Trinkwasser für Namibia

Trinkwasser für Namibia

Wasser ist in Namibia ein kostbares Gut. Das Land im Südwesten Afrikas besteht zum großen Teil aus Wüste und Halbwüste. Vor allem im trockenen Norden von Namibia gibt es Wasserversorgungsprobleme. Doch diese könnten bald der Vergangenheit angehören.

Riesiges Grundwasservorkommen entdeckt

2012 sind deutsche Hydrogeologen im Norden von Namibia im Cuvelai-Etosha-Becken auf ein riesiges Grundwasservorkommen gestoßen, das Ohangwena-Grundwasser-System mit zwei Hauptgrundwasserleitern (Ohangwena I und Ohangwena II). Es könnte die Trinkwasserversorgung des Landes verbessern.

Damalige Schätzungen gingen bei dem Süßwasserreservoir Ohangwena II von einem Trinkwasser-Volumen von fünf Milliarden Kubikmetern aus. Heute wissen die Experten von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), dass mindestens viermal so viel Grundwasser unter dem verdorrten Boden darauf wartet, gefördert zu werden. Diese Menge hilft, um Namibias Wasserprobleme deutlich zu mildern.

Da im Reservoir neues Grundwasser durch den Zufluss von Wasser aus dem südlichen Teil Angolas gebildet wird, kann das Wasser nachhaltig gefördert werden. Vor allem während Dürreperioden, wenn Oberflächenwasser als Versorgung ausfällt, ist das Grundwasser eine sichere Alternative.

Nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen

"Das Wasser von Ohangwena II wird der ganzen Region einen immensen Entwicklungsschub geben", meint Projektleiter Martin Quinger. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet sein Team daran, die zuständigen Behörden in Namibia zu befähigen, die Grundwasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften.

In Eenhana, der Hauptstadt der Ohangwena-Region, sprudelt schon das erste Wasser des unterirdischen Reservoirs aus der Gemeindepumpe. Ein geplantes Brunnenfeld weiter im Norden könnte jährlich zehn Millionen Kubikmeter fördern und damit die ländlichen Gemeinden der gesamten Region mit Trinkwasser von einem Reinheitsgrad versorgen, der der Europäischen Mineralwassernorm entspricht.

Noch fehlen der Regierung Namibias allerdings Geld und Kapazitäten für eine großangelegte Förderung. Quingers Team unterstützt sie dabei, die notwendigen Instrumente zur verlässlichen Qualitätskontrolle des Ohangwena-Wassers zu entwickeln und namibische Fachleute für die geplanten Brunnenbohrungen auszubilden.