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Responsible Mineral Supply Chains

"Putting commitments into action": Das 13. OECD Forum zu verantwortungsvollen Lieferketten

Teilnehmende am Power Walk

30.04.2019 |

Die OECD prognostiziert, dass der globale Rohstoffverbrauch bis 2060 doppelt so hoch sein wird wie heute. Die Nachfrage nach Mineralen und Metallen wird dabei überdurchschnittlich stark wachsen. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Minerale verantwortungsvoll abgebaut und weiterverarbeitet werden“, betonte Gabriela Ramos, OECD Stabschefin und Sherpa der G20, bei der Eröffnung des 13. Forums zu Responsible Mineral Supply Chains vom 23.-26. April 2019. Das Forum wird seit 2011 von der OECD, der Internationalen Konferenz der Region der Großen Seen (ICGLR) und der Expertengruppe der Vereinten Nationen für die Demokratische Republik Kongo mit Unterstützung der Europäischen Union organisiert. Mit „wir“ sprach Frau Ramos die Vertreter*innen von Unternehmen, Regierungen und aus der Zivilgesellschaft an, die am Sitz der OECD in Paris zusammengekommen waren, um das Thema nachhaltige Rohstofflieferketten mit besonderem Fokus auf die Umsetzung der OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten (OECD Minerals Due Diligence Guidance) zu diskutieren.

Die Aktualität und Relevanz der Thematik spiegelt sich in den Teilnehmerzahlen wieder: über 1300 Teilnehmende, mehr als nie zuvor, kamen zusammen, um Lösungsansätze zu diskutieren und auf Missstände hinzuweisen. Die teilweise hitzigen Debatten drehten sich um Fragestellungen wie freiwillige vs. verpflichtende Standards oder um den Umfang des Engagements der OECD Mitgliedsstaaten. Das Sektorprogramm „Rohstoffe und Entwicklung“ stellte die zweite Auflage der Gender & Bergbau Enzyklopädie vor und engagierte sich im Umfeld der European Partnership for Responsible Minerals (EPRM).

Die EPRM ist eine Begleitmaßnahme zur EU Verordnung zu Konfliktmineralen, die durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt wird. Im Rahmen des OECD Forums veranstaltete die Multistakeholderinitiative ihr Mitgliedertreffen und stellte ihre Projektaktivitäten vor. Ziel ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Minen und ansässigen Gemeinden in Konflikt- und Hochrisikogebieten nachhaltig zu verbessern. Die interessierten Fragen aus dem Publikum deuteten darauf hin, dass die EPRM in nächster Zeit weiteren Mitgliederzuwachs bekommen wird und großes Potenzial für die notwendige Zusammenarbeit zwischen Lieferkettenakteuren, der Zivilgesellschaft und Regierungen besitzt.

Am zweiten Tag des Forums organisierte das Sektorprogramm gemeinsam mit der Multi-Akteursgruppe „Women`s Rights & Mining“ (WRM) ein Side Event mit dem Titel „The Power of Gender“. Mit Hilfe des sogenannten Power Walk, einer interaktiven Übung zum Thema „Gender and Extractives“, wurden die über 50 Teilnehmenden dafür sensibilisiert, wie sich Geschlecht und soziale Identität (z.B. Alter, Klasse, ethnische Zugehörigkeit oder Sexualität) auf verschiedene Rollen im Bergbausektor auswirken und welche unterschiedlichen Herausforderungen und Belange von Frauen und Mädchen im Kontext des Bergbaus bestehen. Im zweiten Teil der Veranstaltung, wurde die neu erschienene 2. Version der Gender Enzyklopädie durch die Autorin Alice Powell vorgestellt. Die Publikation wird durch die GIZ im Auftrag des BMZ in Kooperation mit der WRM veröffentlicht. Sie gibt einen Überblick über wichtige Akteure, Initiativen und Programme im Bereich Gender und Bergbau sowie mögliche Ideen für zukünftige Projekte und Kooperationen. Darüber hinaus wurde eine neue Austausch- und Wissensplattform, www.womendandmining.org, vorgestellt .

Reger und qualitativ hoher Austausch der großen Anzahl an Teilnehmenden zeigt, wie wichtig Gender Aspekte auch im Bereich verantwortungsvoller Lieferketten sind. Mit der Bemerkung „Gender fails lead to other fails“, fasste eine Teilnehmerin zusammen, wieso Gender und konkret die Stärkung von Frauen und Mädchen im Bergbau für eine erfolgreiche Umsetzung der Sorgfaltspflichten so bedeutend sind.

Am 26. April endete das OECD Forum mit der Veranstaltung „Artisanal and small-scale mining day“ der Weltbank. Der Tag folgte thematisch der Veröffentlichung der Mosi-oa-Tunya Declaration bei der „ASM18“-Konferenz im September 2018 in Livingstone, Sambia. Die Weltbank eröffnete die Veranstaltung mit der Veröffentlichung der Beta-Version von DELVE, einer Webseite zur Veranschaulichung von Daten zum Thema Kleinbergbau. Des Weiteren wurde die Studie „State of the Artisanal and Small Scale Mining Sector“ veröffentlicht, welche die Datenaufbereitung von DELVE von jetzt an mit einem jährlichen Bericht begleiten soll.

Besprochen wurden auch Themen wie die Promotion von Transparenz nachhaltiger Lieferketten, Finanzierung von Kleinbergbau, Umgang mit Menschenrechtsverletzungen und Konflikten sowie die Integration von Kleinbergbau in Lieferketten. Besonders hervorgehoben wurden in diesem Kontext die sogenannten „Development Minerals“, zu denen die Baurohstoffe gehören. Hier liegt ein enormes Entwicklungspotential, das sich unter anderem auf den Aufbau der lokalen Wirtschaft, den Ausbau der Infrastruktur und auf soziale Aspekte auswirken kann.

Neben Baurohstoffen waren vor allem Gold, Kobalt sowie zum ersten Mal Edelsteine Teil der Debatte um Sorgfaltspflichten in Rohstofflieferketten. Dies weist auf eine fortschreitende Entwicklung hin, die von der ursprünglichen Fokussierung der 3TG-Rohstoffe (Zinn, Tantal, Wolfram Gold; engl. tin, tantalum, tungsten, gold) abweicht und sich neuen Rohstoffkategorien widmet, wobei Gold als dauerhaft präsentes Thema verbleibt.

Für weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an Leopold von Carlowitz und Fabian Stähr.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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