Klempnerinnen in Jordanien

Als Klempnerin unterwegs in Jordanien

Als Narja vor einigen Jahren nach Jordanien kam, hätte sie sich nicht träumen lassen, einmal Klempnerin zu werden. Jetzt hat die junge Frau, die vor dem Krieg in Syrien geflohen ist, ihre Ausbildung abgeschlossen und freut sich auf ihren ersten Einsatz: "Ich habe viel gelernt in dem Lehrgang und fühle mich jetzt fit, diesen Beruf auch wirklich auszuüben."

Qualifizierte Fachkräfte gesucht

In Jordanien unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein Projekt zur Ausbildung von Klempnerinnen und Klempnern, um neue Beschäftigungsperspektiven zu bieten.

Als eines der wasserärmsten Länder der Welt leidet Jordanien unter chronischer Wasserknappheit, die durch den Zustrom von Flüchtlingen aus den Nachbarländern noch verstärkt wird. Derzeit beherbergt das Land über 630.000 registrierte syrische Flüchtlinge. Die meisten von ihnen leben außerhalb der Flüchtlingslager in jordanischen Gemeinden. Das erhöht den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und stellt die kommunale Infrastruktur und die völlig überlastete Wasserversorgung vor große Herausforderungen.

Rund 40 Prozent des Wassers gehen in Jordanien auf dem Weg zum Verbraucher verloren. Der Grund sind marode, nicht fachgerecht verlegte und schlecht gewartete Leitungen. Zudem fehlt es an qualifizierten Fachkräften, die Wasserleitungen installieren, warten und reparieren können.

Frauen im Vorteil

Mit der Ausbildung von Klempnerinnen und Klempnern will das Projekt dazu beitragen, die Wasserverluste in privaten Haushalten einzudämmen. Es konzentriert sich auf die von der Flüchtlingskrise am stärksten betroffenen Gemeinden und richtet sich gleichermaßen an die jordanische Bevölkerung wie auch an syrische Flüchtlinge.

Frauen bietet die Ausbildung eine reelle Chance, ihren neu erlernten Beruf auch wirklich auszuüben. Denn die herrschende Tradition in der jordanischen Gesellschaft verbietet es männlichen Klempnern, Haushalte zu betreten, wenn kein Mann im Haus ist. Eine Klempnerin erhält dagegen leicht Eintritt und kann die Hausfrauen zudem beraten, wie sie Wasser sparen und kleine Reparaturen selbst durchführen können.