Web-App: Wasser

Water4Life

Wasser ist nichts, worüber wir uns in Deutschland groß Gedanken machen. Wir drehen einfach den Hahn auf und schon fließt das Wasser zum Kochen, Waschen oder für die Toilettenspülung. Allerdings müssen wir gar nicht weit schauen, um festzustellen, dass Wasser immer knapper wird.

Wassermangel

Spanien und Portugal haben 2017 unter starken Dürren gelitten. In Portugal spielte die Regierung sogar mit dem Gedanken, das Wasser nachts komplett abzustellen.

Noch katastrophaler ist die Lage aktuell in Kapstadt: In der zweitgrößten Stadt Südafrikas müssen die Menschen derzeit mit 50 Liter Wasser pro Tag auskommen (zum Vergleich: in Deutschland werden pro Person und Tag circa 121 Liter Wasser verbraucht). Bevor der Regen Ende März einsetzte, war noch unklar, ob in diesem Jahr der sogenannte "Day Zero" erreicht werden würde. Bei einem "Day Zero" werden nur noch Krankenhäuser und andere überlebenswichtige Einrichtungen mit Wasser versorgt. Die Bewohner der Stadt müssten mit nur 25 Liter pro Tag auskommen. Durch den ersten Regenfall des Jahres ist diese Gefahr vorerst gebannt. Die Bewohner sind aber weiterhin angehalten, sehr sparsam mit Wasser umzugehen. Gleichzeitig hoffen alle, dass die Regenfälle im kommenden südafrikanischen Winter ausreichen, um die leeren Wasserspeicher wieder zu füllen. Nur so könnte sich die Lage dauerhaft entspannen.

Die Ursachen für die Wasserknappheit in Südafrika sind vielfältig: Die größte Dürre seit 100 Jahren und ein schnelles Bevölkerungswachstum sind zwei wichtige Gründe. Mit ähnlichen Herausforderungen haben viele Länder im globalen Süden zu kämpfen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät derzeit 19 Partnerländer, in denen "Wasser und Sanitärversorgung" ein Schwerpunkt der gemeinsamen Kooperation ist. Dabei arbeitet sie eng mit vielen Nichtregierungsorganisationen zusammen. Im WASH-Netzwerk haben sich 20 deutsche NGOs zur besseren Vernetzung zusammengeschlossen. Zusammen für eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung weltweit!

Wasser wertschätzen – nicht nur am Weltwassertag

1992 haben die Vereinten Nationen den Weltwassertag ins Leben gerufen, er findet jedes Jahr am 22. März statt. Regierungen, Vereine, Bürgerinnen und Bürger können den Tag nutzen, um auf das Thema Wasser aufmerksam zu machen.

Das diesjährige Motto "Natur und Wasser" weist darauf hin, dass andere natürliche Ressourcen eng mit Wasser verbunden sind. Insbesondere Wälder und Feuchtgebiete sind wichtige Wasserspeicher. Auch sie müssen geschützt werden, damit uns immer genügend Wasser zur Verfügung steht. Nur wenn wir die Natur als Ganzes wertschätzen, bleibt der Wasserkreislauf der Erde erhalten.

Internationale Wasserkonferenzen in Brasilia und Stockholm

Dieses Jahr fand parallel zum Weltwassertag im März auch das 8. Weltwasserforum in Brasilien statt, dieses Mal zum Thema "Wasser teilen". Bei dieser regelmäßig stattfindenden internationalen Konferenz diskutierten bis zu 30.000 Teilnehmende aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen über Wasserversorgung und Wassermanagement.

Auf dem Weltwasserforum stellte die Bundesregierung den Dokumentarfilm über das Phänomen der "Fliegenden Flüsse" in Brasilien vor, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert hat.

Als Fliegende Flüsse werden feuchte Luftmassen bezeichnet, die über dem Amazonas-Regenwald aufsteigen, um sich im Süden des Landes abzuregnen. Dieses Naturphänomen ist bedroht, da immer mehr Regenwald illegal gerodet wird. Das führt zum Verschwinden der feuchten Luftmassen und damit zum Versiegen der Fliegenden Flüsse. Die Folgen sind Dürreperioden, unter denen die Menschen in Brasilien seit 2013 verstärkt leiden. Der Film "Amazonia's Flying Rivers – No Forest No Water" ist dieser Problematik auf den Grund gegangen.

2018 bleibt weiter das Jahr des Wassers. Im Juli wird das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (High-level Political Forum on Sustainable Development) der Vereinten Nationen in New York erstmals über den Fortschritt zur Erreichung von SDG 6, dem Nachhaltigen Entwicklungsziel zu Wasser, diskutieren.

Im August findet außerdem die Stockholm Weltwasserwoche statt. Es ist die politisch und fachlich bedeutendste globale Konferenz im Wassersektor. Die Bundesregierung bringt sich in diesem internationalen Forum zu unterschiedlichen Fragestellungen ein. Derzeit stehen besonders diese Themen im Vordergrund:

#hack4waterbrasil.org

Im Wasserbereich sind wir mehr und mehr auf digitale Lösungen angewiesen. Ein Format, das sich auch in der internationalen Zusammenarbeit immer mehr etabliert, sind sogenannte "Hackathons". Bei diesen Veranstaltungen arbeiten Softwareentwickler und andere Fachleute aus dem digitalen Bereich unter Zeitdruck an kreativen Problemlösungen zu unterschiedlichen Fragestellungen.

Kurz vor dem Weltwasserforum hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ einen #hack4water organisiert, bei der spezifische brasilianische Fragestellungen zum Thema Wasser thematisiert wurden. Ein großes Problem in Brasilien sind beispielsweise Wasserverluste, die durch Lecks in Rohrleitungen verursacht werden. Diese Schäden früher zu entdecken und zu beheben, ist eine der Herausforderungen, denen sich die Teilnehmenden des Hackathons stellen mussten. Die von einer Jury ausgewählten besten Lösungen wurden beim Weltwasserforum in Brasilien vorgestellt und werden nun sechs Monate weiter durch Experten begleitet.

Informationen zum Hackathon in Brasilien finden Sie auf der Website hack4waterbrasil.org.

Die neue BMZ-Wasserstrategie

Im Juli 2017 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seine neue Wasserstrategie veröffentlicht. Sie leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen sowie des Pariser Klimaabkommens. Die BMZ-Wasserstrategie erzeugt eine neue Dynamik im Wassersektor, denn mit ihr verpflichtet sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, ihr Engagement für eine größere Sicherheit der Wasserversorgung um ein Drittel auszubauen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Wasser und nachhaltiger Sanitärversorgung für alle bis zum Jahr 2030 durchzusetzen. Weiterlesen

Beispiele aus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Beispiele aus der Praxis

Südostasien: Fit for School

Viele Kinder in Südostasien leiden an Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene entstehen, wie Durchfall, Wurmbefall oder Karies. Schlechte hygienische Bedingungen in Schulen tragen zur Krankheitsverbreitung bei. Durch das Regionalprogramm "Fit for School" wird diese Situation verbessert.

Klempnerinnen in Jordanien

In Jordanien fehlen qualifizierte Fachkräften, die Wasserleitungen installieren, warten und reparieren können. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt dort ein Projekt zur Ausbildung von Klempnerinnen und Klempnern und bietet dadurch neue Beschäftigungsperspektiven.

Afrika: Menstruationshygiene

Gute Menstruationshygiene ist Voraussetzung für Gesundheit, Bildung und Berufschancen von Frauen und Mädchen. WASH United und streetfootballworld haben mit Unterstützung des BMZ innovative sport- und spielbasierte Aufklärungsinhalte für Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren entwickelt.

Wasserversorgung in Uganda

Durch bewaffnete Auseinandersetzungen im Nordwesten Ugandas wurde die Infrastruktur der Stadt Gulu zerstört. Im Rahmen eines Projekts der KfW Entwicklungsbank wird die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der Stadt verbessert.

Peru: Wasserverluste reduzieren

In vielen Gebieten Perus ist Wasser knapp. Um dem drohenden "Wasserstress" durch den Klimawandel vor allem in den Küstenstädten entgegenzuwirken, unterstützt die KfW Entwicklungsbank die Wasserversorgungsunternehmen in den Städten Tacna und Chimbote dabei, Wasserverluste zu reduzieren.

Trinkwasser für Namibia

Im Norden von Namibia gibt es Probleme bei der Wasserversorgung. Doch sie könnten bald überwunden werden: 2012 sind deutsche Hydrogeologen dort auf ein riesiges Grundwasservorkommen gestoßen. Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe unterstützen das Land bei der nachhaltigen Bewirtschaftung dieser Grundwasserressource.

Niger: Kooperative Wasserwirtschaft

Seit 2007 unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Nigerflussgebietsbehörde (ABN) bei der grenzüberschreitenden Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet des Niger. Ziel des Projekts ist es, die nachhaltige und kooperative Nutzung der Ressourcen auf Grundlage eines völkerrechtlich bindenden Regelwerks zu erreichen.

Videos

Hintergrund: Wasser ist Leben

Auf den ersten Blick scheinen die Wasservorräte unseres Planeten unerschöpflich, schließlich bedecken Ozeane und Meere über 70 Prozent der Erdoberfläche. Doch nur 2,5 Prozent davon entfallen auf Süßwasser, das zum größten Teil in Eis und Gletschern mehr oder weniger unzugänglich gebunden ist. Dadurch kann nur knapp ein Prozent der weltweiten Wasserressourcen vom Menschen genutzt werden. Weiterlesen

Wasser in unserem Alltag

Wir nutzen Wasser, um uns zu waschen, brauchen es zum Trinken und Kochen, zur Reinigung von Kleidung und Wohnraum. Die Verfügbarkeit von Wasser und seine Qualität sind für den Alltag der Menschen rund um den Globus von großer Bedeutung. Ohne Wasser kein Leben. Weiterlesen