Wasser im Alltag

Wasser in unserem Alltag

Wasser begegnet uns im Alltag in vielfältiger Weise: Wir nutzen es um uns zu waschen, brauchen es zum Trinken und Kochen, zur Reinigung von Kleidung und Wohnraum. Kinder spielen nach dem Regen in Pfützen und springen im Badeurlaub zur Erholung in Seen oder Schwimmbecken. Wassermenge und Wasserqualität sind für den Alltag der Menschen rund um den Globus von großer Bedeutung. Ohne Wasser kein Leben.

Wasserkonsum weltweit

Weltweit gibt es erhebliche Unterschiede im Wasserverbrauch: In Deutschland wurden 2013 pro Person durchschnittlich 121 Liter Wasser am Tag konsumiert, weit über die Hälfte davon für Körperpflege und die Toilettenspülung.

In den USA ist der tägliche Wasserverbrauch pro Kopf sogar viermal so hoch. Die Menschen in Somalia dagegen müssen mit lediglich fünf Litern Wasser am Tag auskommen. Der regionale Wasserbedarf hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Bevölkerungsdichte, den wirtschaftlichen Aktivitäten und dem Lebensstandard der Menschen.

Weitaus größere Mengen Wasser stecken im indirekten Verbrauch, also im Wasser, das für wirtschaftliche Aktivitäten genutzt wird – zum Beispiel in Landwirtschaft und Industrie. Ein Maß für den individuellen Konsum dieser Mengen ist das virtuelle Wasser.

Virtuelles Wasser – die unsichtbare Maßeinheit

Als "virtuelles Wasser" wird die Wassermenge bezeichnet, die bei der Produktion von Gütern und Dienstleistungen verbraucht oder verschmutzt wird. Sie kann beim gleichen Produkt sehr unterschiedlich sein – je nachdem, wo und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Abhängig von klimatischen Bedingungen, Bodenbeschaffenheit, Jahreszeit, verwendetem Saatgut und anderen Faktoren wird beispielsweise für den Anbau der gleichen Frucht an zwei verschiedenen Orten unterschiedlich viel Wasser benötigt.

Doch nicht nur ortsspezifische Faktoren sind wichtig, auch die Auswahl der Produkte hat einen entscheidenden Einfluss auf den virtuellen Wasserkonsum: So enthält eine Tasse Kaffee durchschnittlich 132 Liter virtuelles Wasser, eine Tasse Tee lediglich 27 Liter. In einem Kilo Rindfleisch stecken 15.415 Liter Wasser, während die Produktion von einem Kilo Hühnerfleisch nur 4.325 Liter benötigt. Was wir konsumieren und woher die Güter kommen, beeinflusst unseren individuellen "Wasserfußabdruck".

Mithilfe von internationalen Handelsstatistiken lassen sich auch Aussagen zu Im- und Export von virtuellem Wasser treffen. Länder wie die Volksrepublik China exportieren virtuelles Wasser beispielsweise in Form von wasserintensiven Produkten wie Textilien und Elektronik. Deutschland importiert jedes Jahr etwa 125 Gigakubikmeter virtuelles Wasser aus anderen Ländern – das entspricht etwa 4.100 Litern pro Person und Tag. Deutsche Konsumgewohnheiten stehen somit in direktem Zusammenhang zum Verbrauch der Wasserressourcen in aller Welt.

Wasser in der Wirtschaft – die Textilindustrie

Auch unsere Kleidung hat großen Einfluss auf Wasservorkommen und -qualität in den Produktionsländern. Die Textilindustrie verbraucht nicht nur große Wassermengen zur Bewässerung von Baumwolle, sie verursacht auch erhebliche Umweltschäden. Giftige Chemikalien, die in Textilfabriken verwendet werden, gelangen vielerorts ungeklärt ins Abwasser und finden so ihren Weg in Flüsse und Seen. Auch der Baumwollanbau verschmutzt Wasser, wenn Pestizide versprüht werden und über die Böden in Grund- und Trinkwasser gelangen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wirkt diesen Risiken entgegen, indem es sich für die Einführung von Umwelt- und Sozialstandards in der Textilindustrie einsetzt und Projekte vor Ort finanziert – wie etwa die Einführung neuer Verfahrenstechniken oder Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter zugute.

Berechnung des eigenen Wasserfußabdrucks – die Wasserampel

Wie wasserfreundlich ist Ihr eigenes Konsumverhalten? Welche Produkte sind besonders wasserintensiv und was können Konsumenten tun, um ihren eigenen Wasserfußabdruck zu reduzieren?

Hier können Sie Ihre Lebensgewohnheiten analysieren und Ihren eigenen Wasserfußabdruck erstellen.