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Die Luftqualität in vielen Ballungszentren ist sehr schlecht, die Gewässer des Landes sind stark verschmutzt. In weiten Landesteilen gibt es keine geregelte Müll- und Abwasserentsorgung, große Teile der Wälder sind geschädigt, der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch.

Laut Zielsetzung der Regierung soll ein Drittel der Landesfläche von Wald bedeckt sein. Tatsächlich liegt der Anteil laut Waldbericht von 2017 bei lediglich 21 Prozent. Und nur bei etwa 12 Prozent der Waldfläche handelt es sich um "mäßig dichten" oder "sehr dichten" Baumbestand.

Klimawandel

Konfliktpotenzial liegt in der zunehmenden Zerstörung der Böden und in den erheblichen Auswirkungen des Klimawandels. Nach Angaben der indischen Regierung ist mehr als die Hälfte der Landfläche von Desertifikation oder Bodendegradierung betroffen.

Die vorliegenden Modellrechnungen zum weltweiten Klimawandel prognostizieren stark schwankende Temperaturen und Niederschlägen auf dem indischen Subkontinent. Dürren und Überschwemmungen könnten demnach in Zukunft noch häufiger werden und mit ihnen die Auseinandersetzungen um die knappen Ressourcen Wasser und Boden.

Zwar verfügt Indien über eine moderne Umweltgesetzgebung, doch bei ihrer Anwendung fehlt es häufig an lokaler Fachkompetenz, eindeutig definierten Zuständigkeiten und an finanziellen Mitteln. Es wird von entscheidender Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung des Landes und auch für das globale Klima sein, Indiens Wachstum umweltverträglich zu gestalten.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Indien

Die deutsch-indische Entwicklungszusammenarbeit ist ein anspruchsvoller Dialog zwischen gleichberechtigten Partnern. Sie verläuft sehr vertrauensvoll und erfolgreich.

Mit globalen Entwicklungspartnern wie Indien kooperiert die Bundesrepublik mit einem Fokus auf strukturbildende Programme: Die Vorhaben knüpfen an indische Eigenanstrengungen und Reformprogramme an. Sie zeigen modellhafte Lösungen auf und qualifizieren die beteiligten Partner, die Vorhaben eigenständig weiterzuführen und auszuweiten.

Die Bundesregierung sagte Indien 2018 für die gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit Mittel in Höhe von 765,02 Millionen Euro neu zu. Davon entfallen 737,2 Millionen Euro auf die finanzielle und 27,82 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit. Die Mittel der finanziellen Zusammenarbeit werden zum überwiegenden Anteil als Darlehen zu marktnahen Konditionen gewährt und von Indien verzinst zurückgezahlt.

Folgende Arbeitsschwerpunkte wurden von den beiden Regierungen vereinbart:

  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Nachhaltige Stadtentwicklung
  • Umwelt- und Ressourcenschutz

Deutschland engagiert sich auch im Rahmen der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" in Indien und fördert unter anderem ein Grünes Innovationszentrum und Maßnahmen zum Bodenschutz und zur Ernährungssicherung.

Um Beschäftigungsmöglichkeiten für die junge Bevölkerung zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu steigern, wird Indien außerdem beim Aufbau eines praxisorientierten dualen Berufsbildungssystems unterstützt. Außerdem fördert Deutschland innovative entwicklungspolitische Ansätze, etwa in der Sozial- und Wirtschaftspolitik (Förderung von Start-up-Unternehmen).

Eine Solaringenieurin überprüft eine solarbetriebene Straßenlaterne.
Schwerpunkt "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz"

Einfluss auf das globale Klima

Bei der indischen Energieversorgung zeigt sich eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage: Der Energieverbrauch steigt unaufhaltsam, doch die meisten vorhandenen Kraftwerke sind veraltet und ineffizient und stoßen zu viele Treibhausgase und andere Schadstoffe aus. Einerseits ist die Bevölkerung – vor allem im ländlichen Raum – stark unterversorgt und auch die wirtschaftliche Entwicklung wird durch den Strommangel erheblich gebremst. Andererseits ist Indien bereits heute nach China und den USA der drittgrößte Kohlendioxid-Emittent der Welt. Die indische Wirtschafts- und Umweltpolitik hat dadurch direkten Einfluss auf die Entwicklung des Weltklimas.

Förderung von Solaranlagen

Deutschland unterstützt Indien daher dabei, die Energieversorgung technisch und wirtschaftlich effizient sowie sozial und ökologisch nachhaltig zu gestalten. Im Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit steht die Förderung erneuerbarer Energien. Im Oktober 2015 wurde die "Deutsch-Indische Solarpartnerschaft" auf den Weg gebracht. Das Kooperationsvolumen beträgt eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Rahmen dieser Partnerschaft sollen vor allem Solardachanlagen, die in Indien noch wenig verbreitet sind, sowie die dezentrale Stromversorgung ländlicher Gebiete durch Solaranlagen und Solarparks gefördert werden. Begleitend dazu sollen Fachkräfte ausgebildet werden, um örtliche Unternehmen bei der Einfuhr, dem Vertrieb, der Installation und der Wartung von Solaranlagen zu unterstützen.

Grüne Energiekorridore

Indien hat die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesteigert. Ein Engpass besteht aber mittlerweile bei deren Einspeisung in das stark belastete indische Stromnetz. Mit einem umfangreichen Darlehen fördert die Bundesrepublik den Ausbau von Übertragungsleitungen ("Grüne Energiekorridore"), um die Anbindung von Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken an das nationale Stromnetz zu verbessern.

Wichtige Ziele der Zusammenarbeit sind zudem, die Effizienz bei der Energiegewinnung zu erhöhen, Stromverluste bei der Übertragung zu verringern und den Stromverbrauch in Unternehmen und privaten Haushalten zu senken.

Pendler in der U-Bahn in Mumbai, Indien
Schwerpunkt "Nachhaltige Stadtentwicklung"

Versorgung armer Menschen sicherstellen

2016 haben Indien und Deutschland die nachhaltige Stadtentwicklung als neuen Schwerpunkt der Zusammenarbeit vereinbart. Im Jahr 2017 haben Deutschland und Indien eine Absichtserklärung zur Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung unterzeichnet, die ein Volumen von einer Milliarde Euro über den Zeitraum von fünf Jahren vorsieht.

Etwa ein Drittel der indischen Bevölkerung lebt in Städten , davon ein Viertel unter schlechten Bedingungen in Slums. Die Stadtbevölkerung wächst zurzeit jährlich um 2,4 Prozent – Schätzungen zufolge wird sie in den nächsten 20 Jahren um 250 Millionen Menschen anwachsen. Doch schon jetzt sind die indischen Städte nicht in der Lage, eine ausreichende Infrastruktur bereitzustellen.

Die indische Regierung hat darum zahlreiche Initiativen im Bereich Stadtentwicklung angestoßen, darunter eine "Smart Cities Initiative" und ein Programm zur Reinigung des Ganges. Deutschland engagiert sich im Bereich der Sanitärversorgung und beim Management von Abwasser und Abfall in Haushalten und in der Industrie. Im Bereich Stadtplanung/städtische Governance werden Verantwortliche auf nationaler, Bundesstaats- und lokaler Ebene zu Themen wie Raumplanung, soziale Wohnungspolitik und Slum-Modernisierung beraten.

Mit Abstand das größte Handlungsfeld im Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit im Bereich klimafreundliche urbane Mobilität. Ziel des deutschen Beitrags ist es, ausgewählte Bundesstaaten und Städte bei der Entwicklung (energie-)effizienter und nachhaltiger Mobilitätslösungen zu unterstützen. In der Hafenstadt Kochi wird zum Beispiel ein integriertes energieeffizientes Wassertransportsystem gefördert, in Hyderabad im Bundesstaat Telengana fördert das BMZ den Ausbau der Infrastruktur für den nicht-motorisierten Verkehr.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch im Slum des Stadtviertels Seemapur, Neu Delhi, im April 2017
Schwerpunkt "Umwelt- und Ressourcenschutz"

Ökosysteme schützen, an Klimawandel anpassen

Der Schutz der Böden, des Wassers und der Luft sowie der Erhalt der Artenvielfalt auf dem indischen Subkontinent sind Aufgaben von nationaler wie globaler Bedeutung. Die indische Regierung schafft es bisher jedoch nur in Ansätzen, der hohen Umweltbelastung entgegenzuwirken und die Folgen des Klimawandels abzufedern.

Das deutsche Engagement in diesem Schwerpunkt konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:

  • Wassersicherheit und nachhaltiges Boden- und Wassermanagement,
  • nachhaltiges Management von Ökosystemen mit dem Schwerpunkt Wald sowie
  • Klimaanpassung und Finanzierung klimapolitischer Maßnahmen.

Boden und Wasser

Im Bereich Boden- und Wassermanagement geht es um die Einführung von landwirtschaftlichen Strategien und Praktiken, um die Bodenressourcen, vor allem in wichtigen Wassereinzugsbereichen, besser zu schützen. Gleichzeitig sollen Beschäftigungsmöglichkeiten im ländlichen Raum geschaffen, zum Beispiel durch die Weiterverarbeitung und Veredlung landwirtschaftlicher Produkte.

Management von Ökosystemen

Im Bereich Ressourcenschutz geht es darum, artenreiche Ökosysteme zu erhalten. Der Fokus liegt auf dem Schutz der Wälder, vor allem im Himalaya und in anderen waldreichen Bundesstaaten. Durch ein an den Klimawandel angepasstes, intelligentes Management sollen waldreiche Regionen helfen, die Biodiversität zu schützen. Abholzungen sollen verhindert und alternative Einkommensmöglichkeiten für die örtliche Bevölkerung sollen geschaffen werden.

Klimaanpassung

Im Bereich Klimaanpassung lautet das Ziel, die ländliche Bevölkerung und die zuständigen staatlichen Stellen auf den Klimawandel vorzubereiten. Gemeinsam werden Anpassungsstrategien und lokale Entwicklungspläne erarbeitet und entsprechende Finanzierungsmodelle entwickelt. Nachhaltiges, ressourcenschonendes Wirtschaften und die Nutzung moderner Techniken sollen es den Landwirten ermöglichen, ihre Erträge zu steigern und auch unter veränderten klimatischen Bedingungen ihren Lebensunterhalt langfristig zu sichern.

Ein Mann bewässert Pflanzen im Grünen Innovationszentrum in Rukka, Indien, das vom BMZ mit aufgebaut wurde.

Karte von Indien

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Indien Deutschland
Ländernamea16173184 Republik Indien Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Neu-Delhi, Teil des "National Capital Territory of Delhi", etwa 16,3 Millionen Einwohner Berlin, etwa 3,7 Millionen Einwohner
Flächea16173142 3.287.259,07 km² (2018) 357.580 km² (2018)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 130 von 189 (2017) 5 von 189 (2017)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.SMSS.ZS

Anteil der Einwohner mit Zugang zu einer fachgerechten Abwasserentsorgung (% der Gesamtbevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die verbesserte sanitäre Einrichtungen nutzen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und in denen Ausscheidungen sicher vor Ort entsorgt oder außerhalb des Hauses transportiert und behandelt werden. Zu den verbesserten Sanitäranlagen gehören Spülungen in Rohrleitungen, Kläranlagen oder Grubenlatrinen: belüftete, verbesserte Grubenlatrinen, Verbundtoiletten oder Grubenlatrinen mit Platten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.GHED.GD.ZS

Öffentliche inländische Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Öffentliche Ausgaben für Gesundheit aus inländischen Quellen als Anteil der Wirtschaft, gemessen am BIP.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SMDW.ZS

Personen, die sicher betriebene Trinkwasserversorgungsanlagen nutzen (% der Bevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die Trinkwasser aus einer verbesserten Quelle verwenden, die in den Räumlichkeiten zugänglich ist, bei Bedarf verfügbar ist und frei von Fäkalien und vorrangiger chemischer Kontamination ist. Zu den verbesserten Wasserquellen gehören Rohrleitungswasser, Bohrlöcher oder Rohrbrunnen, geschützte gegrabene Brunnen, geschützte Quellen und verpacktes oder geliefertes Wasser.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

https://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TOTL.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abteilungen 50-99. Hierzu zählt die Wertschöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handelsbereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transportwesen sowie aus staatlichen, finanziellen, fachlichen und persönlichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versorgung und Immobiliendienstleistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Importabgaben sowie alle statistischen Diskrepanzen, die den erfassenden Stellen auf nationaler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Nettoproduktionsmenge eines Wirtschaftsbereichs nach Summierung aller Produktionsmengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wertschöpfung wird nach der ISIC (Überarbeitung 3 oder 4) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Internationale Initiative für Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit (IATI)

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