Deutsches Engagement

Deutsches Engagement für nachhaltigen Tourismus

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat das Ziel, die Potenziale des Tourismus für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen und mögliche Risiken wie klimaschädliche Auswirkungen und die Übernutzung von Naturräumen zu minimieren.

Bei der Förderung von Tourismus in seinen Partnerländern setzt sich Deutschland für die Wahrung der Menschenrechte und die Einführung und Umsetzung von sozialen und ökologischen Mindeststandards ein.

Vorhaben mit übergreifender Zielsetzung

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert im Tourismusbereich vor allem Vorhaben mit übergreifender Zielsetzung wie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Management natürlicher Ressourcen, Erhalt der Biodiversität, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Berufsbildung sowie Gemeindeförderung und Regionalentwicklung.

Insgesamt werden weltweit derzeit über 100 Vorhaben mit einer Tourismuskomponente umgesetzt.

Neben einigen Fachkräften des Centrums für internationale Migration und Entwicklung (CIM) sind im Tourismusbereich eine Vielzahl von Entwicklungshelferinnen und -helfern im Einsatz.

Schutz von Kindern und Jugendlichen

Das BMZ beteiligt sich an der Umsetzung des ressortübergreifenden Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung. Das Ministerium unterstützt Organisationen, die sich in diesem Bereich engagieren, und fördert – häufig gemeinsam mit Tourismusunternehmen – geeignete Maßnahmen in den Kooperationsländern.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Im Rahmen seiner entwicklungspolitischen Bildungsarbeit stellt das BMZ umfassende Informationen über Entwicklungsländer zur Verfügung und sensibilisiert deutsche Touristen für sozialverantwortliches und umweltgerechtes Reisen.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Ein zentrales Anliegen des BMZ ist die Zusammenarbeit mit der touristischen Privatwirtschaft. Dabei geht es nicht nur darum, dass sich der Tourismus selbst sozialverträglich und umweltgerecht entwickelt, sondern auch darum, dass er als Motor für eine branchenübergreifende nachhaltige Entwicklung genutzt werden kann. Dafür müssen alle Akteure gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und privatwirtschaftliche Kooperationspartner in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit einbezogen werden.

Reiseunternehmen sind aufgefordert, Fachwissen, Kreativität, Kapital und Innovationskraft in den Ländern einzusetzen, in denen ihre Reiseziele liegen, um dadurch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten. Das BMZ unterstützt sie dabei, indem es sich für bessere Voraussetzungen in den Partnerländern engagiert. Es fördert zum Beispiel Rechtssicherheit und gute Regierungsführung, unterstützt Investitionen und die Erschließung neuer Märkte und fördert Aus- und Fortbildungen für Fachkräfte.

Außerdem werden deutsche und europäische Touristikunternehmen finanziell und fachlich dabei unterstützt, ihr Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig, breitenwirksam und sozialverträglich zu gestalten.

Hierzu hält das BMZ ein vielfältiges Instrumentarium bereit, zum Beispiel das develoPPP.de-Programm, integrierte Entwicklungspartnerschaften oder das lab of tomorrow. oder die Matching-Plattform leverist.de.

Branchendialog "Tourismus für nachhaltige Entwicklung"

Im März 2016 hat das BMZ gemeinsam mit der Tourismusbranche einen Branchendialog "Tourismus für nachhaltige Entwicklung" ins Leben gerufen. Bei den halbjährlichen Treffen kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Tourismuswirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um Lösungen für touristische Zielregionen zu erarbeiten und so die Potenziale des Tourismus für eine nachhaltige Entwicklung auszuschöpfen.

EZ-Scout beim Deutschen Reiseverband

Im Rahmen des "EZ-Scout-Programms" arbeitet seit Herbst 2017 eine Fachkraft für Entwicklungszusammenarbeit und Tourismus beim Deutschen Reiseverband (DRV). Als Expertin an der Schnittstelle zwischen Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit zeigt sie Synergieeffekte auf und berät Tourismusunternehmen, die sich entwicklungspolitisch engagieren möchten.