Beispiele

Naturschutz im südlichen Afrika

KAZA: Naturschutz über alle Grenzen hinweg

Im südlichen Afrika ist eines der größten Naturschutzgebiete der Welt entstanden. 36 einzelne Schutzgebiete und Nationalparks in Angola, Sambia, Simbabwe, Botsuana und Namibia wurden zur Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA) verbunden.

Mit rund 520.000 Quadratkilometern ist das Schutzgebiet größer als Spanien (506.000 Quadratkilometer). Seine Hauptaufgabe ist neben dem Erhalt der Biodiversität die nachhaltige Entwicklung des Tourismus und der Wirtschaft in den beteiligten Staaten.

Im August 2011 unterzeichneten die Staatschefs der fünf Länder einen entsprechenden Vertrag. Der offizielle Startschuss für das ehrgeizige Projekt erfolgte im März 2012. Dass die Regierungen der KAZA-Länder konstruktiv zusammenarbeiten, ist keine Selbstverständlichkeit: In der Vergangenheit waren sie mehrfach untereinander in kriegerische Auseinandersetzungen und diplomatische Streitigkeiten verwickelt.

Die KfW Entwicklungsbank begleitet den Aufbau von KAZA im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als größter Geldgeber mit 35,5 Millionen Euro. Sie kooperiert dabei eng mit anderen staatlichen Unterstützern wie den Niederlanden, der Schweiz und den USA sowie mit Nichtregierungsorganisationen wie dem World Wide Fund For Nature (WWF) und der Peace Parks Foundation.

Vom Wilderer zum Wildhüter

Ein Ansatzpunkt des KAZA-Projekts ist die Einrichtung von Gemeindeschutzgebieten. Dafür werden Landflächen vom Zentralstaat an eine Gemeinde überschrieben. Diese kann sie dann wirtschaftlich nutzen – ist aber auch für den Naturschutz verantwortlich. So kann die Gemeinde zum Beispiel ein Grundstück an einen Lodge-Betreiber verpachten. Dieser schafft Arbeitsplätze und bezieht Lebensmittel von örtlichen Bauern, sorgt also für Einkommenszuwächse bei der lokalen Bevölkerung. Die Lodge-Gäste kommen in erster Linie wegen der Tierwelt. Dadurch wird es attraktiver, die Tiere zu schützen, als sie zu jagen. Vor diesem Hintergrund fördert die KfW Entwicklungsbank auch die "Umschulung" ehemaliger Wilderer zu Wildhütern.

Projektdaten

Deutscher Beitrag: 35,5 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2010 bis 2021

Agrotourismus in Kirgisistan

Agrotourismus in Kirgisistan

Rund 30 Prozent der kirgisischen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Doch die Bäuerinnen und Bauern aus Kirgisistan sind international kaum wettbewerbsfähig, ihre Produktivität ist noch zu gering. Deutschland fördert in Kirgisistan deshalb ein "Programm für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung", das die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen wird. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden die Wertschöpfungsketten verschiedener Branchen weiterentwickelt, unter anderem die des Agrotourismus.

Das große touristische Potenzial nutzen

Insgesamt wurden 86 Landwirtinnen und Landwirte ausgebildet. In Zusammenarbeit mit lokalen Reiseveranstaltern wurden zudem touristische Angebote entwickelt. Und um diese Angebote bekannt zu machen, wurden Informationsreisen für internationale Reiseveranstalter organisiert.

Kirgisistan hat ein großes touristisches Potenzial. Die Landschaft ist vielfältig und bietet neben schneebedeckten Siebentausendern, grünen Almen und Bergseen auch schöne Canyons und den zweitgrößten Bergsee der Welt. Die Natur ist noch weitgehend unberührt.

 

Bisherige Erfolge

Inzwischen beherbergen schon mehr als 20 Gastgeber Individualtouristen und Gruppen von Reiseveranstaltern. Die Zahl der Touristen aus Europa stieg von 200 auf 2.000 pro Jahr. Zudem wurde eine Internetseite zum Agrotourismus in Kirgisistan eingerichtet und der Agrotourismus hat in Kirgisistan insgesamt an Popularität gewonnen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: 2014 bis 2019

Finanzmittel: 150.000 Euro

Marokko: Tourismus für die Zukunft

Marokko: Tourismus für die Zukunft

In ländlichen Gebieten Marokkos findet man unberührte Natur sowie zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten, es gibt dort jedoch nur wenige Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Typische Beispiele für diese Situation sind die Küstenregion Souss Massa und Beni Mellal-Khenifra, eine Gebirgsregion im Hohen Atlas.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in diesen beiden Regionen Vorhaben zur Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Ziel ist, dass die natürlichen Ressourcen der Regionen rund um Naturparks und Schutzgebiete der gesamten Bevölkerung zugutekommen.

Dazu wird das touristische Angebot ausgebaut: Wasser- und Angelsport, Vogelbeobachtung, Trekking, Klettersport. Zudem werden neue Methoden zur Akquise von Touristen entwickelt und angewandt.

Es ist geplant, mindestens 2.000 Personen im Bereich des nachhaltigen Tourismus aus- und fortzubilden. Durch 50 neue Kleinunternehmen als Dienstleister für Touristen und vier neue touristische Unterkünfte sowie die Vermarktung und Entwicklung neuer lokaler Produkte sollen die beiden ländlichen Regionen auf lange Sicht zu eigenständigen und prosperierenden Touristenzielen werden.

Mehr Arbeitsplätze und höhere Einkommen

Nach rund drei Jahren fanden bereits 432 Personen, davon 186 Frauen, einen Arbeitsplatz. Rund 1.850 Menschen verdienen nun mehr als vorher oder profitieren von besseren Arbeitsbedingungen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: November 2015 bis September 2020

Finanzvolumen: 5,77 Millionen Euro

Marokko: Tourismus für die Zukunft

Albanien: Küstenregion

Albanien: Integrierte nachhaltige Entwicklung der südlichen Küstenregion

Albanien bietet Touristen attraktive Landschaften und kulturelle Vielfalt: Sandstrände im Norden, Felsküsten im Süden, Berglandschaften mit traditionellen Dörfern, archäologische und historische Sehenswürdigkeiten. In den vergangenen Jahren wuchsen die Besucherzahlen in den Küstenregionen des Landes, insbesondere in den Sommermonaten. Allerdings hat die Bevölkerung im Hinterland bisher nur wenig davon profitiert. Wegen fehlender Entwicklungsperspektiven verlassen viele Menschen die ländlichen Regionen.

Deutsches Engagement

Die Bundesregierung engagiert sich gemeinsam mit der albanischen Regierung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Küstenregion Vlora, die der gesamten Volkswirtschaft zugutekommen soll.

Um Perspektiven für die 60.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region zu schaffen, arbeitet das Entwicklungsvorhaben eng mit der lokalen Bevölkerung und Unternehmen der Tourismusbranche zusammen.

Eine Kombination aus Natur-, Kultur- und kulinarischem Tourismus sowie die Erhaltung des Kulturerbes stehen dabei im Mittelpunkt. Das Vorhaben konzentriert sich besonders auf die Gemeinden Vlora, Himara und Konispol.

Schwerpunkte des Projekts

Zwei Handlungsfelder stehen im Mittelpunkt der Maßnahmen:

Zum einen wird die Raumentwicklungsplanung in der Region unterstützt. Dabei werden Mechanismen für die Erhaltung der Städte und Modelle zur Wiederbelebung traditioneller Dörfer entwickelt.

Außerdem fördert das Projekt die Entwicklung von Modellen für einen nachhaltigen Tourismus und die Integration von Produkten in touristische Wertschöpfungsketten.

Konkret unterstützt das Vorhaben die Erweiterung des Angebots von Outdoor-Aktivitäten und Veranstaltungen wie Wandern, Mountainbike-Touren, Kulturreisen und Festivals. Die Festlegung von Wander- und Fahrradrouten kommt beispielsweise den ländlichen Touristik-Dienstleistern zugute. Inhaber von Pensionen in der Region werden zu den Themen ländlicher Tourismus und Gebirgstourismus geschult.

Die verschiedenen Maßnahmen tragen dazu bei, die lokale und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Touristikgewerbes zu stärken.

Marketing-Strategie

Zum Vorhaben gehört außerdem die Erarbeitung einer Marketing-Strategie. Die gemeinsame Vermarktung der Region wird durch die Entwicklung einer regionalen Marke und eines Logos vorangetrieben.

In internationalen Medien wird mittlerweile immer öfter über die südliche Küstenregion Albaniens als Urlaubsziel berichtet. Deutsche Anbieter von Alternativreisen haben sie inzwischen in ihr Programm aufgenommen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: März 2015 bis Februar 2019

Finanzvolumen: 2 Millionen Euro

Nachhaltiger Tourismus in Malawi

Malawi: Mehr Beschäftigung und Einkommen im ländlichen Raum

Im südöstlichen Afrika zwischen Mosambik, Tansania und Sambia gelegen, ist Malawi eines der friedlichsten Länder der Region. Bei Touristen ist das Land wegen seiner überraschenden Vielfalt beliebt: badende Elefantenfamilien im Liwonde-Nationalpark, sattgrüne Teeplantagen um Thyolo und herrlichste Sandstrände am Ufer des Malawisees. Wandernde können die eindrucksvolle Aussicht auf dem Mulanje- oder Nyika-Plateau genießen und Naturfreunde die zahlreichen Buntbarsche im Malawisee beobachten.

Arbeitsplätze im Tourismussektor

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi konzentriert sich auf die Schwerpunkte Grundbildung, Gesundheit und ländliche Entwicklung; Ziel ist es, in ländlichen Regionen Einkommen und Beschäftigung zu schaffen, um die Armut zu vermindern.

Eine große Chance dazu bietet der Tourismus. Bereits 2015 arbeiteten rund 200.000 Menschen in diesem Wirtschafsbereich – laut Prognosen könnte diese Zahl bis 2026 auf rund 1,3 Millionen Beschäftigte steigen.

Naturschätze des Landes erhalten

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die touristische Wertschöpfungskette Malawis. Ziel ist die Entwicklung eines ökologisch und sozial verantwortungsvollen Tourismussektors.

Die Aktivitäten umfassen Qualifizierungsmaßnahmen für lokale Kleinst- und Kleinunternehmen, fördern den Dialog zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor und entwickeln Ansätze, um Malawi als Destination besser zu vermarkten.

Zu den Wirkungen des Programms gehört, dass im ländlichen Raum mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Durch Dialoge zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor können sich Kleinst- und Kleinunternehmen auf nationaler und internationaler Ebene besser darstellen.

Das Projekt hat bei allen Beteiligten das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung der nationalen Ressourcen gestärkt. Letztere bilden nicht nur die Existenzgrundlage der zumeist von Landwirtschaft lebenden Bevölkerung – sie sind auch der Grund für den Besuch von Touristen und schaffen damit attraktive Arbeitsplätze.

Tourismus im Westen Nepals

Tourismus im Westen Nepals: Ungenutzte Potenziale erschließen

Der Westen Nepals hat Touristen viel zu bieten: vom größten asiatischen Bestand an Zackenhirschen im Suklaphanta-Nationalpark über die majestätische Schönheit der alpinen Wiesen, Wälder und Seen in Khaptad bis hin zu malerischen Wanderwegen auf den Bergen Api und Saipal. Doch trotz der vielfältigen Sehenswürdigkeiten in der Region ist ihr touristisches Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die nepalesische Regierung deshalb bei der Förderung des Tourismussektors im Westen des Landes.

Gesellschaft für Tourismusentwicklung

Ein Kreis gleichgesinnter Unternehmer im Westen Nepals hat 2012 die Gesellschaft für Tourismusentwicklung (Tourism Development Society, TDS) gegründet, um Besucher in die Region zu locken und um zu einem verantwortungsbewussten Tourismus beizutragen. Die Gründer haben sich verpflichtet, ein Prozent ihres Unternehmensumsatzes an die Gesellschaft zu zahlen.

Seit 2013 arbeiten deutsche Entwicklungsexpertinnen und -experten mit der TDS zusammen, um touristische Dienstleistungen zu verbessern und neue touristische Angebote zu entwickeln, von denen auch Randgruppen in der Region profitieren.

Interessengruppen zusammenbringen

Bei einem regionalen Workshop zur Tourismusplanung, der von der TDS im Mai 2016 veranstaltet wurde, haben 25 Organisationen aus dem privaten Sektor, dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft die Allianz für Tourismus in West-Nepal gegründet. Die TDS fungiert als Sekretariat der Allianz und bringt die wichtigsten Interessengruppen zusammen, um Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung in der Region zu schaffen und das Natur- und Kulturerbe zu erhalten.

Diversifizierung der Produkte und Dienstleistungen

Die Allianz für Tourismus in West-Nepal fördert die Vermarktung der Region als Tourismusziel und setzt sich gleichzeitig dafür ein, die dortige Produkt- und Dienstleistungspalette zu erweitern.
Die TDS hat in den vergangenen Jahren außerdem die Entwicklung von zahlreichen verschiedenen "Tour-Paketen" lokaler Reiseveranstalter unterstützt. Sie werden von 20 lokalen Reiseveranstaltern und 13 Reiseveranstaltern in Kathmandu angeboten.

Nachhaltiger Tourismus in Madagaskar

Madagaskar: Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt und liegt vor der Küste Mosambiks im Indischen Ozean. Durch die weitgehend isolierte Lage der Insel konnte sich dort eine einmalige und besonders vielfältige Pflanzen- und Tierwelt entwickeln. Doch das Naturparadies ist durch menschliche Eingriffe bereits zu großen Teilen zerstört. Der Nahrungsmittel- und Brennholzbedarf der zumeist sehr armen Bevölkerung hat zu einer weitgehenden Entwaldung und zur Verschlechterung der Böden geführt.

Tourismus-Wertschöpfungkette ausweiten

Im Rahmen eines Projekts der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden jetzt gemeinsam mit der madagassischen Regierung die Rahmenbedingungen geschaffen, um die Artenvielfalt zu schützen und nachhaltige Nutzungsformen der natürlichen Ressourcen zu fördern.

Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Entwicklung einer Tourismus-Wertschöpfungskette in Schutzgebieten. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden dazu spezielle Angebote und Routen entwickelt, die den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, die Naturschätze Madagaskars zu erkunden.

In den drei madagassischen Regionen Atsimo-Andrefana, Boeny und Diana wird der lokale Tourismus durch verschiedene Maßnahmen gefördert. Dazu gehören Ausbildungsprogramme, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Vermarktung der kommunalen Tourismusangebote auf nationaler und internationaler Ebene.

Lokale Bevölkerung profitiert

Natalia Vega berichtet über ihre Arbeit in Madagaskar

Natalia Vega arbeitet im Auftrag der deutschen Bundesregierung für das Projekt "Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" in Madagaskar. Sie entwickelt Tourismusangebote, die den lokalen Gemeinden zugutekommen.

Äthiopien: Nationalpark-Management

Äthiopien: Nachhaltiges Nationalpark-Management

Die Tourismusförderung in Äthiopien konzentrierte sich bisher vor allem auf historische und kulturelle Attraktionen, wie die neun UNESCO-Welterbestätten im Land. Doch Äthiopien verfügt auch über eine reiche biologische Vielfalt, die touristisch besser genutzt werden könnte.

Technische und finanzielle Mittel fehlen

Die Regierung hat 14 Prozent der Landesfläche unter Schutz gestellt. Doch viele Naturschutzgebiete werden als Weideland genutzt und ihre natürlichen Ressourcen werden ausgebeutet. Zudem fehlt es den Nationalparks an technischen und finanziellen Mitteln, um die Artenvielfalt wirksam zu schützen.

Deutschland unterstützt Äthiopien deshalb im Rahmen eines Biodiversitäts- und Forstprogramms dabei, das Management der Nationalparks zu verbessern und sie für Touristen attraktiver zu machen.

Bessere Bedingungen für Tourismus

Das Programm unterstützt fünf Nationalparks bei der Optimierung ihrer Schutz- und Managementstrategien und -techniken. Durch Organisationsentwicklung, Kapazitätsausbau und die Bereitstellung von Ausrüstung werden die Parks besser verwaltet und überwacht. Außerdem wird die äthiopische Behörde für den Schutz der Wildtiere unterstützt.

Durch die Maßnahmen verbessern sich auch die Bedingungen für den Tourismus.

Bisherige Erfolge

Einer der fünf geförderten Nationalparks verfügt bereits über einen Managementplan und zwei weitere Pläne sind in Arbeit. Es wurden neue Patrouillensysteme entwickelt und Ranger in den Bereichen Strafverfolgung, Bekämpfung der Wilderei, Wildtier-Monitoring und Lebensraumschutz ausgebildet. In einem Nationalpark wurde ein Training zum Verhalten von Elefanten durchgeführt, um das Risiko für Besucher und Parkpersonal zu reduzieren. In einem anderen Park wurde ein Konzept für ein Besucherzentrum entwickelt.

Projektdaten

Projektlaufzeit: August 2015 bis Juli 2019

Finanzvolumen: 16,5 Millionen Euro

Südliches Afrika: Schutzgebiete

Südliches Afrika: Grenzüberschreitende Schutzgebiete einrichten

Die Naturlandschaft und die kulturelle Vielfalt des südlichen Afrikas ziehen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. 2017 kamen rund 25 Millionen ausländische Touristinnen und Touristen in die Region, in den nächsten zehn Jahren soll die Zahl auf über 40 Millionen steigen. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Natur und des kulturellen Erbes sind wichtige Voraussetzungen für die weitere positive Entwicklung des Tourismus in der Region.

Nachhaltiges Management der Schutzgebiete

Die Ökosysteme im südlichen Afrika werden durch das Wachstum der Bevölkerung und die dadurch erforderliche Ausdehnung landwirtschaftlich genutzter Flächen bedroht. Die Entwaldungsrate in der Region ist die höchste in Afrika. Die Wilderei nimmt seit einiger Zeit auch in geschützten Gebieten wieder zu.

Um die Artenvielfalt zu erhalten, unterstützt die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) die Einrichtung grenzüberschreitender Schutzgebiete und entwickelt Programme und Strategien für ihr nachhaltiges Management. Deutschland fördert diesen Prozess durch das Programm "Grenzüberschreitender Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen".

In Zusammenarbeit mit dem SADC-Sekretariat soll die Vermarktung der Schutzgebiete verbessert werden und Tourismusangebote mit internationalen und regionalen Reiseveranstaltern sollen entwickelt werden. Seit 2017 erhält das südliche Afrika zudem technische und finanzielle Unterstützung für seine Teilnahme an internationalen Tourismusmessen wie der ITB in Berlin.

Beteiligung der lokalen Bevölkerung an der touristischen Wertschöpfung

Auch die lokale Bevölkerung soll von den Schutzgebieten profitieren. Grenzüberschreitende Tourismusangebote wie der Desert Kayak Trail, bei dem Touristinnen und Touristen den |Ai-|Ais/Richtersveld Transfrontier Park zwischen Namibia und Südafrika auf dem Wasser und an Land kennenlernen, schaffen Arbeitsplätze. Die Einheimischen arbeiten als Flussführer und kümmern sich um Unterkunft und Verpflegung der Touristinnen und Touristen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: Juni 2015 bis Dezember 2020

Finanzvolumen: 12,5 Millionen Euro

Ruanda: Wirtschaftsförderung

Ruanda: Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung durch Tourismus

Jedes Jahr kommen rund eine Million Touristinnen und Touristen nach Ruanda. Das ostafrikanische Land bietet eine große kulturelle Vielfalt, atemberaubende Seenlandschaften und Nationalparks mit einer eindrucksvollen Tier- und Artenvielfalt – unter anderem leben dort Berggorillas.

Das milde Klima, die saubere Umwelt und die gute Sicherheitslage ermöglichen ein stetiges Wachstum des Tourismussektors. Er trägt mittlerweile 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und sorgt für elf Prozent der Arbeitsplätze in Ruanda.

Die Regierung will diesen wichtigen Wirtschaftsbereich weiterentwickeln und hat bereits 2009 einen Masterplan für nachhaltige Tourismusentwicklung erstellt. Im Rahmen des "Programms zur Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung" (Eco-Emploi) unterstützt Deutschland die Umsetzung des Plans.

Tourismusangebote in der Kivu-Region

Die deutschen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Region rund um den Kivu-See, die viele Möglichkeiten für touristische Aktivitäten wie Wandern und Radfahren bietet. Ziel ist, die Tourismusangebote weiter zu verbessern und neue Geschäfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

In Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Partnern hat Eco-Emploi Reiseführer, Touranbieter und Hoteliers geschult, unter anderem in den Bereichen Gastronomie, Management, Hauswirtschaft und Reiseleitung. Außerdem wurden Trainerinnen und Trainer für das Tourismus- und Gastgewerbe ausgebildet. Die Dienstleistungen von kommunalen Tourismusprojekten wurden erweitert und neue Wanderwege ausgewiesen.

Unter dem Dach der lokalen Tourismuskammer wurde außerdem eine Tourismusorganisation für die Kivu-Region aufgebaut. Sie wirbt auf Fachmessen für die Region und vernetzt wichtige Akteure.

Jean Bosco berichtet über seine Arbeit in Ruanda

Jean Bosco arbeitet im Auftrag der Bundesregierung in Ruanda. Er ist in ein Projekt eingebunden, das öffentlichen und privaten Partnern hilft, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Rahmen des Projekts werden auch die Tourismusangebote im Westen Ruandas optimiert.

Projektdaten

Projektlaufzeit: Juni 2016 bis Dezember 2019

Finanzvolumen: 23.354.440 Euro

Jordanien: Neue Tourismusstrategie

Jordanien: Neue Tourismusstrategie entwickeln

Jordanien bietet für Touristen aus der ganzen Welt eine Vielzahl an historischen Stätten, religiösen Orten und Outdoor-Aktivitäten. Die Felsenstadt Petra, eines der von der UNESCO benannten Weltwunder, das Tote Meer oder die Wüstenregion Wadi Rum sind nur einige der beliebten Attraktionen des Landes. Der Tourismussektor leistet einen erheblichen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Zudem lebt die Branche von der Arbeitskraft der Menschen vor Ort – eine besondere Chance für Kleinst-, Klein-, und mittelständische Unternehmen (KKMU). Von den regionalen Unruhen 2011 konnte sich Jordanien inzwischen erholen, was sich durch einen Anstieg der Tourismusankünfte 2017 zeigt.

Wettbewerbsfähigkeit verbessern

Das Projekt "Beschäftigungsorientierte KKMU-Förderung in Jordanien" unterstützt diese Unternehmen im Einklang mit den Plänen der jordanischen Regierung. Der Fokus liegt dabei auf Tourismus sowie Lebensmittelverarbeitung, Informations- und Kommunikationstechnologien – alles Sektoren mit Wachstums- und Beschäftigungspotenzialen.

Ziel des Projektes ist eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kompetenzförderung von KKMUs sowie eine Entwicklung des Unternehmens- und Investitionsklimas in diesen Sektoren.

Das Projekt führte eine umfassende Analyse des jordanischen Tourismussektors durch, um Fördermöglichkeiten für KKMUs aufzuzeigen. Die Daten wurden gemeinsam mit Akteuren der Tourismusbranche erhoben. Ziel ist, Wachstumsmöglichkeiten für KKMUs aufzuzeigen. Aktuell unterstützt das Projekt die digitale Transformation von Tourismusdienstleistern und baut die Zusammenarbeit der Industrie auf lokaler und internationaler Ebene aus.

Projektdaten

Projektlaufzeit: Januar 2018 bis April 2024

Finanzvolumen: 10 Millionen Euro

Laos: Nachhaltiger Tourismus

Laos: Nachhaltigen Tourismus fördern

Tourismus ist ein wichtiger Wachstumssektor für Laos. Er macht sieben bis neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, trägt wesentlich zur Entstehung neuer Arbeitsplätze bei und ist ein bedeutender Devisenbringer.

Massentourismus ist allerdings für ein kleines Land wie Laos auch eine Herausforderung: Er kann die Kultur und Natur gefährden, unter anderem durch erhöhtes Verkehrsaufkommen und größere Abfallmengen.

ASEAN-Standards umsetzen

Im Rahmen des Projekts "Regionale Wirtschaftsintegration von Laos in den Verband südostasiatischer Staaten (ASEAN) zur Entwicklung von Handel und Unternehmertum (RELATED)" unterstützt Deutschland lokale Partner bei einer nachhaltigen Tourismusentwicklung und bei der Anwendung der ASEAN-Tourismusstandards.

Neben Schulungen und praktischer Beratung gehören Maßnahmen zu nachhaltiger Produktion und nachhaltigem Konsum zum Projekt. Unter anderem geht es dabei um die Einsparung von Wasser und Energie oder die Reduzierung und das Recycling von Abfällen in Reisebüros, Hotels, Pensionen und Restaurants. Diese Maßnahmen schützen nicht nur die Umwelt, sondern helfen auch bei der Einsparung von Kosten.

Um Einkommen vor Ort zu schaffen, wird auch die Herstellung von lokalen Handwerksprodukten unterstützt. Und öffentlichkeitswirksame Kampagnen verbessern das Umweltbewusstsein der Bevölkerung.

Bisherige Erfolge

Der Privatsektor in der Provinz Luang Prabang hat sein Umweltmanagement inzwischen signifikant verbessert. Er trägt damit zur Erreichung von Ziel 12 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei (Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen).

Neu entwickelte Handwerksprodukte generieren zusätzliches Einkommen. Durch die Umsetzung der ASEAN-Tourismusstandards hat sich die Qualitätsinfrastruktur verbessert. Außerdem wurde ein Instrument der UNESCO für erfolgreiches Destinationsmanagement eingeführt. Die Provinz Luang Prabang konnte auf verschiedenen Messen als nachhaltiges Reiseziel präsentiert werden.

Projektdaten

Projektlaufzeit: Mai 2016 bis Dezember 2020

Laos: Artenvielfalt bewahren

Laos: Die Artenvielfalt in der Hin-Nam-No-Region bewahren

Das an der Grenze zu Vietnam gelegene nationale laotische Schutzgebiet Hin Nam No ist 88.500 Hektar groß und eine der ausgedehntesten Karstregionen der Welt. Die Landschaft ist von atemberaubender Schönheit mit einzigartigen Kalksteinformationen. Hier leben bedrohte Tierarten wie zum Beispiel Leoparden und es gibt eine große Vielfalt von Pflanzenarten. Im Schutzgebiet liegen mehr als 20 Dörfer, deren Bewohnerinnen und Bewohner von den natürlichen Ressourcen der Region leben.

Wilderei, illegaler Holzeinschlag und der geringe Nachdruck, mit dem die Parkordnung durchgesetzt wird, belasten das sensible Ökosystem des Schutzgebiets zunehmend. Die technischen, finanziellen und personellen Ressourcen für das Management und den Schutz des Naturreservats reichen bisher nicht aus.

Im Rahmen des Programms "Schutz und nachhaltige Nutzung von Waldökosystemen und Biodiversität" unterstützt Deutschland den Schutz der Hin-Nam-No-Region. Das Projekt hat das Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten und gleichzeitig die Armut in den ländlichen Gemeinden zu verringern.

Ökotourismus fördern

Um die wirtschaftliche Situation der lokalen Bevölkerung zu verbessern, werden im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft ökotouristische Angebote entwickelt und ihre Vermarktung gefördert.

Der Status des Schutzgebiets als ASEAN-Heritage-Park und UNESCO-Weltnaturerbe würde die Region bekannter machen und das Tourismusmarketing erleichtern. Deshalb unterstützt Deutschland die Weiterentwicklung der Hin-Nam-No-Region zu einer grenzüberschreitenden UNESCO-Weltnaturerbestätte.

Durch das deutsche Programm wird zudem die Einrichtung einer gemeinsamen Verwaltung für die integrierte regionale Entwicklung der Region gefördert. Angestrebt werden auch eine gemeinschaftliche Schutzgebietsverwaltung und eine strategische, nachhaltige Tourismusentwicklung.

Dabei setzt Deutschland auf ein kooperatives Management, das die Behörden und die lokale Bevölkerung an einen Tisch bringt, um den Schutz und die Verwaltung des Gebiets gemeinsam zu planen.

Ein solcher Ko-Management-Ansatz ist neu für Laos. Die Dorfbewohner schließen sich in Komitees zusammen, deren Aufgabe es ist, die natürlichen Ressourcen in und um den Hin-Nam-No-Park nach einem festgelegten Plan zu schützen und zu bewirtschaften.

Bisherige Erfolge

Das Programm hat ein gemeinschaftliches Managementsystem für das Hin-Nam-No-Schutzgebiet entwickelt. Die neu entwickelte Tourismusstrategie wird bereits von verschiedenen beteiligten Akteuren und Interessengruppen umgesetzt.

Projektdaten

Projektlaufzeit: September 2017 bis März 2021

Finanzvolumen: 9,95 Millionen Euro

Myanmar: Lokale Anbieter fördern

Myanmar: Lokale Gemeinden in den Tourismussektor integrieren

Jahrzehntelang war Myanmar weitgehend isoliert. Seit Beginn des politischen Transformationsprozesses stieg zunächst die Zahl der Menschen, die das Land besuchten. Im Jahr 2018 kamen drei Millionen Touristinnen und Touristen. Myanmar bietet ihnen endlos wirkende Strände, unzählige Inseln und viel unberührte Natur.

Obwohl die anfängliche Euphorie inzwischen verflogen ist, bietet der sich professionalisierende Tourismussektor nach wie vor zahlreiche Entwicklungschancen. In diesem Kontext unterstützt Deutschland Myanmar insbesondere bei der Integration lokaler Gemeinden in den Tourismussektor.

Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum von Klein- und Kleinstunternehmen in ausgewählten Sektoren, unter anderem auch im Tourismussektor. Das deutsche Engagement erfolgt im Einklang mit dem Tourismusmasterplan des Landes. Er konzentriert sich auf die Integration lokaler Gemeinden in den Tourismussektor, gute Regierungsführung und Umweltschutz.

 

Gemeinsame Lösungen

In der größten Verwaltungseinheit Myanmars, im Shan-Staat, haben öffentliche und private Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam an Lösungen für ein konfliktsensibles und umweltfreundliches touristisches Management des Inle-Sees gearbeitet.

Der See ist bekannt für seine schwimmenden Dörfer und Gärten und das Hauptreiseziel im Shan-Staat. Die Regionalregierung will durch die Kooperation mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit die Teilhabe der Klein- und Kleinstunternehmen an der Wirtschaftsentwicklung fördern.

Deutschland unterstützt die Partner in Myanmar unter anderem auch durch den Aufbau von Tourismusorganisationen und -verbänden, Trainingsmaßnamen im Bereich des digitalen Marketings sowie durch die Organisation von Tourismusmessen.

Bisherige Erfolge

Die Zugriffe auf die Website des Inle-Sees im Shan-Staat steigen an, viele der Besucherinnen und Besucher der Website laden sich die bereitgestellten Karten herunter. Durch die Organisation von Tourismusmessen wurden neue Geschäftsbeziehungen mit lokalen Anbietern aus der Landwirtschaft und dem Handwerk aufgebaut. Im Bereich des lokalen Tourismus bleiben 45 Prozent der Einnahmen in den Gemeinden.

Projektdaten

Projektlaufzeit: 2014 bis 2021

Palästinensische Gebiete

Palästinensische Gebiete: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung durch Tourismus

Im Jahr 2019 besuchten über vier Millionen Reisende Israel. In die – nur über Israel erreichbaren – Palästinensischen Gebiete reisten hingegen nur ein Drittel aller Touristinnen und Touristen und weniger als jede zehnte Person davon übernachtete in einem örtlichen Hotel. Die palästinensische Wirtschaft profitiert damit weiterhin kaum vom touristischen Boom in der Region – gleichzeitig gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass "Palästina" zunehmend auch international als Destination erkannt wird, und auch deutsche Veranstalter entdecken das Westjordanland als neues Reiseziel.

Der palästinensische Reiseveranstalterverband HLITOA setzt deshalb vor allem auf gezieltes Destinationsmarketing in ausgewählten Märkten, darunter im deutschsprachigen Raum, aus dem – nach den USA – zahlenmäßig die meisten Reisenden stammen (358.000 Gäste 2018).

Unter dem Slogan "Palästina – Im Herzen des Heiligen Landes" wirbt der Verband für die Palästinensischen Gebiete als eigenständiges Reiseziel neben Israel und Jordanien.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Palästinensischen Gebieten im Bereich "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung" unterstützt Deutschland die Aktivitäten des Reiseveranstalterverbands. Deutsche Expertinnen und Experten beraten HLITOA und seine Mitglieder in den Bereichen Destinationsentwicklung, internationales Marketing und Produktentwicklung und unterstützen den Verband bei der Vernetzung mit Reisebüros in Europa und Nordamerika.

Bisherige Erfolge

Aufbauend auf früheren Projektphasen präsentierte der Verband im März 2019 den Spezialreisekatalog Palästina, Israel & Jordanien. Auf rund 150 Seiten bieten elf palästinensische Reiseveranstalter rund 50 neue Reiseideen mit einem "Palästina"-Schwerpunkt an.

Begleitet wurde die Katalogeinführung im deutschsprachigen Markt von einer Marketing- und Medienkampagne, um den Verkauf durch europäische Reisebüros zu fördern. Zudem bewirbt der Verband die Destination weiterhin auf wichtigen touristischen Leitmessen wie der ITB (Berlin) und der CMT (Stuttgart). Von Jahr zu Jahr deutlich steigende Besucherzahlen an den Messeständen bestätigen, dass der Verband auf dem richtigen Weg ist.

Erste konkrete Anfragen von deutschen Reiseveranstaltern, die die Palästinensischen Gebiete bislang nicht im Programm führten, sind inzwischen bei palästinensischen Agenturen eingegangen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: März 2018 bis März 2021

Finanzvolumen: 6 Millionen Euro (2015 bis 2018), davon 450.000 Euro für Tourismus

Nordmazedonien: Tourismus

Nordmazedonien: Tourismus als Motor für ländliche Entwicklung

Für Naturliebhaber ist Nordmazedonien ein Geheimtipp: Der kleine Binnenstaat im Zentrum der Balkanhalbinsel bietet Berge, Seen und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Die Regierung fördert den Tourismussektor als Mittel zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. 2017 besuchten rund 600.000 Touristen das Land.

Im Rahmen des Programms zur "Förderung der wirtschaftlichen Diversifizierung in ländlichen Gebieten Südosteuropas (SEDRA)" unterstützt Deutschland Nordmazedonien unter anderem bei der Entwicklung des ländlichen Tourismus.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, Einkommen und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung zu schaffen und gleichzeitig zum Natur- und Kulturschutz beizutragen. Dazu werden der Bergtourismus und der ländliche Tourismus in sechs grenzüberschreitenden Regionen ausgebaut.

Das Programm baut einerseits auf bereits bestehende Angebote wie die transnationalen Fernwanderwege "Peaks of the Balkans", "Balkan Hiking Adventure" und "High Scardus Trail" auf und andererseits werden neue touristische Angebote entwickelt. So wird zu mehr Wertschöpfung vor Ort beigetragen. Um die Qualität des Tourismus zu verbessern, werden regionale Standards für Unterkunft und Verpflegung, Reiseleitung, Risiko- und Sicherheitsmanagement eingeführt.

Video: Zukunftsperspektiven für junge Leute aus ländlichen Gebieten des Balkans (englisch)

Arbeitslosigkeit und die daraus resultierende Abwanderung sind drängende Probleme in ländlichen Gebieten Südosteuropas. Um neue Perspektiven zu schaffen, bietet die Fakultät für Tourismus und Gastgewerbe aus Ohrid intensive Ausbildungskurse für fünf Berufe aus dem Gastgewerbe an.

Projektdaten

Projektlaufzeit: September 2018 bis August 2021

Finanzvolumen: 4 Millionen Euro

Mongolei: Einkommen generieren

Mongolei: Mehr Einkommen durch Tourismus

Die Mongolei ist vor allem bei Naturliebhabern und Abenteuertouristen beliebt. Viele Gebiete stehen unter Naturschutz. Wer in das Land reist, kann durch Steppen-, Wüsten- und Berglandschaften reiten oder wandern und sich von Nomaden aus verschiedenen Volksgruppen Einblicke in alte Traditionen geben lassen. Im Jahr 2017 kamen rund 470.000 Touristen in die Mongolei. Durch sie erwirtschaftete das Land 360 Millionen US-Dollar, 24 Prozent mehr als im Jahr 2016.

Im Rahmen einer trilateralen Zusammenarbeit mit Thailand und der Mongolei fördert Deutschland ein Projekt zur nachhaltigen Tourismusentwicklung, das sich auf drei mongolische Provinzen konzentriert. Ziel ist es, die Beschäftigungschancen in ländlichen Gebieten zu erhöhen und das bestehende Einkommen der Bevölkerung durch Einnahmen aus dem Tourismus zu ergänzen.

Dazu wurden Angebote für Ökotourismus und fairen Tourismus entwickelt und deren Vermarktung unterstützt. Der Tourismus wurde auf Provinz- und Dorfebene gefördert. Durch das Projekt sind neue Reiserouten, zum Beispiel zu den Bogenmachern in der Provinz Selenge, entstanden.

Bisherige Erfolge

Für die Projektprovinzen wurden angepasste Strategien zur Weiterentwicklung des Tourismus erarbeitet. Schon in der ersten Saison nach Start des Vorhabens wurden im Sommer 2018 etwa 700 in- und ausländische Touristen in den drei Projektprovinzen empfangen.

Projektdaten

Projektlaufzeit: August 2017 bis Juli 2020

Finanzvolumen: 542.000 Euro (trilaterales Kooperationsbudget)

Togo: Regionalentwicklung

Togo: Regionale Entwicklung durch Tourismus fördern

Mit knapp 500.000 Ankünften von Touristen im Jahr 2017 hat Tourismus in Togo ein niedriges Niveau. Das Land liegt im internationalen Ranking nur auf Platz 161 von 185 Ländern. Doch die Besucherzahlen steigen. Mit einem Anstieg von 46,7 Prozent verzeichnete Togo 2017 laut Welttourismusorganisation nach Ägypten weltweit den größten Zuwachs an Touristen. Die Regierung hat zur Förderung des Sektors einen Tourismusentwicklungsplan erarbeitet.

Wirtschaftliches Standbein

Im Rahmen eines Programms zur Unterstützung von guter Regierungsführung und Dezentralisierung fördert Deutschland in Togo auch Maßnahmen zur Tourismusentwicklung, zunächst für die Kommune Kpalimé.

Ziel des deutschen Engagements in Kpalimé ist es, Tourismus zu einem wirtschaftlichen Standbein für die Entwicklung der Region zu machen. Dazu sollen die Akteure des Tourismussektors besser vernetzt werden, ein Dialog zwischen kommunalen und privaten Vertreterinnen und Vertretern angestoßen werden und eine regionale Tourismusstrategie erarbeitet werden. Hinzu kommen Marketing- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Bisherige Erfolge

Das erste Tourismuskonzept für die Region ist in einem partizipativen Prozess erarbeitet worden und in den kommunalen Entwicklungsplan eingeflossen. In einem Tourismuskomitee bringen Vertreterinnen und Vertreter der Privatwirtschaft, von Nichtregierungsorganisationen und Gebietskörperschaften die touristische Entwicklung gemeinsam voran. Es wurden Fortbildungen veranstaltet und erste Marketingkonzepte erarbeitet. Die Beteiligten haben sich außerdem auf die Einführung touristischer Steuern geeinigt.

Projektdaten

Projektlaufzeit: 2016 bis 2021, Tourismusbaustein seit Juni 2017

Finanzvolumen: 25.114.696 Euro