Hintergrund

Ein Mensch braucht mindestens 1.800 Kalorien pro Tag

Auf den Tellern der Welt herrscht große Vielfalt – je nach Land, Kulturraum und Klimazone unterscheiden sich die Ernährungsgewohnheiten. Doch egal, wo ein Mensch lebt: Er benötigt laut Welternährungsorganisation (FAO) täglich mindestens 1.800 Kalorien, um sein Körpergewicht halten und aktiv am Leben teilhaben zu können. Das entspricht etwa 700 Gramm Brot oder anderthalb Kilogramm Reis . Wird dieser Wert dauerhaft unterschritten, spricht man von chronischem Hunger. Mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt sind davon betroffen.

Verborgener Hunger

Die in Kalorien gemessene Energiemenge, ist nur ein Aspekt unseres Nährstoffbedarfs: Niemand könnte zum Beispiel nur von Fett leben – auch wenn darin ausreichend Kalorien enthalten sind. Wir brauchen eine ausgewogene Mischung vieler Nährstoffen wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Wenn wir sie nicht regelmäßig zu uns nehmen, leidet unsere körperliche und geistige Gesundheit. Eine solche Mangelernährung wird als "versteckter Hunger" bezeichnet . Sie betrifft rund zwei Milliarden Menschen. Besonders tragisch ist sie für Kinder: Beeinträchtigungen, die sie wegen Mangelernährung erleiden, können sie in vielen Fällen später nicht mehr ausgleichen.

Insgesamt leiden rund zwei Milliarden Menschen an Unter- oder Mangelernährung. Und jeden Tag sterben etwa 8.000 Kinder, weil ihr Essen nicht ausreicht oder zu einseitig ist.

Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung

Quelle: State of Food Insecurity in the World, FAO, 2013; Welthunger-Index 2014

1990-92

2011-14

Seit 1990 hat sich der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung nach Angaben der FAO mehr als halbiert: von 23,6 auf 11,3 Prozent. Da die Weltbevölkerung in diesem Zeitraum jedoch gewachsen ist, sank die absolute Zahl der hungernden Menschen nur von 995 auf 805 Millionen.

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger"

Das BMZ hat im Jahr 2014 die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" ins Leben gerufen. Sie baut auf dem bisherigen Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für Ernährungssicherung auf und verstärkt es gezielt in sechs Aktionsfeldern:

  1. Ernährungssicherung
  2. Vermeidung von Hungersnöten und Stärkung der Widerstandsfähigkeit
  3. Innovation im Agrar- und Ernährungssektor
  4. Strukturwandel im ländlichen Raum
  5. Schutz natürlicher Ressourcen und Bedenrehabilitierung
  6. Sicherer und fairer Zugang zu Ressourcen und Land

Für die Jahre 2014 und 2015 werden dafür insgesamt 625 Millionen Euro zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Damit investiert das BMZ insgesamt deutlich über eine Milliarde Euro pro Jahr in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung. 2015 sind es 1,4 Milliarden Euro.

Der regionale Schwerpunkt liegt dabei in Afrika. Denn nirgendwo sonst auf der Welt ist der Anteil der unter- und mangelernährten Menschen an der Gesamtbevölkerung so hoch wie auf diesem Kontinent.